Erfolg beim Erlernen eines Pingpong-Spiels mit künstlich gezüchteten menschlichen Gehirnzellen
(cell.com)Ein Experiment, bei dem ein Pingpong-Spiel mit einem kleinen künstlichen Gehirn gespielt wurde, das aus rund 800.000 kultivierten menschlichen Gehirnzellen bestand, war erfolgreich.
Ein Klumpen künstlich kultivierter Gehirnzellen wurde auf ein Blatt mit mehreren installierten Elektroden gelegt, anschließend wurden Spielinformationen über schwache elektrische Reize an die Gehirnzellen übermittelt.
Zunächst wurde der Bereich, in dem die Gehirnzellen und das Elektrodenblatt Kontakt hatten, in mehrere Zonen aufgeteilt.
In einem bestimmten Bereich wurden elektrische Reize entsprechend der Position des sich auf dem Spielbildschirm bewegenden Balls gegeben,
andere Bereiche wurden als Zonen zur Bewegung des Schlägers zugewiesen.
Auf diese Weise konnten die Gehirnzellen die Positionsbeziehung zwischen Ball und Schläger erkennen.
Wenn dann an den Elektroden im Schlägerbereich neuronale Aktivität der Gehirnzellen erkannt wurde,
wurde der Schläger so gesteuert, dass er sich in diese Richtung bewegte.
Wenn der Ball außerdem korrekt mit dem Schläger abgewehrt wurde, wurden regelmäßige elektrische Reize an die Gehirnzellen übermittelt,
bei einem Fehlschlag wurden dagegen unregelmäßige elektrische Reize gesendet.
Ob die künstlich kultivierten Gehirnzellen regelmäßige elektrische Reize gegenüber unregelmäßigen bevorzugten, ist unklar,
doch fünf Minuten nach Beginn des Experiments bewegten sie den Schläger passend zur Ballbewegung korrekt.
Nach 20 Minuten konnten sie den Ball schließlich wie ein Mensch geschickt zurückspielen.
6 Kommentare
Ein interessantes Experiment. Statt es als Bewusstsein zu interpretieren, könnte man eher sagen, dass hier ein aus organischem Material bestehender Schaltkreis geschaffen wurde.
Es ist wirklich erstaunlich, dass Lernen allein mit Gehirnzellen und elektrischen Reizen möglich ist;;
Wird die Matrix Realität …
Oh … beängstigend …
Ist das ein biologischer neuronaler Schaltkreis? Krass.
Das Erschreckende an diesem Experiment ist, dass das oft erwähnte Gedankenexperiment vom „Gehirn im Tank“ offenbar möglich wird.
Das Universum dieser Gehirnzellen besteht aus einem zweidimensionalen Raum plus einem Paddle und einem Ball, und ich hatte den Eindruck, dass sich das nicht wesentlich von unserem aktuellen Bewusstseinszustand unterscheidet.