Wie man Open Source zum Geschäft macht
(oreilly.com)Da Cloud-Dienste Open Source aufgreifen und als „as a service“ anbieten, ohne dafür irgendwelche Kosten zu zahlen, reagieren Open-Source-Projekte in letzter Zeit darauf, indem sie ihre Lizenzen oder ihr Distributionsmodell ändern.
Dazu Ratschläge des ehemaligen CTO von Chef zur Kommerzialisierung
Elastic ist dazu übergegangen, den Code weniger Open Source zu machen, sodass einige Komponenten proprietär sind und sich nur schwer trennen lassen ⇨ Open-Core-Modell
Chef ist vollständig offen, hat aber den Namen Chef als Marke geschützt und die Nutzung davon untersagt ⇨ Red-Hat-Modell
→ Chef ist vom bisherigen Open-Core-Modell zu Red Hat gewechselt
Der Rat von Adam Jacob, dem früheren CTO von Chef, lautet, dass das Red-Hat-Modell viel besser ist als Open Core
( Das könnte nur für Chef gelten. Außerdem hat er das Unternehmen vor dieser Änderung des Lizenzmodells verlassen )
- Ein Produkt auf Basis von 100 % Open-Source-Code entwickeln
→ Dadurch wird das Unternehmen Teil der Community rund um diesen Open-Source-Code.
→ Beim Open-Core-Ansatz steht man über der bestehenden Community, und es wird schwieriger, Unterstützung aus der Community zu bekommen
→ Adam musste 13 Jahre lang erklären, warum sich die kommerzielle Version von Chef von der Open-Source-Version unterscheidet. Beim Red-Hat-Modell ist das nicht nötig
- Die Marke schützen lassen und zum einzigen Distributor des Produkts werden. Dann gehört auch das gesamte Geschäft einem selbst
→ Das bedeutet, dass das Unternehmen die Supply Chain besitzt
→ Supply Chain: Source-Versionierung, Commits, QA, Build-Pipeline, Hosting von Materialien, Marketing, Vertriebsteam usw.
→ Mit anderen Worten: Das Unternehmen übernimmt alle Anstrengungen außer dem Code selbst und schafft dadurch Wert
- Menschen, die alternative Distributionen erstellen, ermutigen und mit ihnen zusammenarbeiten
→ Das schafft eine gesunde Community
2 Kommentare
Aber ... was wäre, wenn cent os auftaucht?
Dass Amazon MySQL, MongoDB, Elasticsearch usw. aufgreift und daraus Services macht, wurde zum Thema; deshalb wurden wie unten gezeigt auch Lizenzänderungen vorgenommen.
→ Lizenzänderung bei CockroachDB – Open Source, aber keine Kommerzialisierung erlaubt https://de.news.hada.io/topic?id=7
→ Sentry: Wechsel der Open-Source-Lizenz zu BSL (Business Source License) https://de.news.hada.io/topic?id=870
Warum Dropbox von Nginx auf Envoy umgestiegen ist https://de.news.hada.io/topic?id=2625
Wie man auch im obigen Artikel sieht, heißt es dort entsprechend Adams Ratschlag Nr. 1, dass Beiträge einfacher möglich waren, weil Nginx ein Open-Core-Modell und Envoy ein vollständig offenes Modell ist.