Finnische Sauna-Hitzeexposition löst stärkere Immunzellreaktionen aus als Zytokinreaktionen
(tandfonline.com)- Die heiße Umgebung einer finnischen Sauna wurde im Hinblick auf ihre physiologischen Auswirkungen auf das menschliche Immunsystem analysiert
- In der Studie nahm das Aktivierungsniveau der Immunzellen deutlich stärker zu als die Zytokinreaktion
- Das zeigt, dass Hitzereize die Immunreaktion auf Zellebene direkt fördern können
- Veränderungen der Zytokinsekretion wurden im Vergleich dazu nur in relativ geringem Ausmaß beobachtet
- Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Hitzeexposition als Schlüsselfaktor bei der Regulierung des Immunsystems wirken könnte
Studienüberblick
- Die Studie bewertete die Auswirkungen der Hitzeexposition in einer finnischen Sauna auf die Immunreaktion des menschlichen Körpers
- Die Teilnehmenden wurden für eine bestimmte Zeit einer heißen Saunaumgebung ausgesetzt; anschließend wurden Veränderungen von Immunzellen und Zytokinen im Blut gemessen
- Die Analyse zeigte, dass die Aktivierung der Immunzellen stärker ausfiel als die Zytokinreaktion
Zentrale Ergebnisse
- Die Immunzellreaktion zeigte unmittelbar nach dem Hitzereiz einen deutlichen Anstieg, was als direkter stimulierender Effekt auf Zellebene interpretiert wird
- Dagegen waren die Veränderungen in der Zytokinsekretion begrenzt; nur einige Zytokine zeigten geringfügige Veränderungen
- Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hitzeexposition direkt an der Regulierung der Funktion von Immunzellen beteiligt sein könnte
Bedeutung
- Die Studie zeigt die Möglichkeit auf, dass Saunahitze zur Regulierung des Immunsystems beitragen kann
- Dies kann künftig als Grundlage für Forschung zur hitzebasierten Immunregulation oder die Entwicklung von Programmen zur Gesundheitsförderung dienen
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
In Finnland gibt es ein altes Sprichwort: „Wenn Alkohol, Teer und die Sauna nicht helfen, dann ist die Krankheit tödlich.“
Studien zu Saunen werden meistens von finnischen oder nordischen Forschenden durchgeführt.
Ich würde gern sehen, ob ähnliche Studien auch in heißen Regionen (Südeuropa, Afrika, Südasien usw.) reproduziert werden.
Als ich den Satz „Abmilderung der negativen Auswirkungen eines niedrigen sozioökonomischen Status“ gelesen habe, fragte ich mich, ob der Saunaeffekt real ist oder ob es einfach nur um freie Zeit geht.
Das ist nur meine persönliche Erfahrung, aber seit ich einmal pro Woche in die Sauna gehe, bekomme ich seltener Erkältungen oder Grippe. Und wenn doch, dann viel milder.
Was ich an der Sauna am meisten liebe, ist der klare Geisteszustand nach dem Wechsel zwischen Hitze und Kaltbecken. Es gibt keinen Moment, in dem ich mich auch nur für 10 Minuten so klar fühle. Ich weiß nicht, warum.
30 Minuten bei 73 °C wirken auf mich viel zu heiß. Ich halte bei 60 °C höchstens 10–15 Minuten durch.
In Osteuropa bin ich mit meinen Eltern oft in öffentliche Saunen gegangen. Wenn man nach drei Hitzesitzungen ins Eiswasser springt, kribbelt die Haut. Damals waren Atemwegserkrankungen kurz und mild.
Aber im ersten Jahr nach der Auswanderung bekam ich eine Lungenentzündung und musste zweimal Antibiotika nehmen. Der Arzt sagte, es liege an „einem anderen Virus“, aber das überzeugt mich nicht.
Meine Eltern tranken nach der Sauna immer Alkohol, was der Gesundheit eher geschadet hat.
Kalte Duschen sind ebenfalls gut für das Immunsystem, und Hitzeexposition auch. An dem Spruch „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker“ scheint etwas dran zu sein.
Ich habe gehört, dass Tauchen oder Fallschirmspringen, wo sich der Sauerstoff stark verändert, einen ähnlichen Effekt haben.
Vielleicht ist so ein Reiz eine Art Training für die körpereigenen Regulationssysteme.
Ich mache mir Sorgen über eine Reaktion in Richtung Zytokinsturm. Das erinnert mich an MCAS.
Ich habe mich gefragt, ob Sauna die Körpertemperatur erhöht und künstlich Fieber erzeugt.