1 Punkte von obutora 2026-03-10 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Zusammenfassung

  • Die offizielle „Remote Control“ von Claude Code ist praktisch, bietet aber nur eine Chat-UI, sodass sich das Terminal nicht frei bedienen lässt
  • Mit der Kombination aus SSH + tmux erhält man unabhängig vom Tarif, mit persistenter Sitzung und als echtes Terminal eine vollwertige Lösung. Allerdings unterstützen Android-SSH-Apps die Eingabe von CJK-Sprachen wie Koreanisch oder Japanisch oft nicht korrekt
  • Deshalb wurde die App selbst entwickelt: eine SSH-App mit allen benötigten Funktionen, darunter SFTP-Dateibrowser, benutzerdefinierte Befehle und automatische Ausführung beim Verbindungsaufbau

Hintergrund: die Grenzen der offiziellen Remote Control

Zu Claude Code wurde eine Remote-Control-Funktion hinzugefügt. Wenn man claude remote-control ausführt, wird ein QR-Code angezeigt, und man kann sich mit der Claude-App auf dem Smartphone mit der Sitzung verbinden.

Das ist zwar bequem, hat aber einige Einschränkungen:

  • Nur eine Chat-UI – man sieht nur die Unterhaltung mit Claude Code und kann das eigentliche Terminal nicht bedienen
  • Direkte Terminalbefehle wie git log oder ls lassen sich nicht ausführen
  • Erzeugte Dateien lassen sich weder in einer Baumansicht prüfen noch mit Syntax-Highlighting lesen oder herunterladen

SSH + tmux vs. Remote Control

Remote Control SSH + tmux (SSH Term)
Bei Netzwerkunterbrechung Sitzung endet nach ca. 10 Minuten Sitzung bleibt durch tmux erhalten. Rückkehr auch nach Stunden möglich
Wenn das Terminal geschlossen wird Sitzung endet tmux hält die Sitzung aufrecht. Nach Wiederverbindung einfach weiterarbeiten
Umfang der Bedienung Nur Claude-Code-Chat Das eigentliche Terminal (alles ist möglich)
Dateien prüfen Nur über Claude Code SFTP-Dateibrowser + Syntax-Highlighting + Download
Mehrere Sitzungen Sitzungsnamen sind schwer zu überblicken Mehrere Sitzungen parallel per Tabs verwalten
Setup Eine Zeile: claude remote-control SSH-Server einrichten + tmux erforderlich

Warum ich sie gebaut habe

Ich wollte mich per SSH mit einem Mini-PC verbinden und Claude Code von dort aus Anweisungen geben, aber die bestehenden SSH-Apps für Android konnten CJK-Eingaben (Koreanisch, Japanisch usw.) nicht korrekt verarbeiten. Entweder erschien die Tastatur gar nicht erst oder eingegebene Zeichen wurden nicht richtig übertragen. Ich habe viele Apps ausprobiert – ohne Erfolg.

Also habe ich sie selbst entwickelt.

SSH Term

iOS und Android sind beide bereits veröffentlicht. Es handelt sich um einen Terminal-Client, der speziell darauf ausgelegt ist, CLI-basierte AI-Coding-Agents auf dem Smartphone zu steuern. Natürlich lässt er sich auch als gewöhnlicher SSH-Client verwenden.

Hauptfunktionen

IME-Modus – Unterstützung für CJK-Eingabe

Erstaunlich wenige SSH-Apps auf Android unterstützen die Eingabe von Koreanisch, Japanisch oder Chinesisch korrekt. SSH Term bietet einen IME-Modus, mit dem sich CJK-Text nach dem Umschalten direkt an das Terminal senden lässt.

SFTP-Dateibrowser + Syntax-Highlighting + Download

Von Claude Code erzeugten Code per cat im Terminal auszugeben und auf einem Smartphone-Bildschirm zu lesen, ist in der Praxis nicht realistisch.

