12 Punkte von GN⁺ 2026-02-21 | 3 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Als ergonomische Alternative rücken Split-Tastaturen in den Fokus, bei denen die linke und rechte Hälfte getrennt sind, um das Abknicken der Handgelenke und die Spannung in den Schultern herkömmlicher Tastaturen zu verringern; es gibt Produkte in vielen Formen und Preisklassen
  • Von row-staggered Split-Tastaturen für Nutzer, die ihr bestehendes Muskelgedächtnis ohne Lernkurve beibehalten wollen, bis zu column-staggered Tastaturen für Nutzer, die echte Ergonomie möchten
  • Die Kombinationen aus Formfaktor und Funktionen sind äußerst vielfältig, etwa bei Tastenanzahl, Splay, 3D-Sculpt, Tenting, integrierten Trackballs/Touchpads sowie kabelgebundener oder kabelloser Nutzung
  • Zentral ist die Keymap-Anpassung auf Basis von QMK/ZMK-Firmware; mit erweiterten Funktionen wie Mod-Tap, Combos und Home-Row-Mods ist die vollständige Eingabe auch mit wenigen Tasten möglich
  • Von Premium-Produkten bis zu Open-Source-DIY gibt es Optionen für jedes Budget; 42-Key Corne oder Silakka54/Lily58/Sofle sind typische Einsteiger-Tastaturen

Warum eine Split-Tastatur verwenden?

  • Wenn die Tasten für links und rechts getrennt sind, liegen die Hände in einer natürlicheren Position; dadurch werden das von herkömmlichen Tastaturen erzwungene Abknicken der Handgelenke nach außen (ulnar deviation) und die Spannung in den Schultern reduziert
  • Es geht nicht darum, die Haltung auf magische Weise zu korrigieren, sondern die physischen Einschränkungen einer Standardtastatur zu beseitigen und so bei langer Arbeit eine bequemere Haltung zu fördern

Drei Tastaturtypen

  • Row-staggered: dieselbe versetzte Reihenanordnung wie bei herkömmlichen Tastaturen und daher für bestehende Nutzer vertraut
  • Column-staggered: an Spalten ausgerichtet, besser an die Anatomie der Finger angepasst und bei ergonomischen Split-Tastaturen am weitesten verbreitet
  • Ortholinear: gleichmäßiges Raster, optisch aufgeräumt, bei ergonomischen Split-Tastaturen jedoch relativ weniger beliebt
  • Die meisten Nutzer wechseln von row-staggered zu column-staggered; selbst wenn man parallel weiterhin herkömmliche Tastaturen nutzt, kann das Gehirn das Muskelgedächtnis gut trennen, sodass es nach der Eingewöhnung keine Probleme beim Wechsel gibt

Lernkurve: die Realität des Zeitaufwands

  • Das Umlernen des über Jahre oder Jahrzehnte aufgebauten Tipp-Muskelgedächtnisses ist unvermeidlich; mindestens 1–2 Wochen konzentriertes Üben sind nötig
  • Für stark tippintensive Berufe wie Softwareentwicklung erreicht man nach etwa einem Monat intensiver Nutzung ein produktives Niveau für die Arbeit
  • Nur Wörter in Kleinbuchstaben tippen zu können, ist erst die halbe Miete; zur vollständigen Eingewöhnung gehören auch Zahlen, Satzzeichen und Symbole, Textauswahl und -bearbeitung (Pfeiltasten + Shift) sowie anwendungsspezifische Shortcuts (Browser, Excel usw.)
  • Nicht jeder Nutzer braucht zwangsläufig eine steile Lernkurve; je nach gewähltem Weg kann man die Vorteile von Split-Tastaturen auch nutzen und dabei bestehende Gewohnheiten beibehalten

Auswahlpfade je nach verfügbarer Lernzeit

  • Pfad 1: "Ich will Split, habe aber keine Zeit zum Lernen"

