- Weltweit sind IPv4-Adressen praktisch erschöpft, doch der Umstieg auf IPv6 verläuft weiterhin langsam
- Der IPv4-Handelsmarkt verzeichnet seit 2022 sinkende Preise; 2025 liegt der Durchschnitt bei 22 US-Dollar pro Adresse, das Handelsvolumen bei rund 33,0 Millionen Adressen
- Die Technik NAT mildert den Mangel an IPv4-Adressen, sodass sich etwa mehr als 30 Milliarden Geräte 3 Milliarden IPv4-Adressen teilen
- Zum Jahresende 2025 beträgt die gesamte IPv4-Zuteilung 3,687 Milliarden Adressen, ein Rückgang von 0,01 % gegenüber dem Vorjahr
- Die Einführung von IPv6 stagniert; 2025 sank das Zuteilungsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 80 %, während sich Zentralisierung der Internetstruktur und nachlassende Innovation weiter fortsetzen
Stand der IPv4-Adressen
- Zum Jahresende 2025 waren weltweit 3,687 Milliarden IPv4-Adressen zugeteilt, 237.000 weniger als im Vorjahr
- Das entspricht einem Rückgang von 0,01 % des Gesamtbestands
- IANA verfügt seit 13 Jahren nur noch über 3 /24-Blöcke (insgesamt 768 Adressen)
- APNIC und AFRINIC halten weiterhin vergleichsweise große verfügbare Adresspools
- APNIC: 3,1 Millionen, AFRINIC: 770.000
- Das Zuteilungstempo dieser beiden Organisationen ist niedrig, sodass die Bestände noch mehrere Jahre reichen könnten
- Reservierte Adressen (Reserved) umfassen insgesamt 11,16 Millionen
- Den Großteil halten AFRINIC (4,48 Millionen) und ARIN (5,28 Millionen)
IPv4-Handel und Markttrends
- 2025 wurden 5.619 registrierte IPv4-Transaktionen verzeichnet, bei denen insgesamt 33,40 Millionen Adressen den Besitzer wechselten
- Das Handelsvolumen sinkt seit dem Höchststand von 2022
- Die RIPE-NCC-Region machte mehr als die Hälfte aller Transaktionen aus
- Das kumulierte Handelsvolumen seit 2012 liegt bei 342 Millionen Adressen (9,3 % des Gesamtbestands)
- Doppelzählungen durch wiederholte Weiterverkäufe sind möglich
- Preisentwicklung
- 2014 bis 2021 starker Anstieg (10 US-Dollar → 60 US-Dollar pro Adresse)
- 2025 im Durchschnitt 22 US-Dollar, Tiefstwert 9 US-Dollar (/14-Block)
- Je größer der Block, desto niedriger der Stückpreis
- Amazon war der größte Käufer und hielt bis Ende 2024 mehr als 150 Millionen Adressen
- Der anschließende Rückzug aus dem Markt trug zum Preisrückgang bei
Wiederverwendung und Verteilung von IPv4-Adressen
- Der Anteil nicht annoncierter (Unadvertised) Adressen lag 2025 bei 16 %
- Seit 2003 ist er von 38 % kontinuierlich gesunken
- Besonders stark fiel er durch groß angelegte Annoncierungen des US-Verteidigungsministeriums im Jahr 2021 und von Amazon im Jahr 2024
- Adressfragmentierung (Fragmentation)
- 26 % aller Transaktionen teilten den ursprünglichen Block auf
- Etwa 5,9 % aller zugeteilten Blöcke sind fragmentiert
- Länderbezogene Handelsströme (2025)
- Wichtigste Exportländer: USA (11,74 Millionen), Brasilien (7,11 Millionen), Deutschland (4,37 Millionen)
- Wichtigste Importländer: Vereinigtes Königreich (7,58 Millionen), USA (5,46 Millionen), Deutschland (5,20 Millionen)
- Größte Route: USA → Vereinigtes Königreich (5,88 Millionen)
- IPv4-Bestände nach Ländern (Stand Januar 2026)
- USA 43,7 %, China 9,3 %, Japan 5,1 %, Südkorea 3,1 %
- Durchschnittlich 0,45 Adressen pro Einwohner
Markt für IPv4-Leasing
- Laut IPXO stieg die Zahl vermieteter Adressen von 700.000 im Jahr 2022 auf 9,2 Millionen im Jahr 2025
- 2025 sank der durchschnittliche Leasingpreis um 15 %, also weniger stark als der Preisrückgang im Verkauf (50 %)
- Der Leasingmarkt basiert überwiegend auf nicht öffentlichen Verträgen und ist daher wenig transparent
Stand der IPv6-Adressen
- 2025 gab es 3.645 IPv6-Zuteilungen, 7 % weniger als im Vorjahr
- Das zugeteilte Adressvolumen sank um 80 % gegenüber dem Vorjahr
- RIPE NCC und APNIC vergaben vergleichsweise große Blöcke (/30 oder kleiner)
- IPv6-Zuteilungen nach Ländern (2025)
- USA 31 %, China 14 %, Singapur 7 %, Deutschland 5 %
- Seychellen (3.400-fach pro Einwohner) und Singapur (370-fach) zeigen eine starke Konzentration auf einzelne Länder
- Der Anteil annoncierter IPv6-Adressen liegt bei 34 %, niedriger als bei IPv4 mit 85 %
- Verschwendung von IPv6-Adressen gilt dabei nicht als Problem
- IPv6-Einführungsrate
- China: 32 % im Jahr 2024 → 54 % im Jahr 2025
- Indien, die USA und Teile Westeuropas liegen auf hohem Niveau
- Afrika, Osteuropa und Westasien bleiben auf niedrigem Niveau
Veränderungen der Internetstruktur und Ausblick
- Die auf NAT (Network Address Translator) basierende IPv4-Struktur dominiert weiterhin und verfestigt das Client-Server-Modell
- Statt technischer Innovation wird ein konservativer Betrieb mit Fokus auf Sicherheit und Stabilität weiter verstärkt
- Die Zentralisierung zugunsten großer Anbieter nimmt weiter zu
- Einige wenige globale Plattformen dominieren Internetverkehr und Adressressourcen
- Die verzögerte IPv6-Migration schürt Sorgen über sinkende Wettbewerbsfähigkeit und nachlassende Innovation
- Künftige Aufgaben
- Der Zeitpunkt für den Übergang zu einer IPv6-only-Umgebung bleibt ungewiss
- Vorsorge für einen möglichen Zusammenbruch des IPv4-Markts ist nötig
- Eine faire Verteilung von Adressen und der Erhalt einer offenen Netzwerkstruktur bleiben wichtig
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