4 Punkte von GN⁺ 2026-02-02 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • In diesem Jahr standen digitale Souveränität und technologische Unabhängigkeit im Mittelpunkt. Dabei wurde betont, dass Open Source über freie Software hinausgeht und zur Grundlage künftiger Infrastrukturen wird
  • Self-Hosting, offene Infrastruktur und Community-getriebene Entwicklung waren die zentralen Themen. Projekte wie FreeBSD, SmolBSD und DN42 wurden als Beispiele dafür vorgestellt, wie Transparenz und Autonomie in der Praxis umgesetzt werden
  • In den Vortrags-Sessions folgten technische Ansätze zu Stabilität und Nachhaltigkeit moderner Infrastrukturen, darunter Rust-VMM, Garage S3, VM-Mobilität in Kubernetes, SmolBSD und FlipFlap Network
  • Vor Ort gab es einen regen, Community-zentrierten Austausch, darunter Mozillas Cookie-Aktion, ein Vortrag zu den technischen Herausforderungen von Collabora Online sowie Gespräche an den Ständen von Proxmox und XCP-ng
  • FOSDEM bleibt weiterhin eine kostenlose und offene Veranstaltung, doch der starke Anstieg der Teilnehmerzahlen und die räumlichen Grenzen treten als neue Herausforderung hervor. Künftig wird es entscheidend sein, zwischen Skalierung und Erhalt der Zugänglichkeit die Balance zu halten

Einführung in FOSDEM und die Veränderungen 2026

  • FOSDEM: Free and Open Source Developers' European Meeting
  • Begann 2000 als OSDEM und ist inzwischen zur weltweit größten Konferenz für freie und Open-Source-Software herangewachsen
  • 2026 sind Self-Hosting-Lösungen, offene Infrastruktur und Community-getriebene Software keine Nischenthemen mehr, sondern ins Zentrum der Diskussion gerückt
  • Der Fokus verlagert sich weg von zentralisierten Plattformen, die Bequemlichkeit priorisieren, hin zu Systemen, die Transparenz und Resilienz an Nutzer und Community zurückgeben

Wichtige Vorträge und Projekte

  • FreeBSD-Projekt: Beweist weiterhin, dass langfristig und offen verwaltete Systeme eine verlässliche Grundlage für souveräne Infrastruktur sein können
  • FlipFlap-Vortrag (DN42-Netzwerk): Eine von Hyacinthe gehaltene Session, die einen realen Anwendungsfall für dezentral betriebenes Community-Networking zeigte
  • SmolBSD: Eine von Emile gehaltene Session, die demonstrierte, dass minimalistische, zweckgerichtet gebaute BSD-Systeme Klarheit, Auditierbarkeit und langfristige Wartbarkeit in das Betriebssystemdesign bringen können
  • BoxyBSD: Ein von gyptazy entwickeltes Projekt, das die Einstiegshürde für das Erlernen BSD-basierter Systeme senkt und so der nächsten Generation von Open-Source-Mitwirkenden Rückenwind gibt
    • Während der FOSDEM wurden kostenlose Einladungscodes verteilt, damit sofort praktische Experimente möglich waren

Persönlicher Zeitplan und besuchte Sessions

  • Persönlich lag der Fokus auf den Grundstrukturen von Infrastruktur und Community-betriebenen Systemen
  • Rust-VMM: Erkundung moderner Virtualisierungsgrundlagen mit Blick auf Speichersicherheit
    • Rust ermöglicht eine neue Generation von Virtual Machine Monitors, die ganze Fehlerklassen reduziert und zugleich strenge Performance-Anforderungen erfüllt
  • Garage S3 Best Practices: Praktische Hinweise und reale Betriebserfahrungen zu Konsistenz, Fehlerbehandlung und Skalierung
    • Betont wurde, dass der zuverlässige Betrieb von Storage genauso wichtig ist wie dessen Aufbau
  • Mobility of Virtual Machines in Kubernetes Clusters: Untersuchung der Grenze zwischen klassischer Virtualisierung und Container-Orchestrierung
    • Vorgestellt wurde ein hybrider Ansatz, der die starke Isolation von VMs mit der Flexibilität Cloud-nativer Werkzeuge verbindet
  • SmolBSD: Fokus auf Minimalismus statt auf zusätzliche Schichten
    • Dabei wurde betont, dass Einfachheit keine Einschränkung, sondern eine strategische Entscheidung ist, besonders für langfristige Infrastruktur
  • FlipFlap Network in DN42: Demonstration, dass dezentralisiertes, selbst betriebenes Networking in der Praxis funktionieren kann
    • Vorgestellt wurden Beispiele für Automatisierung, Experimente und Zusammenarbeit in einem realen, von Nutzern selbst aufgebauten Netzwerk