    • Tastaturen, die das row-staggered Layout beibehalten und nur links und rechts trennen, sodass das bestehende Muskelgedächtnis erhalten bleibt und man zugleich die ergonomischen Vorteile der Handtrennung bekommt
    • Dazu gehören leicht geteilte Produkte wie Logitech ERGO K860 (ähnlich dem früheren Microsoft Sculpt) oder Keychron Q10(Alice Layout)
    • Vollständig unabhängige linke und rechte Hälften wie Kinesis Freestyle 2 oder UHK 60/80 ermöglichen flexibleres Positionieren, etwa auf Schulterbreite oder mit Tenting
    • Für "Power-User" ist das vielleicht nicht perfekt, für die meisten Nutzer aber völlig ausreichend; wenn erweiterte Funktionen wie Layer oder Combos benötigt werden, lassen sie sich per Software ergänzen, etwa mit Karabiner Elements (macOS), keyd (Linux) oder Kanata (plattformübergreifend)
  • Pfad 2: "Ich bin bereit zu lernen, um bessere Ergonomie zu bekommen"

    • Column-Stagger und mehrere Daumentasten (als Ersatz für die einzelne Leertaste) sind die Hauptgründe für den Umlernaufwand
    • Daumentasten delegieren häufige Aktionen an den Daumen und verringern so die Überlastung des kleinen Fingers, allerdings besteht auch beim Daumen das Risiko von Überlastungsverletzungen
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Zu berücksichtigende Funktionen

  • Anzahl der Tasten (Number of Keys)

    • Eine Standard-US-Tastatur hat 104 Tasten (Nicht-US 105), Split-Tastaturen variieren jedoch bis hin zu weniger als der Hälfte
    • Der Grund für weniger Tasten ist, die Finger möglichst nah an der Home Row zu halten und so die Handbewegung zu minimieren; der Kompromiss ist höhere Komplexität, da für eine Eingabe stattdessen mehrere Tasten gedrückt werden müssen
    • Konkrete Produktbeispiele:
      • Kinesis Advantage360: 76-Tasten-"maximalistische" Split-Tastatur, ohne F-Tasten, dafür mit 6-Tasten-Daumenclustern auf beiden Seiten
      • Lily58: 58-Tasten-"volle" Tastatur mit Zahlenreihe, äußerer Spalte und 4 Daumentasten
      • Corne: 42 Tasten (6x3+3), ohne Zahlenreihe, die beliebteste kompakte Split-Tastatur
      • Chocofi: 36 Tasten (5x3+3), ohne Zahlenreihe und äußere Spalten, sodass Shift, Tab, Anführungszeichen usw. in der Haupt-Layer nicht mit einer einzelnen Taste erreichbar sind
      • Sweep: 34 Tasten (5x3+2), das Mindestmaß, um mit nur 2 Daumentasten alle alphabetischen Tasten in der Haupt-Layer zu behalten
    • Es gibt auch noch kleinere Tastaturen; bei Layouts wie Hummingbird (30 Tasten) werden etwa Z/X/Q/J als Combo eingegeben, um Platz für andere Tasten zu schaffen
    • Für den Einstieg sind mehr Tasten vorteilhafter, und auf einer größeren Tastatur kann man kleinere Layouts ausprobieren
  • Geometrische Überlegungen (Geometric Considerations)

    • Neben dem Grad des Column Stagger kann man auch Splay wählen – eine Anordnung, bei der die Spalten nicht parallel, sondern angewinkelt sind
      • Tastaturen wie die Hillside 52 wenden Splay auf die äußeren 3 Spalten an
    • Es gibt auch 3D-Sculpted-Formen wie bei Glove80 oder Charybdis; wegen der komplexeren Herstellung sind sie teurer, die Kosten lassen sich aber durch eigenes Handwiring senken
      • Mit der Dactyl-Serie kann man seine eigene Sculpted-Tastatur entwerfen
    • In jüngerer Zeit sind Sculpted Keycaps wie KLP Lamé erschienen, die die Vorteile einer sculpted Form auch ohne spezielle Tastatur bieten
    • Unibody-/Monoblock-Tastaturen haben zwar ein Split-Layout, sind aber in einem einzigen Gehäuse verbunden, sodass die Position links und rechts immer fest ist und der Transport einfacher wird (praktisch etwa auf dem Sofa oder einem Flugzeugtablett)
    • Im Bereich extremer Ergonomie gibt es auch nicht tastaturförmige Eingabegeräte wie Svalboard (mit federleichten Paddles für jeden Finger, inspiriert von DataHand) oder Charachorder (Joystick-artige Schalter für jeden Finger, mit einer Philosophie nahe der Stenografie)
  • Tenting

