Der Gründer des Werbeautomatisierungs-KI-Startups Ryze AI, Ira Bodnar (@irabukht), hat öffentlich gemacht, wie der von ihm aufgebaute Dienst durch Anthropics Claude faktisch entwertet wurde – und sorgt damit für Aufsehen.
Die Produktgeschichte
Ryze AI ist ein SaaS-Dienst, der den Betrieb bezahlter Werbung wie Google Ads und Meta Ads mit KI automatisiert; die Kernfunktion war ein KI-Agent namens AdGent. Laut Bodnar wurde das zentrale Wertversprechen von Ryze AI jedoch praktisch ausgehebelt, nachdem Anthropic in Claude Skills für das Werbemanagement hinzugefügt hatte.
Der Fall Ryze
Die Ironie dabei ist, dass Ryze AI kaum weniger als ein Partner war, der Claude aktiv zum Aufbau seines Dienstes genutzt hat. Tatsächlich veröffentlichte Ryze AI in seinem GitHub kostenlose Open-Source-Marketing-Skill-Dateien für Claude und stellte die Integration mit Claude als zentrales Feature heraus. Doch als Anthropic ähnliche Funktionen als native Claude-Funktionen integrierte, verschwand damit gewissermaßen die Daseinsberechtigung des Unternehmens.
Das ist ein besonders anschauliches Beispiel für das Risiko, das Startups stets tragen, wenn sie ihr Geschäft auf einer KI-Plattform aufbauen – nämlich das Plattformrisiko. Ähnlich wie der Ausdruck „Amazoned“, der das Phänomen beschreibt, dass AWS Third-Party-Dienste absorbiert und Konkurrenten verdrängt, wächst die Sorge, dass sich im KI-Plattformmarkt dasselbe wiederholt.
9 Kommentare
Natürlich ist das bedauerlich, aber wenn es sich um ein Produkt handelt, das schon durch das Hinzufügen von ein oder zwei nativen Skills ersetzt werden kann, darf man seinen Wert wohl infrage stellen.
Das ist das Risiko, das potenziell jedes AI-basierte SaaS in sich trägt. API-Reseller, die Funktionen, die Großunternehmen mit genügend Entschlossenheit günstiger und besser anbieten können, halbwegs ansehnlich verpacken und verkaufen.
Wurden der Quellcode an Claude geleakt?
Wahrscheinlicher ist, dass es sich gar nicht um einen so wertvollen Vermögenswert handelte, dass sich ein Leak gelohnt hätte.
Das ist wohl auch eine Angelegenheit, über die man sorgfältig nachdenken sollte.
Wenn KI das Software-Ökosystem neu ordnet und die Anbieter, die dieses Ökosystem aufgebaut haben, mit der großen Einschränkung der Modellnutzungsgebühren brechen und wahllos Service-Integrationen vorantreiben können, könnte sich die Monopolisierung von Diensten innerhalb eines Ökosystems wie früher bei Microsoft, Google, AWS und Apple in anderer Form erneut zeigen...
Unabhängig davon scheint es eine neue Funktion zu geben, die gute Artikel zum Mitlesen empfiehlt!
Empfiehlt sie wohl auf Kontextbasis?!
Auf Basis des Kontextes werden Embeddings und verschiedene weitere Faktoren berücksichtigt, um Inhalte zu extrahieren und anzuzeigen.
Damit es nicht zu starr wird, haben wir mehrere Variablen ergänzt. Wir werden es fortlaufend weiter verbessern.
https://news.hada.io/blog/related-reads
Wow, das ist toll!
Wow, das ist wirklich eine spannende neue Funktion. Manchmal hat der Betreiber ja schon ähnliche Beiträge hinterlassen, aber dass er das jetzt direkt als Funktion ergänzt hat, haha.