- Apple hat am Mittwoch iPhone-Nutzern in 92 Ländern Bedrohungswarnungen geschickt, dass sie Ziel eines Angriffs mit Söldner-Spyware geworden sein könnten
- Die Identität der Angreifer oder die Länder, in denen Nutzer die Warnung erhalten haben, wurden nicht offengelegt
Zusammenfassung des Inhalts der Bedrohungswarnung
- Das mit der Apple-ID verknüpfte iPhone ist Ziel eines Angriffs mit Söldner-Spyware, der versucht, das Gerät aus der Ferne zu kompromittieren
- Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Angriff gezielt erfolgt, weil die betroffene Person ist, wer sie ist, oder wegen dessen, was sie tut
- Beim Erkennen solcher Angriffe ist absolute Gewissheit unmöglich, doch Apple gibt an, großes Vertrauen in diese Warnung zu haben, weshalb sie ernst genommen werden sollte
Stand der Bedrohungswarnungen von Apple
- Apple verschickt solche Warnungen mehrmals im Jahr und hat seit 2021 Nutzer in mehr als 150 Ländern über derartige Bedrohungen informiert
- Im vergangenen Oktober wurde dieselbe Warnung an viele Journalisten und Politiker in Indien gesendet
- Anschließend berichtete Amnesty International, auf den iPhones prominenter indischer Journalisten die invasive Spyware Pegasus des israelischen Spyware-Herstellers NSO Group gefunden zu haben
- Zu den Empfängern von Apples jüngster Bedrohungswarnung gehören auch Nutzer in Indien
Zeitpunkt der Spyware-Warnung und Apples Haltung
- Die Spyware-Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich viele Länder auf Wahlen vorbereiten
- In den vergangenen Monaten haben viele Tech-Unternehmen vor einer Zunahme staatlich unterstützter Bemühungen gewarnt, bestimmte Wahlergebnisse zu beeinflussen
- Apples Warnung erwähnt den Zeitpunkt jedoch nicht
- Apple teilte Kunden mit, dass es keine weiteren Informationen dazu geben könne, warum diese Mitteilung verschickt wurde
- Denn das könnte Angreifern mit Söldner-Spyware helfen, ihr Verhalten anzupassen, um einer Erkennung zu entgehen
- Früher beschrieb Apple die Angreifer als „staatlich unterstützt“, ersetzt diese Bezeichnung nun aber vollständig durch „Angriffe mit Söldner-Spyware“
Apples Erklärung zu Angriffen mit Söldner-Spyware
- Angriffe mit Söldner-Spyware wie Pegasus von NSO Group sind sehr selten und deutlich ausgefeilter als gewöhnliche Cyberkriminalität oder Consumer-Malware
- Apple erklärt, sich bei der Erkennung solcher Angriffe ausschließlich auf „interne Bedrohungsinformationen und Untersuchungen“ zu stützen
- Apples Untersuchungen können zwar keine absolute Gewissheit liefern, doch Apples Bedrohungswarnungen sind Warnungen mit hoher Zuverlässigkeit, dass ein Nutzer individuell Ziel eines Angriffs mit Söldner-Spyware geworden ist, und sollten sehr ernst genommen werden
Meinung von GN⁺
- Söldner-Spyware wird vor allem von staatlichen Akteuren oder Machthabern eingesetzt und kann missbräuchlich zur Überwachung politischer Gegner, von Menschenrechtsaktivisten oder Journalisten verwendet werden. Internationale Kontrolle und Regulierung erscheinen notwendig
- Spyware wie Pegasus nutzt Schwachstellen in iOS aus, daher sollte Apple Sicherheitsupdates noch stärker priorisieren. Gleichzeitig scheinen mit Unterstützung von Regierungen auch Sanktionen gegen Spyware-Entwickler erforderlich
- Auch normale Nutzer sollten stets die neuesten Sicherheitsupdates installieren und grundlegende Sicherheitsregeln einhalten, etwa keine Apps aus unklaren Quellen zu installieren
- Internationale Zusammenarbeit und Normen, um die Entwicklung von Spyware zu verhindern, die als Instrument für Menschenrechtsverletzungen missbraucht werden kann, erscheinen dringend notwendig. Diskussionen auf Ebene internationaler Organisationen wie der UN dürften erforderlich sein
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