    • Die Mitte der Tastatur wird leicht angehoben, um eine neutralere Pronation des Handgelenks zu erhalten
    • Der ideale Tenting-Winkel hängt von Nutzer und Tastatur ab; selbst beim gleichen Winkel fühlt sich eine breite Tastatur mit vielen Tasten anders an als eine kleine
    • Kleiner Winkel: Klappfüße oder Riser eines faltbaren Laptop-Ständers reichen aus
    • Mittlerer Winkel: Mit einem aufklebbaren Magsafe-Ring + Smartphone-Ständer lässt sich die Verstellbarkeit erhöhen, außerdem gibt es günstige 3D-gedruckte Optionen
    • Extremer Winkel: Kugelgelenk-Klemmen aus dem Kamerabereich werden am Schreibtisch oder Stuhl befestigt
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  • Pointing Devices und Encoder

    • In Custom-Tastaturen lassen sich Touchpad, Trackball, TrackPoint usw. integrieren, um die Handbewegung für die Mausbenutzung zu minimieren oder ganz zu vermeiden
      • Toucan 42/36: mit integriertem Cirque-40mm-Glide-Touchpad
      • Charybdis: mit integriertem Daumen-Trackball
      • cocot46plus: mit Finger-Trackball und Encoder
      • TPS42: mit integriertem TrackPoint
    • Mit Encodern lassen sich Lautstärke, Scrollen usw. per Firmware steuern
    • Mit der Funktion Mouse Keys lässt sich auch Mausbewegung über die Tastatur emulieren, funktional ist das jedoch eingeschränkt
  • Kabelgebunden vs. kabellos

    • Historisch waren Split-Tastaturen wegen QMK und dessen technischen und lizenzbezogenen Einschränkungen nur kabelgebunden möglich; dank der 2020 gestarteten Bluetooth-First-Alternative ZMK bieten heute jedoch viele Tastaturen sowohl kabelgebundenen als auch kabellosen Betrieb
    • Besonderheit beim Batteriemanagement vollständig kabelloser Split-Tastaturen: Die zentrale Hälfte muss sowohl mit dem Host-Computer als auch mit der Peripherie-Hälfte kommunizieren, weshalb sich ihr Akku deutlich schneller entlädt
      • Mit nice!nano + 110-mAh-Akku werden für die zentrale Hälfte etwa 2 Wochen, für die Peripherie-Hälfte etwa 3 Monate geschätzt
    • Mit einem ZMK-Dongle können beide Hälften als Peripheriegeräte arbeiten und so die Akkulaufzeit maximieren, allerdings mit einigen Einschränkungen
    • Unternehmen wie ZSA bevorzugen weiterhin Kabel; bei fester Nutzung am Schreibtisch ist kabelgebunden daher sinnvoll
  • High-Profile- vs. Low-Profile-Switches

    • Low-Profile-mechanische Switches sind vergleichsweise neu und verringern die Höhe der Tastatur, wodurch die Notwendigkeit für Handgelenk- oder Palmrests sinkt
    • Derzeit bieten High-Profile-Switches (MX) mehr Auswahl und sind in Haptik und Klang im Allgemeinen besser
    • Bei Low-Profile sind Keycaps schwer zu bekommen, insbesondere für Choc v2, doch mit zunehmender Verbreitung dürfte sich das verbessern
    • Dank Hot-Swap-Sockets können Switches ohne Löten ausgetauscht werden; Boards wie cheapino bieten zur Kostensenkung auch Direktlöt-Optionen
    • Durch Layer und Multifunktionstasten sinkt der Nutzen von Beschriftungen (Legends), weshalb blanke Keycaps üblich sind
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Anpassung der Tastenbelegung