Highlights der Konferenz

  • Kostenlose Cookies der Mozilla Foundation: Mehr als nur ein Snack, sondern auch ein unterhaltsames Spiel und ein Gesprächseinstieg
  • Michael Meeks' Vortrag 'The Challenges of FLOSS Office Suites': Behandelte die technischen Details von Collabora Online
    • Komplexe Themen wurden klar erklärt, ohne sie übermäßig zu vereinfachen
    • Die Schwierigkeiten beim Aufbau und Erhalt einer voll funktionsfähigen Open-Source-Office-Suite wurden offen benannt
  • Gespräche an den Ständen: Unterredung mit fixoulab am Proxmox-Stand sowie frühe Informationen vom XCP-ng-Team von Vates zur neu veröffentlichten Funktion Orchestra

Sorgen über Wachstum und Grenzen

  • FOSDEM war schon immer überfüllt, doch 2026 wirkte es so, als sei eine natürliche Grenze erreicht oder überschritten
    • Hörsäle waren schneller voll als je zuvor
    • Informelle Diskussionen wurden schwieriger
    • Die Dichte der Menschenmengen beeinträchtigte zeitweise die Offenheit der Konferenz
  • Ein wesentlicher Treiber des Wachstums ist das aktuelle politische und wirtschaftliche Umfeld
    • Digitale Souveränität, technologische Unabhängigkeit und geringere Abhängigkeit von Großkonzernen sind zu zentralen Themen geworden; dieser politische und wirtschaftliche Kontext war in der gesamten Veranstaltung spürbar

Überlegungen zur Balance

  • Open Source hatte schon immer einen politischen Charakter, auch wenn oft so getan wurde, als sei das nicht der Fall: Es geht um Kontrolle, Transparenz und Autonomie
  • Wenn alles dringend und strategisch wird, besteht die Gefahr, dass der Raum für Experimente, Lernen und kleine Nischenprojekte unter Druck gerät
  • Nicht jedes Open-Source-Projekt existiert, um geopolitische Probleme zu lösen, und nicht jeder Beitragende bringt eine politische Agenda mit
  • FOSDEM hat immer von der Vielfalt der Motive gelebt, und dieses Gleichgewicht zu bewahren wird zunehmend schwieriger

Abschließender Eindruck

  • Positiv ist, dass FOSDEM kostenlos und für alle offen bleibt
  • Das wachsende Interesse daran, sich von Big Tech zu lösen und die Hoheit über die eigenen Daten zurückzugewinnen, zeigt, dass sich die Community auf das Wesentliche konzentriert
  • Vor einem Raum zu campieren, nur um an einer Session teilzunehmen, ist keine nachhaltige Lösung
    • Menschen mit echtem Interesse könnten auf eine Teilnahme verzichten, weil sie nicht mehrere Stunden warten oder sich durch überfüllte Bereiche bewegen können
  • Auch wenn Livestreams oder Aufzeichnungen technisch eine Option sind, lebt FOSDEM von Begegnungen, Wiedersehen und spontanen Gesprächen
  • Wege zu finden, weiteres Wachstum zu ermöglichen, ohne Offenheit und Zugänglichkeit zu verlieren, dürfte die zentrale Herausforderung sein, die FOSDEM in Zukunft prägen wird

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