- Das Handy der Meduza-Mitgründerin Galina Timtschenko wurde mit der Pegasus-Spyware infiziert und ist damit der erste bekannte Fall einer russischen Journalistin, die mit diesem Tool ins Visier genommen wurde.
- Pegasus ist eine leistungsstarke Spyware, die vom israelischen Cyberwaffen-Unternehmen NSO Group entwickelt wurde und vor allem von Regierungen zur Überwachung von Journalisten, Oppositionspolitikern und Aktivisten eingesetzt wird.
- Die Spyware wurde auf Timtschenkos iPhone nur wenige Stunden vor einem privaten Treffen mit anderen Mitgliedern exilrussischer unabhängiger Medien in Berlin entdeckt.
- Pegasus verschafft Angreifern vollständigen Zugriff auf ein infiziertes Gerät und ermöglicht Einsicht in sämtliche Inhalte einschließlich Mikrofon, Kamera und Speicher; sogar während des Tippens verfasste Nachrichten können mitgelesen werden.
- Die NSO Group behauptet, Pegasus sei zur Überwachung von „Terroristen, Kriminellen und Kindesmissbrauchstätern“ entwickelt worden und werde ausschließlich an staatliche Kunden verkauft. Dennoch wurde es von Regierungen weltweit gegen Kritiker und politische Gegner eingesetzt.
- Die Nutzung von Pegasus ist teuer; Berichten zufolge zahlen Staaten „zig Millionen Dollar oder mehr“ für den Zugang zu der Spyware.
- Der Angriff auf Timtschenko könnte von Kasachstan oder Aserbaidschan, zwei möglichen Pegasus-Kundenstaaten, ausgeführt worden sein, möglicherweise auf Ersuchen aus Moskau.
- Der Einsatz von Pegasus in Europa wird zunehmend zum Problem; derzeit laufen mehrere Klagen gegen die NSO Group, darunter eine von Apple.
- Trotz allem arbeitet Timtschenko weiter und behält das infizierte Handy als Warnung, „sich weiterhin ständig umzudrehen“.
- Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Regeln und Vorschriften für den Verkauf und Einsatz von Überwachungstechnologien.
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