  • Der Kern einer Split-Tastatur ist die individuelle Anpassung der Keymap an die eigenen Bedürfnisse; mit VIA/Vial für QMK oder ZMK Studio für ZMK lässt sie sich per GUI bearbeiten
  • Grundlegende Programmierfunktionen:
    • Mod-Tap: beim Tippen eine Taste, beim langen Drücken eine andere Funktion (z. B. CAPSLOCK → beim Tippen ESC, beim Halten CTRL)
    • Combos: gleichzeitiges Drücken von zwei Tasten erzeugt eine andere Taste (z. B. J+K → ESC)
  • Erweiterte Funktionen:
    • One Shot Keys: Modifier-Taste drücken und ohne Halten mit der nächsten Taste kombinieren
    • Home Row Mods: doppelte Belegung der Home-Row-Tasten (ASDF + JKL;) mit Modifier-Funktionen (SHIFT, CTRL, ALT, GUI)
    • Callum Style Mods: kombiniert Home-Row-Mods und One-Shot-Keys, um Timing-Abhängigkeiten zu beseitigen
  • Als Ressource für das Keymap-Design gibt es KeymapDB; bei 36-Tasten-Tastaturen ist die Miryoku-Keymap ein guter Ausgangspunkt

Nicht-QWERTY-Layouts

  • Alternative Layouts wie Dvorak oder Colemak sind eine Option, da QWERTY nicht unter ergonomischen Gesichtspunkten entwickelt wurde, erfordern aber erheblich zusätzliche Lernzeit
  • In den meisten Fällen reichen die Vorteile von Column Stagger und Split-Tastatur bereits aus
  • Bei der Wahl eines Layouts kann man verschiedene Kennzahlen vergleichen, etwa SFBs (same-finger bigrams), LSBs (lateral stretch bigrams), scissors, redirects und rolls; hilfreiche Ressourcen sind layouts.wiki und r/KeyboardLayouts

So wählt man eine Tastatur aus

  • Die erste Frage: Unter Berücksichtigung von Zahlenreihe, Pfeiltasten, Home/End usw. die benötigte Anzahl an Tasten festlegen → je mehr Tasten, desto flacher die Lernkurve
  • Steht die Tastenanzahl fest, folgt die Wahl des Formfaktors; neben YouTube-Reviews kann man auch Web-Tools nutzen
    • YAL Tools: durchsuchbare Sammlung ergonomischer Tastaturen
    • SplitKB Compare: Web-App zum Vergleich der physischen Größe wichtiger Tastaturen
  • Das Ausmaß des Column Stagger macht keinen großen Unterschied (außer bei der Spalte des kleinen Fingers), aber der Daumen-Cluster fällt deutlich unangenehmer auf, wenn seine Position zu stark angewinkelt oder gestreckt ist
  • Mit Prototyping geringer Genauigkeit lässt sich der Formfaktor testen: Handposition per Papierausdruck prüfen, Schalter in aus Pappe ausgeschnittene Templates einsetzen oder mit Hand-Wiring sogar einen tatsächlich nutzbaren Prototyp bauen

Kaufen vs. DIY

  • Kaufoptionen

    • Bei großem Budget: Kinesis, ZSA, Dygma usw. bieten spezialisierte Premium-Produkte mit Closed Source und Support; dazu kommen Boutique-Optionen wie MoErgo und Bastard Keyboards
      • Sie werden mit eigener Custom-Software programmiert und sind meist einfacher zu nutzen als Open-Source-Varianten
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    • Mittleres Budget: Viele Shops wie beekeeb, holykeebs und splitkb bieten fertig montierte Modelle und lötpflichtige Kits zu vernünftigeren Preisen an
      • Meist basieren sie auf Open-Source-Designs oder deren Abwandlungen
    • Kleines Budget: Günstige Optionen gibt es auf Amazon und Aliexpress; die Verarbeitung ist etwa bei 3D-gedruckten Gehäusen oft weniger ausgefeilt, funktional sind sie aber nutzbar
      • Günstige Tastaturen bergen Sicherheitsrisiken; wenn möglich, sollte die Firmware neu geflasht werden, um das Risiko bösartiger Funktionen zu entfernen
  • DIY-Optionen

    • Viele Tastaturdesigns sind als Open Source veröffentlicht, sodass sich Gerber-Dateien bei PCBWay oder JLCPCB fertigen lassen
    • Rein kostenseitig ist der Kauf über Amazon/Aliexpress oft günstiger, wenn man PCB, Schalter, Dioden, Mikrocontroller, Verbindungsteile und Lötwerkzeug zusammenrechnet
    • Wer bereits Lötwerkzeug hat, für den ist ein 3D-gedrucktes Gehäuse plus Hand-Wiring die günstigste und flexibelste Option; bei sauberem Löten gibt es funktional keinen Unterschied zu einem PCB

