Aktuelle AI-Suchen (Gemini, ChatGPT, Perplexity usw.) generieren Antworten auf Basis von Webinhalten, haben dabei aber einen fatalen blinden Fleck: Sie prüfen nur, ob etwas „existiert“, nicht aber dessen Vertrauenswürdigkeit oder Unabhängigkeit.
Wenn ein Unternehmen auf seiner eigenen Website eine Liste wie „Die besten ○○-Unternehmen 2026“ erstellt und sich selbst auf Platz 1 setzt und diese Seite dann weit oben in den Suchergebnissen erscheint, verwechselt die AI das mit einer „Branchenquelle“ und sagt Nutzern selbstsicher: „○○ ist das beste Unternehmen.“ Der Autor nennt das GEO Spam (Spam, der AI-generierte Antworten manipulieren soll).
Warum das viel gefährlicher ist als traditioneller Such-Spam
- AI-Antworten zeigen nur ein einzelnes Fazit statt einer Linkliste
- Nutzer haben gar keine Gelegenheit, die Quellen selbst zu prüfen und zu bewerten
- Die Glaubwürdigkeit der Plattformen (Google, OpenAI) wird direkt auf eigene Werbeinhalte übertragen
Wichtige Manipulationstechniken
- Selbstreferenzielle Listicles ("Best of"-Seiten, auf denen man sich selbst auf Platz 1 setzt)
- Gefälschte Unterstützung durch Dritte ("Experten sind sich einig", wobei Mitarbeitende des Unternehmens zitiert werden)
- Für AI-Prompts optimierte Satzstrukturen
- Kostenpflichtige Zitatdienste mit garantierter AI-Sichtbarkeit
Ergebnis der DEJAN-Studie: Gemini verwendet pro Antwort ein Grounding-Budget von rund 2.000 Wörtern, wobei das Ergebnis auf Platz 1 28 % und Platz 5 13 % ausmacht → Organisches Ranking + manipulierte Inhalte = Kontrolle über AI-Antworten möglich
Erwartete Reaktion der Plattformen (Prognose des Autors)
- Skeptisches Fine-Tuning direkt im Modell (am wirkungsvollsten, aber langsam)
- Erkennung über separate Klassifikatoren (am schnellsten ausrollbar)
- Filterung in der Grounding-Phase
- Verifikation nach der Generierung
Bei Google werden Tests innerhalb von 6 Monaten und ein Live-Einsatz innerhalb eines Jahres erwartet.
Ehrliches Geständnis
Der Autor selbst hat ebenfalls eine Seite mit der Liste „AI SEO-Agenturen, die man 2026 im Blick haben sollte“ erstellt, auf der DEJAN auf Platz 1 steht, und diese selbst als GEO-Spam-Beispiel eingereicht.
Der Kern der Botschaft: Im Moment machen es alle, aber bald wird Regulierung kommen, daher sollten vorab Standards gesetzt werden.
Die Kernaussage in einem Satz
„Was AI glaubt, ist nicht die Quelle, sondern schlicht die Tatsache, dass es irgendwo geschrieben steht.“
→ GEO-Spam, das genau diesen blinden Fleck ausnutzt, nimmt derzeit stark zu, und schon bald dürfte eine groß angelegte Säuberung beginnen.
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