31 Punkte von davespark 2026-02-11 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Studienüberblick

  • Forschende der UC Berkeley beobachteten von April bis Dezember 2025 acht Monate lang 200 Beschäftigte in Technologieunternehmen
  • Ergebnis: Nach der Einführung von AI wurde die Arbeit nicht weniger, sondern eher intensiviert und ausgeweitet
  • Veröffentlicht in der Harvard Business Review im Februar 2026

Drei zentrale Muster, wie AI Arbeit intensiviert

  • Ausweitung des Aufgabenbereichs
    • AI schließt Wissenslücken → dadurch greifen Beschäftigte auch in Bereiche außerhalb ihrer eigentlichen Rolle ein (PMs schreiben Code, Designer programmieren usw.)
    • Aus kleinen Experimenten wird zusätzliche Arbeit, für die früher weiteres Personal nötig gewesen wäre und die nun von Einzelnen aufgefangen wird
    • Ingenieurinnen und Ingenieure verbringen mehr Zeit mit AI-Code-Review, Korrekturen, Slack-Coaching und dem Fertigstellen unvollständiger PRs
  • Erosion zeitlicher Grenzen
    • Geringere Reibung beim Arbeitsbeginn → selbst in der Mittagspause, während Meetings oder beim Laden von Dateien werden noch „kleine Aufgaben“ eingeschoben
    • Kurz vor Feierabend noch ein „letzter Prompt“, danach und früh am Morgen werden AI-Unterhaltungen fortgesetzt
    • Die Grenze zwischen Arbeit und Leben verschwimmt (es wirkt leicht wie ein Chat, verringert aber tatsächlich die Erholung)
  • Explosion des Multitaskings
    • Mit AI lassen sich mehrere Aufgaben gleichzeitig vorantreiben (während des Codens AI-Alternativen erzeugen, mehrere Agenten parallel laufen lassen usw.)
    • Auch aufgeschobene Aufgaben lassen sich leicht wiederbeleben → die Zahl offener Aufgaben steigt
    • Belastung durch Aufmerksamkeitswechsel und das Prüfen von Ergebnissen ↑ → stärkere kognitive Ermüdung

Freiwillige Einführung ist gerade das Problem

  • Die beschriebenen Phänomene traten nicht durch Unternehmenszwang auf, sondern durch die freiwillige Entscheidung der Mitarbeitenden
  • „Ich dachte, wenn die Produktivität steigt, würde ich weniger arbeiten, aber stattdessen arbeite ich mehr.“ (Aussage eines Mitarbeitenden)
  • Simon Willison: „Wenn ich LLMs nutze, arbeite ich gleichzeitig an 2~3 Projekten → nach 1–2 Stunden ist die Energie für den Tag aufgebraucht“

Das Paradox der Produktivitätssteigerung (verwandte Studien)

  • METR: Bei erfahrenen Entwicklerinnen und Entwicklern stieg die tatsächliche Arbeitszeit um 19 %, subjektiv fühlten sie sich aber um 20 % schneller
  • NBER: In Unternehmen mit AI-Einsatz lag die Produktivitätssteigerung bei nur 3 %, Arbeitszeit und Einkommen änderten sich kaum
  • Langfristiges Risiko: kognitive Ermüdung → Burnout → schlechtere Entscheidungen → sinkende Qualität → höhere Fluktuation

Vorschläge und Fazit

  • Auf Organisationsebene braucht es eine „AI practice“: Regeln dafür, wann, wie und wann nicht AI eingesetzt wird
  • Beispiel: „Entscheidungspause“ vor wichtigen Entscheidungen (Gegenargumente einfordern, Abgleich mit den Zielen prüfen usw.)
  • Die Kernfrage lautet: „Nicht AI verändert die Arbeit, sondern entscheidend ist, wie wir diesen Wandel gestalten

Die zentrale Botschaft: AI macht Arbeit einfacher, ist aber zugleich ein Werkzeug, das schwerer zu stoppen ist.

https://aisparkup.com/posts/9161

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