Liste beliebter Tastaturen (Stand: Februar 2026)

Modell Budget Tastenanzahl Open Source
Kinesis Advantage2/360 $$$ 80 / 76 no
ZSA Moonlander / Voyager $$$ 76 / 52 no
Dygma Defy $$$ 70 no
Glove80 / Go60 $$$ 80 / 60 no
Dactyl / Charybdis $$$ 58 / 42 / 36 yes
Keyball $$$ 61 / 44 / 39 yes
Elora / Kyria $$ 62 / 50 no
Sofle / Lily58 $$ 58 yes
Totem $$ 38 yes
Silakka54 $ 54 yes
Corne $ 36 / 42 yes
Sweep $ 34 yes
  • Open-Source-Produkte lassen sich anhand der Design-Dateien selbst bauen; nach dem Kauf verschiedener Varianten etwa über Aliexpress kann man für Premium-Funktionen wie Wireless, Low-Profile oder robuste Gehäuse auch zu einem anderen Anbieter upgraden
  • Typische Einstiegsempfehlung: Wer wenige Tasten bevorzugt, nimmt ein 42-Tasten-Corne; wer mehr Tasten möchte, Silakka54/Lily58/Sofle → je nach Workflow-Vorlieben wechselt man später zu einer anderen Tastatur oder behält sie als Daily Driver

Selbst entwerfen

  • Wenn unter bestehenden Produkten nichts Passendes dabei ist, kann man mit Tools wie Ergogen oder kle-ng ein Layout entwerfen und das PCB anschließend mit Kicad fertigstellen
  • Für eine vollständig an die eigene Handform angepasste Lösung kann man mit Cosmos eine skulptierte Tastatur erzeugen und sie per Hand-Wiring bauen
  • Ein Vorteil von Open Source ist, dass sich bestehende Design-Dateien auf GitHub als Referenz nutzen oder direkt anpassen lassen

3 Kommentare

 
winterjung 2026-02-23

Ich erinnere mich, dass vor einigen Jahren ein heimischer Entwickler ein Crowdfunding-Projekt für eine Split-Tastatur namens Munrim Keyboard gestartet hatte, das ich unterstützt habe, das aber leider gescheitert ist.

 
guarder 2026-02-23

Ich hatte damals auch Moontlim unterstützt, und ich frage mich, ob es dem Entwickler inzwischen gut geht.

 
GN⁺ 2026-02-21
Hacker-News-Kommentare
  • Jedes Mal, wenn über Split-Keyboards gesprochen wird, kommt Ulnardeviation zur Sprache, aber selbst auf einer normalen Tastatur knicke ich meine Handgelenke nicht so stark ab
    Diese Abbildung ist selbst als überzeichnetes Beispiel fragwürdig; in der Praxis verdrehen sich die Handgelenke nicht, wenn man die Hände natürlich vor der Brust hält
    Man muss die Hände nicht absichtlich zusammenführen, sondern kann sie so halten wie beim Lesen eines Buchs oder Schreiben mit einem Stift

