Weil ich beim Arbeiten mit Obsidian einige Schwächen gespürt habe, entwickle ich die Local-First-Notiz-App Notaly
(notaly.dev)Hallo.
Ich entwickle derzeit eine Local-First-Notiz-App namens Notaly.
Ich persönlich habe Obsidian ziemlich nützlich eingesetzt.
Die dateibasierte Struktur war vertraut, und auch die Möglichkeit, alles in Markdown zu verwalten, gefiel mir.
Beim Verwenden wurden allerdings einige Schwächen für mich immer größer.
Erstens ist das Festhalten von Informationen zwar einfach, aber der Prozess, sie danach wieder zu strukturieren, wird mit der Zeit immer schwerfälliger.
Anfangs kann man schnell etwas notieren und weitermachen, aber wenn sich mit der Zeit viele Notizen ansammeln, wird das erneute Kategorisieren und Ordnen zunehmend zur Belastung.
Zweitens ist es schwierig, dass ein einzelnes Dokument gleichzeitig zu mehreren Kontexten gehört.
Ein Dokument kann zugleich Projektdokument, Besprechungsnotiz und Referenzmaterial sein, aber in einer dateibasierten Struktur liegt es meist nur an einem Ort.
Am Ende musste ich es entweder kopieren oder Links separat verwalten.
Drittens ist Suchen zwar möglich, aber ich hatte das Gefühl, dass der Ablauf schwach ist, nur die wirklich benötigten Informationen erneut zusammenzustellen und sie im aktuellen Kontext zu betrachten.
Wenn man später aufgezeichnete Inhalte wiederverwenden möchte, will man oft nicht nur einfach suchen, sondern nur die Informationen, die bestimmten Bedingungen entsprechen, erneut sammeln, sie in einem Dokument ansehen und bearbeiten. Mit bestehenden Ansätzen fühlte sich das nicht natürlich an.
Deshalb entwickle ich Notaly in diese Richtung.
Worauf Notaly eine Antwort geben soll
Man kann sich so vertraut bewegen wie in einer Dateistruktur.
Die Vertrautheit einer Datei-/Ordner-basierten Struktur bleibt erhalten.
Man kann Inhalte per Query neu zusammenstellen.
Über Bedingungen lassen sich Zeilen oder Dateien, die über mehrere Dateien verteilt sind, erneut zusammenführen und im Dokument wie eine Collection anzeigen. Bearbeitet man sie dort, wird das auch in den Quelldateien übernommen.
Eine Datei kann in mehreren Kontexten platziert werden.
Über Datei-Referenzlinks lässt sich dasselbe Original in mehreren Ordnerkontexten wiederverwenden, ohne Dokumente zu duplizieren.
Erst festhalten, später ordnen.
Über Dateinamen oder Tags lassen sich Ordnungsregeln definieren, mit denen Dateien automatisch gesammelt auf einmal sortiert werden können.
Es soll nicht nur innerhalb der App bleiben.
Der ausgewählte Notizordner kann als schreibgeschützte statische Website exportiert und geteilt werden.
Kurz gesagt:
Ich möchte die Vertrautheit dateibasierter Notizen beibehalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich festgehaltene Inhalte später flexibler strukturieren und wiederverwenden lassen.
Ich bin noch dabei, vieles weiter zu verfeinern,
aber falls es hier Menschen gibt, die bei Obsidian oder ähnlichen Notiz-Tools ähnliche Unannehmlichkeiten gespürt haben, würde ich gerne ihre Meinung hören.
Welche Punkte für euch nachvollziehbar sind,
und umgekehrt, welche vielleicht gar nicht nötig erscheinen,
jedes lockere Feedback wäre mir wirklich eine große Hilfe.
2 Kommentare
Im Moment scheint ein Download erst einmal nicht möglich zu sein.
Auch ich spüre die Unannehmlichkeiten, die von der von Ihnen erwähnten Dateistruktur ausgehen, ganz klar. In meinem Fall ist der größte Grund, warum ich wohl nicht zu einem anderen Tool wechseln würde, aber gerade die Dateistruktur, weil man dadurch keine Abhängigkeit von einem bestimmten Tool hat.
Ich habe wirklich alle möglichen Notiz-Apps ausprobiert, dann Notion verwendet und bin am Ende schließlich bei Obsidian gelandet. Jedes Mal, wenn ich bei einem Tool auf Probleme gestoßen bin und zu einem anderen wechseln wollte, war es unangenehm, dass man letztlich immer damit rechnen musste, Datenverluste in Kauf zu nehmen.
Bei Obsidian hingegen sind es Dateien, deshalb gefällt mir daran sehr, dass man sie in praktisch jeder Situation nutzen kann. Selbst in Arbeitsumgebungen, in denen man nur über ein Firmengerät oder mobil zugreifen kann, scheint mir der große Vorteil gegenüber anderen Tools zu sein, dass man die Dateien selbst lesen kann, auch wenn es keinen Viewer gibt.
Hallo. Derzeit stellen wir nur eine Installationsdatei für macOS bereit.
Da ich selbst Obsidian nutze, kann ich dem Gedanken sehr viel abgewinnen, dass man nicht von einem bestimmten Tool abhängig sein sollte und Notizen überall lesen und mitnehmen können muss.
Deshalb haben wir Notaly auch so gestaltet, dass sich Notizen als Ordner plus Markdown-Dateien exportieren lassen, und wir bieten zudem eine Funktion, sie als statische Website zu exportieren, damit man sie auf GitHub oder Cloudflare hosten und lesen kann. Es muss zwar noch weiter verfeinert werden, aber uns ist die Richtung wichtig, dass Notizen nicht nur in einer bestimmten App eingeschlossen bleiben.