- Im Parlament des Bundesstaats New York wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der Warnhinweise für von KI erzeugte Nachrichteninhalte und eine menschliche Prüfung vorschreibt
- Der Gesetzentwurf trägt den Namen „NY FAIR News Act (New York Fundamental Artificial Intelligence Requirements in News Act)“ und soll Transparenz in der Nachrichtenbranche sowie den Schutz des Journalismus stärken
- Zu den wichtigsten Bestimmungen gehören Offenlegung des KI-Einsatzes, redaktionelle Prüfung und Schutzvorkehrungen für vertrauliche Informationen
- Der Entwurf weist auf die Gefahr von Falschinformationen und Plagiaten in KI-generierten Inhalten hin und enthält zudem Arbeitnehmerschutzklauseln wie das Verbot von Entlassungen oder Lohnkürzungen bei Medienbeschäftigten
- Große Mediengewerkschaften wie WGA-East, SAG-AFTRA, DGA und NewsGuild of New York unterstützen den Entwurf; er gilt als Reaktion auf Vertrauensverluste und Bedrohungen für Arbeitsplätze durch die Einführung von KI
Überblick über den NY FAIR News Act
- Der von der Senatorin Patricia Fahy und der Abgeordneten Nily Rozic gemeinsam eingebrachte NY FAIR News Act verlangt von Nachrichtenorganisationen, KI-generierte Inhalte klar zu kennzeichnen
- Für „Inhalte, die im Wesentlichen unter Einsatz generativer künstlicher Intelligenz erstellt wurden“, muss ein Warnhinweis (Disclaimer) angebracht werden
- Dies gilt nicht nur für Artikel, sondern für alle Formen von Nachrichteninhalten, darunter Audio, Bilder und visuelle Materialien
- Alle KI-generierten Inhalte müssen vorab von menschlichen Beschäftigten mit redaktioneller Kontrolle geprüft werden
- Auch innerhalb von Redaktionen muss ob und wie KI eingesetzt wird gegenüber Mitarbeitenden wie Journalistinnen und Journalisten offengelegt werden
Zentrale Regulierungspunkte des Gesetzentwurfs
- Er enthält zahlreiche Regelungen zur Stärkung der KI-Transparenz
- Nachrichtenorganisationen müssen Schutzvorkehrungen für vertrauliche Informationen, insbesondere zu Quellen, einrichten, auf die KI zugreifen könnte
- Enthalten ist auch eine Ausnahmeklausel zum Urheberrechtsschutz: Fälle, in denen nach dem Urheberrecht eine menschliche Urheberschaft anerkannt wird, sind ausgenommen
- Der Entwurf benennt ausdrücklich Probleme bei der Verlässlichkeit von KI-Erzeugnissen
- Die Gesetzgeber führen an, dass KI-Inhalte „falsch oder irreführend sein können“ und die Möglichkeit von „unzulässiger Übernahme von Zitaten oder Plagiaten“ besteht
Reaktionen aus Medienbranche und Gewerkschaften
- Der Entwurf erhält breite Unterstützung von wichtigen Gewerkschaften der Medienbranche
- Beteiligt sind unter anderem WGA-East, SAG-AFTRA, DGA und NewsGuild of New York
- Die NewsGuild-Sprecherin Jennifer Sheehan bestätigte, dass die Gewerkschaft über die Auswirkungen der KI-Einführung und den Schutz von Arbeitsplätzen diskutiert
- Die NewsGuild startete im Dezember 2025 die Kampagne „News Not Slop“, die Schutzvorkehrungen für den KI-Einsatz in Redaktionen fordert
- In New York City veranstaltete die Gewerkschaft von Business Insider eine Kundgebung gegen Artikel, die mit einer KI-Byline veröffentlicht wurden
Schutz des Journalismus und arbeitsrechtliche Bestimmungen
- Der Entwurf enthält Bestimmungen, die Entlassungen, Aufgabenabbau sowie Kürzungen von Löhnen und Sozialleistungen aufgrund der Einführung von KI verbieten
- Damit wird versucht, Bestimmungen, die in den vergangenen Jahren in einzelne Tarifverträge von Redaktionen aufgenommen wurden, gesetzlich zu verankern
- Senatorin Fahy erklärte, „KI könnte Journalismus und öffentliches Vertrauen bedrohen“, und verwies darauf, dass 76 % der US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner besorgt seien, dass KI Nachrichteninhalte stehlen oder reproduzieren könnte
Hintergrund und Bedeutung
- New York ist das Zentrum der US-Medienindustrie; der Vorstoß soll gleichzeitig die Glaubwürdigkeit des Journalismus und den Schutz von Beschäftigten stärken
- Der Gesetzentwurf gilt als der erste Versuch einer Gesetzgebung auf Ebene eines US-Bundesstaats, der KI-Transparenz, Urheberrecht und Arbeitsrechte gemeinsam umfasst
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