13 Punkte von GN⁺ 2026-02-22 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Der Bereich Data Engineering steht unter doppeltem Druck durch die Verbreitung von AI und die Anhäufung technischer Schulden, was die Polarisierung weiter verschärft
  • Das Niveau der AI-Nutzung wird zum Kern der Wettbewerbsfähigkeit; der alltägliche Einsatz wird selbstverständlich, sodass die Bezeichnung „AI-gestützt“ selbst verschwinden dürfte
  • Die Bedeutung von Datenmodellierung und semantischer Schicht nimmt stark zu, die Nachfrage nach entsprechender Weiterbildung steigt und Tool-Integration sowie Automatisierung beschleunigen sich
  • Der Markt für Orchestrierungs-Tools könnte sich von Airflow als Zentrum hin zu Tools der nächsten Generation wie Dagster und Prefect bewegen oder in Plattformen aufgehen
  • Fehlende Führung und organisatorische Ineffizienz werden als größter Engpass genannt; wichtiger als Technik wird der Aufbau organisatorischer Fähigkeiten zum entscheidenden Faktor fürs Überleben

Der allgemeine Kurs des Data Engineerings

  • Seit Langem bestehende Probleme wie fehlende Führung, unklare Zuständigkeiten, technische Schulden und Zeitdruck sind weiterhin ungelöst
    • Die Beschleunigung durch AI verschärft diese Probleme einerseits, eröffnet in manchen Bereichen aber auch Chancen auf Verbesserung
  • Die Kluft zwischen Teams, die in Grundkompetenzen investiert haben, und solchen, die das nicht getan haben, wird größer
  • Das Fehlen von Datenmodellierung ist ein zentrales Problem; 38 % der Teams ohne Modellierung sind ständig mit der Reaktion auf häufige Probleme beschäftigt
    • Teams mit etablierten Modellierungsstrukturen haben dagegen weniger Vorfälle
  • Das Kernthema für 2026 lautet, dass „die Schulden der Vergangenheit mit hohen Zinsen zurückkommen“; der Druck zum Abbau technischer Schulden nimmt zu

1. Wer AI ignoriert, wird kaum überleben

  • 82 % der Befragten nutzen AI täglich; damit ist sie bereits zu einer Grundvoraussetzung geworden
  • 64 % verbleiben auf experimenteller oder taktischer Ebene, 10 % haben AI vollständig in ihre Workflows integriert
    • Es wird erwartet, dass Letztere den Abstand schnell vergrößern werden
  • Bis Ende 2026 dürfte die Formulierung „AI-gestützt“ so selbstverständlich geworden sein, dass sie aus Stellenbeschreibungen verschwindet
  • Die Bedeutung der Datenmodellierung bleibt jedoch weiterhin bestehen

2. Die Krise der Datenmodellierung und die semantische Schicht

  • 89 % haben Probleme im Zusammenhang mit Datenmodellierung, nur 5 % nutzen semantische Modelle
  • Es werden zwei Wege skizziert
    • Weg A: Semantische und kontextuelle Schichten setzen sich im Mainstream durch
    • Weg B: AI erzeugt Modelle spontan, wodurch der Bedarf an semantischen Schichten sinkt
  • Es wird davon ausgegangen, dass sich zuerst Weg A verbreitet und später möglicherweise durch AI-Modelle ersetzt wird
  • Tooling für semantische Schichten und Ontologien gilt als möglicher Durchbruch 2026; die Nachfrage nach Weiterbildung zu Modellierung und Semantik liegt jeweils bei 19 %

3. Integration oder Verschwinden der Orchestrierung

  • 20 % aller Unternehmen nutzen keine Orchestrierungs-Tools, was als instabiler Zustand bewertet wird
    • Einige verlassen sich auf manuelle Prozesse oder informelle Tools wie cron
  • Airflow und Cloud-native Orchestrierung bilden den Mainstream,
    • Dagster liegt bei 12 % in kleinen und mittleren Unternehmen, aber nur bei 2,6 % in Großunternehmen und zeigt damit eher eine Bottom-up-Verbreitung als eine Top-down-Diffusion
  • Orchestrierung für AI-Agenten befindet sich noch in einem unsicheren Stadium
  • Als mögliche Zukunftsszenarien werden ein Eintritt von Dagster und Prefect in den Enterprise-Markt oder eine Plattformintegration (Databricks, Snowflake, dbt Cloud usw.) genannt

4. Das Ende der Debatte Lakehouse vs. Warehouse

  • Der aktuelle Anteil liegt bei Warehouse 44 %, Lakehouse 27 %, Hybrid 12 %
    • Bis 2027 könnte sich das auf 35 % / 35 % / 30 % annähern
  • Durch die funktionale Annäherung von Snowflake und Databricks dürfte die Unterscheidung „Lakehouse“ nach und nach an Bedeutung verlieren und standardisiert werden
  • Die Lakehouse-Adoptionsrate von 40 % in Lateinamerika gilt als wichtiger Frühindikator
  • Ende 2026 könnte die Debatte „Warehouse vs. Lakehouse“ als überholtes Thema gelten

5. Führung wird zum größten Engpass

  • 22 % der Data Engineers nennen fehlende Führung als Hauptproblem,
    • was fast dem Niveau von technischen Schulden (26 %) entspricht
  • Auch mangelhafte Anforderungen (18 %) treten hervor und spiegeln organisatorische Ineffizienz wider
  • Im Boom der AI-Einführung werden Selbstreflexion der Führung und Verbesserungen im Organisationsdesign zu zentralen Aufgaben
  • 2026 wird voraussichtlich die Menge an Inhalten und Weiterbildungen zu Data Leadership, Stakeholder-Management und Organisationsdesign zunehmen

Bonus-Trend: Das Verschwinden einiger Teams

  • 7 % der Teams erwarten einen Personalabbau, davon nennen 30 % fehlende Führung als Engpass
    • Das ist kein durch AI getriebener Effizienzgewinn, sondern ein Abbau aufgrund organisatorischer Defizite
  • 2026 könnten einige Datenteams aufgelöst, in Engineering-Abteilungen integriert oder ausgelagert werden
  • Nur Teams, die ihren geschäftlichen Wert nachweisen, werden überleben; reine technische Kompetenz allein ist auf Dauer nicht ausreichend

Fazit

  • Der Kern des Data Engineerings im Jahr 2026 ist nicht die Auswahl von Tools, sondern die organisatorische Umsetzungsfähigkeit
  • Fähigkeiten im Umgang mit AI, Strukturen für Datenmodellierung und die Qualität der Führung werden zu den Maßstäben für das Überleben
  • Mehr als technologischer Fortschritt werden organisatorische Reife und Kollaborationsstrukturen über Wettbewerbsvorteile entscheiden

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