    • Ich war überrascht, wie viele Leute tatsächlich Z mit dem kleinen Finger, X mit dem Ringfinger und C mit dem Mittelfinger tippen
      So eine Gewohnheit belastet das Handgelenk. Für mich ist es natürlicher, Z mit dem Ringfinger, X mit dem Mittelfinger und C und V mit dem Zeigefinger zu tippen
      Die Behauptung von Ortholinear-Fans, dass sich Finger geradlinig bewegen, finde ich schwer nachvollziehbar. Wenn man die Finger streckt, sind die Abstände zwischen ihnen unterschiedlich
    • Ich nutze seit 25 Jahren Split-Keyboards und verwende aktuell ein Redox (mit vertikaler Spaltenanordnung)
      Angefangen habe ich damit wegen Sehnenentzündung (tendinitis). Ich spüre einen Effekt, auch wenn die wissenschaftliche Evidenz nicht eindeutig ist
      Die problematische Abbildung ist viel zu übertrieben. Selbst bei einer normalen Tastatur knickt man die Hände nicht vollständig ab
      Viel mehr bringt Tenting (eine Bauweise, bei der die Mitte der Tastatur angehoben ist).
      Außerdem hat es sehr geholfen, die Position der mit dem Daumen gedrückten Tasten anzupassen, damit sich die Finger weniger strecken müssen
    • Für Leute wie mich mit langen Armen und schlechter Sehkraft, die den Monitor näher heranstellen, knicken die Handgelenke zwangsläufig nach innen
      Deshalb nutze ich eine Kinesis Freestyle, damit ich die Hände weiter auseinander platzieren kann
    • Die meisten Tipp-Guides betonen, dass man die Home-Position beibehalten soll, aber ich glaube, genau das ist eher die Ursache für Schmerzen
    • Viele QWERTY-Guides erzwingen eine nach links geneigte Spaltenanordnung
      Deshalb empfehle ich den Angle mod aus der Colemak-Community
      Statt das Handgelenk zu verdrehen, verschiebt man die Tasten passend zur Hand und behält so einen natürlichen Winkel bei
  • Ich denke, der größte Vorteil von Split-Keyboards ist die zusätzlichen Tasten nur für den Daumen
    Statt einer herkömmlichen großen Leertaste kann man mehrere Funktionen mit den Daumen bedienen
    Besonders nützlich ist das für Leute, die wie Vim-Nutzer komplexe Shortcuts mögen

    • Ich habe die Leertaste durch vier Tasten ersetzt und nutze sie für tab, esc, space und backspace
      Mein Layout kann man sich auch ansehen
    • Manche finden allerdings, dass einige Modelle zu viele Daumentasten haben
      Weil der Daumen einen anderen Winkel hat, ist es schwer, ihn weit zu bewegen; ich halte 2 bis 3 Tasten für angemessen
    • Am liebsten mag ich den Daumen-Cluster des Kinesis Adv 360
      Wenn ich wieder auf eine normale Tastatur umsteige, vermisse ich genau das am meisten
    • Ich vermisse den Daumen-Cluster meines früheren Maltron-Keyboards
      Im Moment scheint Dygma Defy diesen Teil am besten umzusetzen
    • Split-Keyboards helfen dabei, die Hände auf der Home-Position zu halten, was die Genauigkeit erhöht
      Eigentlich glaube ich, dass man einen ähnlichen Effekt erzielen könnte, wenn man auch einer nicht geteilten Tastatur nur Daumentasten hinzufügt
  • Ich habe früher eine Split-Keyboard-Galerie erstellt
    Aktuelle Modelle fehlen zwar, aber sie zeigt, dass Split-Keyboards nicht zwingend nur minimalistische Formen haben müssen
    Ich benutze seit 6 Jahren ein ErgoDash und habe je eins zu Hause und im Büro
    Wenn ich jetzt kaufen würde, würde ich wohl ein Kinesis Advantage360 in Betracht ziehen

  • Eigentlich kann man sogar zwei normale Tastaturen wie ein Split-Keyboard verwenden
    Man legt einfach die linke Hand auf die linke Tastatur und die rechte Hand auf die rechte
    Unter Windows oder Linux funktioniert das gut, aber unter macOS ist es unpraktisch, weil sich Modifier-Tasten nicht teilen lassen

    • Auf dem Mac habe ich mit Karabiner-elements eingerichtet, dass sich Modifier-Tasten teilen lassen
      Das ist viel günstiger, als ein Split-Keyboard zu kaufen
    • Wenn die beiden Tastaturen aber zu weit auseinanderstehen, ist es unpraktisch, also nicht ganz wie ein echtes Split-Keyboard
    • Trotzdem wäre es vermutlich lustig zu sehen, wie Leute auf das Tippen auf zwei Tastaturen reagieren
      Das fühlt sich an wie die umgekehrte Version von diesem Video
  • Kinesis oder symmetrische Tastaturen können für andere Sprachen als Englisch unpraktisch sein
    Russisch hat zum Beispiel 33 Buchstaben und braucht daher mehr Tasten
    Deshalb bevorzuge ich traditionellere Split-Keyboards wie UHK(https://uhk.io/)
    Ich finde nicht, dass man Dvorak unbedingt lernen muss; bei QWERTY reicht das 80/20-Prinzip aus
    Holz-Palmrests sind Pflicht, der UHK Riser ist überflüssig
    Wenn man mehrere Betriebssysteme nutzt, ist es praktisch, die Position von Ctrl und Command zu vereinheitlichen

