Mein überraschend robustes Fotoverwaltungssystem (Immich-Edition)
(jaisenmathai.com)Ich habe mit Immich ein äußerst robustes Fotoverwaltungssystem aufgebaut, bei dem Änderungen an Alben, Beschreibungen, Orten, Daten, Favoriten usw. direkt in den EXIF-Daten der Bilddateien selbst gespeichert werden, sodass auch ohne Datenbank automatische Backups über Synology NAS + Dropbox möglich sind.
Kernphilosophie (3 Prioritäten)
- Preserve (Bewahren): Es muss sich auch in mehreren Jahrzehnten noch problemlos erhalten lassen
- Unify (Vereinheitlichen): Die Fotos von mehreren Smartphones eines Ehepaars werden in einer einzigen Bibliothek zusammengeführt
- Experience (Erlebnis): Fotos und Videos sollen Erinnerungen wieder lebendig erfahrbar machen
Hintergrund und frühere Vorgehensweise
- Seit über 20 Jahren wird der Workflow zur Fotoverwaltung kontinuierlich weiterentwickelt
- Alle Metadaten (Alben, Beschreibungen, Favoriten usw.) werden ausschließlich in EXIF gespeichert → keine Abhängigkeit von einer externen DB → optimal für die Langzeitarchivierung
- Primärer Speicher: Synology NAS
- Organisationswerkzeug: das Open-Source-CLI-Tool Elodie (https://github.com/jmathai/elodie), das der Autor seit über 10 Jahren entwickelt
- Früher wurde Google Photos als schreibgeschützter Viewer genutzt → gut für Entdeckung, Suche und das Wiedererleben von Erinnerungen, aber wegen der Richtlinienänderung 2019 + Datenschutzbedenken aufgegeben
- Synology Photos ist funktional zu eingeschränkt, daher war ein Ersatz nötig
Einführung von Immich (Ende 2025 ~ 2026)
- Entscheidend war die Funktion für externe Bibliotheken (external library) in Immich, mit der sich schreibgeschützte Ordner mounten lassen
- Anfangs nur als schreibgeschützter Viewer genutzt → später vollständiger Wechsel zu einem Organisationswerkzeug
- Problem: Das Standardverhalten von Immich speichert Metadaten in einer Postgres-Datenbank oder in XMP-Sidecars → der Autor lehnt beides ab
→ Entwicklung einer angepassten Methode, bei der alle Änderungen direkt in die EXIF-Daten der Bilddatei eingebettet werden
Wichtige Umsetzung
- Nutzung der Immich-API → wenn in der UI Alben hinzugefügt, Beschreibungen geschrieben oder Favoriten gesetzt werden → wird dies in EXIF eingetragen
- Integration mit Elodie: Elodie verschiebt Dateien in Albumordner + aktualisiert EXIF → Immich erkennt dies als Löschen + Neuerstellen von Dateien → dadurch entstehen vorübergehende Inkonsistenzen
→ Lösung: Einsatz eines eventually consistent (letztlich konsistenten) Ansatzes → verzögerte Übernahme wird akzeptiert - XMP-Sidecars werden nicht verwendet (als fragil eingeschätzt)
- Ergebnis: Immich liefert eine Erfahrung für Entdeckung, Suche und das Wiedererleben von Erinnerungen auf Google-Photos-Niveau, während zugleich alle Informationen allein in EXIF erhalten bleiben
Verwendete Tools & Backup-Strategie
- Immich (Nutzung externer Bibliotheken + API)
- Elodie (Dateisystem-Mapping & zentraler Motor für die Organisation)
- Synology NAS → primärer Speicher
- Dropbox → automatisches Backup (EXIF-Änderung → Änderung an der Datei selbst → automatische Synchronisierung)
- Custom-Plugin: https://github.com/jmathai/immich-exif (vereinfachte Version)
- Fortschrittsverfolgung: https://github.com/jmathai/elodie/issues/496
Vorteile
- Vollständige Bewahrung allein mit EXIF ohne Datenbank → auch in 10 oder 20 Jahren unproblematisch
- Wiederherstellung einer reichhaltigen UI- und Discovery-Erfahrung wie bei Google Photos
- Datenschutz- und Abhängigkeitsprobleme gelöst
- Maximale Stabilität durch doppelte Absicherung mit NAS + Dropbox
Nachteile & Realität
- Die Einrichtung ist sehr schwierig (selbst der Autor brauchte 2 Wochen; auch mit KI-Unterstützung nicht einfach)
- Viele Punkte stehen im Konflikt mit dem Standarddesign von Immich, daher ist Anpassung unverzichtbar
- Kein Echtzeitverhalten, sondern verzögerte Übernahme nach dem eventually-consistent-Prinzip; also nicht vollständig in Echtzeit
Fazit
Der Autor bewertet es als Erfolg, dass er an seiner über viele Jahre gepflegten Philosophie „Vertraue nur auf EXIF“ festhalten konnte und Immich zugleich von einem schreibgeschützten Viewer zu einer vollwertigen Plattform für Organisation + Entdeckung aufgewertet hat.
Weitere Details zur technischen Umsetzung sollen in einem separaten Beitrag folgen; wer Interesse hat, sollte das GitHub-Issue oder seinen Blog weiter im Blick behalten.
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