In Korea nicht offiziell erhältlich, daher per Direktimport gekauft ($599). Der Autor hat sie zwei Wochen lang täglich getragen.
Hardware
- 36 g, Magnesiumlegierung + Titan. Äußerlich sieht sie einfach wie eine normale Brille aus. Auch der Ladeanschluss ist nicht sichtbar
- Monochromes (grünes) Display für beide Augen. Das Meta-Ray-Ban-Display ist ein vollfarbiges Display für ein Auge = eine genau entgegengesetzte Entscheidung
- 192 mAh, hält 2 Tage. Mit dem Case 7 vollständige Ladungen → praktisch keine Akkusorgen
- Kaum Wärmeentwicklung (auch draußen im Juli), automatische Helligkeitsanpassung je nach Umgebungslicht
Was gut war
- Das Tiefengefühl durch beide Augen ist der Kernpunkt. Es fügt sich natürlich ins Sichtfeld ein — ein deutlicher Unterschied gegenüber einäugigen Displays. Nützlich beim Fahrradfahren
- Display per Geste ein-/ausschalten: nach oben schauen und dann nach unten
- Plugins sind HTML + JS. Da per WebView gerendert wird, ist die Einstiegshürde niedrig, und Debugging ist mit aufgesetzter Brille möglich (ein großer Vorteil gegenüber VR). Es gibt bereits ein Ökosystem mit Wetter, Timer, Schach usw.
Was enttäuscht
- Die Auflösung ist niedrig, daher ungeeignet für Bilder und komplexes Rendering. Eher für Text/Pixel-Art
- Die AI ist auf Demo-Niveau. In lauter Umgebung bricht die Spracherkennung stark ein; ohne Kamera ist kein räumliches Verständnis möglich. „Ursprung von Outback“ wurde als „Ursprung von 900“ erkannt
- Echtzeitübersetzung ist in ruhiger Umgebung brauchbar
- Es fehlt eine Killer-App. Die Standard-Karten-App hat in Korea Positionsfehler
- Minimalistisches Design, aber die Zahl der Geräte, die geladen werden müssen, wächst weiter (Phone + AirPods + Watch + Brille + Smart Ring …)
Fazit
Nicht empfehlenswert, wenn man kein Early Adopter oder Entwickler ist. Die Hardware-Verarbeitung ist hervorragend, aber die AI ist schwach. Wenn die nächste Generation mehrfarbig und hochauflösend wird, könnte sich das Bild ändern.
Die Eingabe-UX ist eine gemeinsame Herausforderung aller AR-Brillen. Meta setzt auf ein separates Wristband, Apple hat mit der Apple Watch bereits eine entsprechende Position. Es wirkt wahrscheinlich, dass AR-Brillen — ähnlich wie VisiCalc → Apple II — zuerst im Arbeitsmarkt Fuß fassen und sich dann auf Verbraucher ausweiten.
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