SSH Term hat einen integrierten SFTP-Dateibrowser:

  • Syntax-Highlighting für mehr als 40 Sprachen (Dart, Python, JS/TS, Go, Rust, Shell usw.)
  • Datei-Download – erzeugte Ergebnisse direkt auf dem Gerät speichern
  • Lesezeichen – per One-Tap zu häufig verwendeten Verzeichnissen springen
  • Auf dem iPad ist eine 2-Spalten-Ansicht möglich, um Dateiliste und Vorschau gleichzeitig zu sehen

Benutzerdefinierte Textbefehle

In der Eingabehilfen-Toolbar lassen sich häufig verwendete Befehle als Buttons hinterlegen:

  • git status\n → per One-Tap ausführen
  • tmux attach -t main\n → direkt mit der tmux-Sitzung verbinden
  • cd ~/projects/my-app && claude\n → vom Verzeichniswechsel bis zum Start von Claude Code in einem Schritt

Auch die Kombination mehrerer Befehle als Schritte ist möglich.

Automatische Befehlsausführung beim Verbinden / Wiederverbinden

Im Verbindungsprofil lassen sich Befehle festlegen, die nach dem Verbinden ausgeführt werden. Zum Beispiel:

  1. wsl → WSL starten
  2. cd ~/projects/my-app → ins Arbeitsverzeichnis wechseln
  3. tmux new -s main → tmux-Sitzung starten

Für Wiederverbindungen lassen sich separate Befehle konfigurieren, sodass nach einer unterbrochenen und wiederhergestellten Verbindung automatisch tmux attach -t main ausgeführt wird. Selbst nach einem Tunnel in der U-Bahn landet man nach wenigen Sekunden wieder in der ursprünglichen Sitzung.

Verbindung im Hintergrund aufrechterhalten

Die SSH-Verbindung bleibt bestehen, auch wenn man zu einer anderen App wechselt. Während Claude Code arbeitet, kann man andere Apps nutzen und später direkt zum Ergebnis zurückkehren. Biometrische Authentifizierung und PIN-Sperre sind ebenfalls integriert.

Sonstiges

  • Mehrere Tabs – in einem läuft Claude Code, in einem anderen tail -f zur Log-Überwachung
  • Schlüsselerzeugung in der App – Ed25519 (empfohlen), RSA 2048/4096. Den öffentlichen Schlüssel kann man in die Zwischenablage kopieren und direkt in authorized_keys eintragen
  • 8 Themes – Dracula, Nord, Tokyo Night, Monokai, Solarized Dark, Gruvbox, Catppuccin Mocha, One Dark
  • Mehr als 10 Monospace-Schriftarten – darunter Fira Code und JetBrains Mono. Nerd Font wird ebenfalls unterstützt (Icons für Starship und Powerlevel10k können angezeigt werden)
  • Eingabehilfen-Toolbar – Ctrl+C, Tab, Escape, Pfeiltasten, F1–F12 usw. per One-Tap eingeben

Funktionsübersicht

Kategorie Funktion
Eingabe IME-Modus (CJK-Eingabe), Eingabehilfen-Toolbar, benutzerdefinierte Textbefehle
Dateien SFTP-Dateibrowser, Syntax-Highlighting (40+ Sprachen), Datei-Download, Lesezeichen
Verbindung Automatische Wiederverbindung, Hintergrundbetrieb, Befehle beim Verbinden, Befehle bei Wiederverbindung, Bildschirmsperre
Sitzung Mehrere Tabs, tmux-Shortcuts
Authentifizierung Passwort, öffentlicher Schlüssel (Ed25519/RSA), Keyboard-Interactive, Schlüsselerzeugung in der App
Aussehen 8 Themes, 10+ Schriftarten, Nerd-Font-Unterstützung

Tatsächlicher Nutzungsablauf

  1. Claude Code läuft zu Hause ständig auf einem Mini-PC
  2. Unterwegs per Smartphone via SSH verbinden (mit Startbefehlen automatisch von WSL über das Arbeitsverzeichnis bis zur tmux-Verbindung)
  3. Per natürlicher Sprache anweisen: „Füge diese Funktion hinzu“
  4. Während Claude Code arbeitet, die App in den Hintergrund legen
  5. Kurz darauf zurückkehren und das Ergebnis prüfen
  6. Mit dem Dateibrowser den erzeugten Code ansehen und bei Bedarf herunterladen
  7. Wenn alles passt, die nächste Anweisung geben

Selbst bei einer Netzunterbrechung erfolgt durch die Wiederverbindungsbefehle die automatische Rückkehr. So läuft das Projekt in der U-Bahn allein per natürlicher Sprache weiter.


iOS und Android sind beide bereits veröffentlicht:

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