- Die von Nintendo, Sega und Namco gemeinsam entwickelte GameCube-basierte Arcade-Plattform „Triforce“ wird nun in Dolphin vollständig emuliert
- Auf Basis von Triforce entstanden zahlreiche Sport-, Karten- und Netzwerkspiele wie F-Zero AX, Mario Kart Arcade GP, Virtua Striker 3·4
- Besonders The Key of Avalon war ein Netzwerkspiel mit Touchscreen und Kartenkämpfen, das fünf Triforce-Einheiten verband und damals zu den teuersten Arcade-Systemen gehörte
- Statt des früheren unvollständigen Branches hat das Dolphin-Team den eigenständigen Fork von crediar integriert und bildet die Triforce-Hardware nun in offiziellen Builds nach
- Die neue Version unterstützt arcadetypische Funktionen wie Segaboot, JVS I/O, Kartenspeicherung und Multi-Cabinet-Netzwerke und läuft auch auf Android
- Diese Integration ist ein wichtiger Wendepunkt, der den Umfang von Dolphin als auf Bewahrung ausgerichteten Emulator für GameCube, Wii und Triforce erweitert
Entstehung und Hintergrund von Triforce
- Anfang der 2000er, als Sega unter der Flaute des Arcade-Markts litt, entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit Nintendo und Namco das GameCube-basierte Arcade-System Triforce
- Kombination aus Segas Technologie der NAOMI-Reihe und der GameCube-Hardware
- Für Arcade-Einsätze ausgelegt mit Aluminiumgehäuse, VGA-Ausgang und JVS-I/O-Ports
- Im Inneren bestand das System aus GameCube-Mainboard + AM-Baseboard + AM-Mediaboard
- Das Baseboard war für I/O-Umwandlung und Videoausgabe zuständig
- Das Mediaboard übernahm Speicherung und Übertragung von Spieldaten sowie Netzwerkfunktionen
- Beim Booten wurden ein modifiziertes GameCube-IPL und Segaboot verwendet, die ein Servicemenü und Testfunktionen bereitstellten
Speichermedien und I/O-Struktur
- Für die Robustheit im Arcade-Betrieb kam entweder GD-ROM + DIMM-RAM oder ein 512-MB-NAND-Modul zum Einsatz
- GD-ROM nutzte Technik der Sega Dreamcast weiter und blieb nach dem initialen Laden im RAM resident
- Namco setzte auf NAND-Module, damit Daten auch bei Stromausfall erhalten blieben
- Über den JVS-I/O-Standard (Typ 1·Typ 3) konnten verschiedenste Geräte wie Joysticks, Pedale und Kartenleser angeschlossen werden
- Spieler speicherten ihren Fortschritt auf Magnetkarten (magcard) oder IC-Karten und konnten auf anderen Geräten weiterspielen
Wichtige Spiele und ihre Merkmale
- Mario Kart Arcade GP 1·2 (Namco)
- Basierend auf der Double Dash!!-Engine, mit Unterstützung für Magcard-Speicherung und Kamerafunktion
- Mit über 100 Items sowie einem System zum Sammeln von Münzen und für Upgrades
- F-Zero AX (Sega Amusement Vision)
- Mit GX verknüpfte Arcade-Version mit Unterstützung für Force-Feedback-Lenkrad und Sitzvibration
- 6 Strecken, Speicherung per Memory Card oder Magcard sowie einstellbarer Schwierigkeitsgrad und Renndauer
- Viele Sport-, Karten- und Netzwerkspiele wie Virtua Striker 3·4, Gekitou Pro Yakyuu und The Key of Avalon
- Avalon verband fünf Triforce-Einheiten zu einem Netzwerkspiel mit Touchscreen und Kartenkämpfen und war damals eines der teuersten Arcade-Systeme
Rückkehr der Triforce-Emulation in Dolphin
- Der inoffizielle Triforce-Branch aus den frühen 2010er-Jahren wurde wegen seiner nur auf Hacks basierenden Umsetzung eingestellt
- Danach pflegte der Entwickler crediar einen eigenständigen Fork und verbesserte dessen Reifegrad; 2025 folgte in Zusammenarbeit mit dem Dolphin-Team die offizielle Integration (PR)
- Nach Code-Review, Verbesserungen der Speicherstabilität und UI-Integration besteht offizielle Unterstützung ab Dolphin 2512-395
- Alle Screenshots zeigen echte Triforce-Spiele, die in Dolphin ausgeführt wurden
Einrichtung und Funktionen
- Beim Laden von Triforce-Spielen aktiviert Dolphin automatisch das Baseboard-Gerät (SP1)
- Coin-, Service- und Test-Tasten müssen zugewiesen werden
- Wird die Segaboot-Datei (
segaboot.gcm) hinzugefügt, ist der Zugriff auf das Servicemenü möglich
- Für die Netzwerkgeräte mancher Spiele (namcam2, Cycraft) wird per IP Redirect die Verbindung zu lokalen Servern unterstützt
- Auch die Android-Version kann Triforce ausführen; dort ist Gerät schütteln = Münze einwerfen konfiguriert
- Derzeit werden NetPlay, TAS und benutzerdefinierte Hardware-Konfigurationen noch nicht unterstützt, Verbesserungen sind jedoch geplant
Multi-Cabinet- und Netzwerkspiel
- Die Multi-Cabinet-Verbindung von Mario Kart Arcade GP 1·2 wurde in Dolphin umgesetzt
- Über LAN-Verbindungen zwischen mehreren Instanzen sind Rennen mit bis zu 4 Spielern möglich
- F-Zero AX ist wegen fehlender Netzwerkpaket-Dokumentation noch unvollständig
- The Key of Avalon ist mangels Touchscreen-Unterstützung derzeit noch nicht spielbar
Roadmap
- Geplant sind Funktionen für Karten einlegen und wechseln, benutzerdefinierte Cabinet-Konfigurationen, Touchscreen- und Force-Feedback-Unterstützung,
NetPlay- und TAS-Integration sowie integrierte Emulation für Cycraft und namcam2
- Bestimmte Revisionen einiger Spiele bleiben zwar noch instabil, sollen aber kontinuierlich verbessert werden
Fazit
- Dolphin hat sich nun zu einem integrierten Emulator entwickelt, der GameCube, Wii und Triforce vollständig unterstützt
- Das durch die Zusammenarbeit von Sega, Namco und Nintendo entstandene Arcade-Erbe wurde in bewahrbarer Form wiederhergestellt
- Das Entwicklerteam testet mit einem nachgebauten echten F-Zero-AX-Cabinet; der Stand ist bereits hoch genug, um auch für Hobby-Arcade-Projekte nutzbar zu sein
- Es wird als „Wiederauferstehung nach Jahrzehnten“ bezeichnet, mit dem Ziel, durch künftige Updates ein vollständiges Arcade-Erlebnis nachzubilden
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