    • Ich bin als Teenager auf Dvorak umgestiegen und bin bis heute zufrieden damit
      Meinem Kind werde ich standardmäßig eher Dvorak als QWERTY beibringen
    • Dvoraks Vorteil ist nicht die Geschwindigkeit, sondern der Komfort. Heute sind auch Colemak oder Neo2 gut
    • Ich bin Russisch-Nutzer und verwende seit über 5 Jahren ein Ergodox
      Mein Layout kann man sich ansehen
    • Ich tippe Devanagari-Schrift auf einer 30%-Ortho-Tastatur
      Dafür nutze ich zusätzliche Layer mit QMK, und es ist nicht so schwierig, wie man denken könnte
    • Auch ein ortholineares Layout hat Vorteile
      Vor allem beim Tippen von z, x und c ist es angenehmer als auf einer Standardtastatur, und auch die Anordnung mit 10 Tasten in der Home-Row gefällt mir
  • Ich nutze ein Glove 80, und diese Tastatur hat sowohl meine Tippgeschwindigkeit als auch den Komfort deutlich verbessert
    Besonders gut finde ich, dass sie einen dazu zwingt, die Finger korrekt zu benutzen

    • Ich habe mir auch ein Glove 80 gekauft und wechsle, wenn ich ohnehin neu lerne, gleich auf das Canary-Layout
      Die vielen Daumentasten will ich aktiv für Emacs- oder Window-Manager-Shortcuts nutzen
    • Das Glove80 ist wirklich gut, aber teuer
      Ich habe die Version mit Low-Force-Switches gekauft, aber sie sind so leicht, dass ich mehr Tippfehler mache
      Deshalb nutze ich zum Programmieren immer noch die Laptop-Tastatur
    • Ich habe vor Kurzem auch das Go60 derselben Firma gekauft, und es macht Spaß, weil es sich anfühlt, als würde ich Tippen noch einmal neu lernen
  • Ich nutze täglich ein Keyboardio Model 100
    Produktlink
    Auf Reisen nutze ich eine Atreus- oder Preonic-Variante
    Keyboardio ist eine Firma, die direkt von einem Programmierer-Ehepaar gegründet wurde, das selbst unter RSI litt
    Mir gefällt die durchdachte Konstruktion mit Funktionstasten unter den Daumen, Ethernet-Kabel-Verbindung und Ständern mit Stativgewinde
    Früher gab es bei meinem Model 01 einen defekten Switch, und der Gründer Jesse hat mir persönlich Ersatz-Switches und einen handgeschriebenen Brief geschickt
    Sowohl Hardware als auch Firmware sind Open Source

    • Für mich ist das Keyboardio Model 100 ebenfalls der Favorit
      Besonders die Palm Keys sind sehr ergonomisch
      Auch die gewölbten Tastenkappen passen gut zur Hand
  • Ich suche nach einem Split-Keyboard mit doppelten Tasten in der mittleren Spalte (B/N, G/H usw.), kenne aber den passenden Suchbegriff nicht
    Beim Alice-Layout habe ich zwei B-Tasten gesehen, aber keine anderen doppelten Tasten

    • So ein Layout habe ich fast nie gesehen
      Die zusätzliche B-Taste bei Alice dient vermutlich einfach der symmetrischen Gestaltung
  • Schade, dass das Kinesis Advantage 360 nicht erwähnt wurde
    Ich hatte Glück und habe dank des Ergonomie-Zentrums meiner Firma und eines Kollegen zwei Exemplare kostenlos bekommen
    Ich habe viele Tastaturen ausprobiert, bin jetzt aber mit dieser zufrieden

    • Danke. Es wurde nur die Kinesis Freestyle erwähnt, aber auch die Advantage ist es wert, ergänzt zu werden
      Deshalb habe ich sie in die Liste aufgenommen