- Ein erfolgreiches Beispiel dafür, mit vorhandener Telefonverkabelung eine Gigabit-Ethernet-Verbindung aufzubauen
- Vorhandene Powerline-Adapter (G.hn 2400) hatten sowohl bei Geschwindigkeit als auch Stabilität ihre Grenzen; als Alternative wurden Telefonleitungen wiederverwendet
- Mit Geräten des deutschen Herstellers Gigacopper G4201TM wurde eine 500-Mbps-Internetverbindung mit voller Geschwindigkeit übertragen
- Nach dem Wechsel auf die InHome-Firmware-Version wurden bis zu 1,7 Gbps PHY-Geschwindigkeit und weniger als 1 ms Latenz erreicht
- Selbst bei der komplexen Struktur britischer Telefonleitungen wurde gezeigt, dass sich ein Netzwerk auf Gigabit-Niveau ohne zusätzliche Verkabelung aufbauen lässt
Die Grenzen von Powerline-Adaptern
- Über Jahre wurden Powerline-Adapter genutzt, doch instabile Verbindungen und geringe Geschwindigkeiten (30–180 Mbps) waren unbefriedigend
- Auch aktuelle Produkte nach dem G.hn-2400-Standard kamen zwischen Stockwerken nur auf etwa 80 Mbps
- Internettarife im Vereinigten Königreich sind fein abgestuft von 30 Mbps bis 900 Mbps; genutzt wird eine 500-Mbps-Leitung
- Bei großen Spiele-Updates (z. B. Helldivers 2 mit 50 GB) wurde der Geschwindigkeitsengpass deutlich spürbar, weshalb nach Alternativen gesucht wurde
Die Idee der Wiederverwendung von Telefonleitungen
- In britischen Häusern gibt es übermäßig viele Telefonbuchsen und fast keine Ethernet-Ports
- Selbst Neubauten können 10 Telefonbuchsen haben, aber es gibt keine Pflicht zur Ethernet-Verkabelung
- Powerline-Technologien (HomePlug, G.hn) können auch über beliebige 2-adrige Kabel funktionieren
- Deshalb liegt die Erwartung nahe, auf rauschärmeren Telefonleitungen eine bessere Leistung zu erzielen
- Es wurde entdeckt, dass der deutsche Hersteller Gigacopper Produkte dafür anbietet
Bestellung und Lieferung
- Das Produkt Gigacopper G4201TM wurde online in Deutschland bestellt
- Über eBay DE und Amazon DE kann an Adressen im Vereinigten Königreich bestellt werden
- Durch Zollabwicklung nach dem Brexit kam es zu Lieferverzögerungen und zu 20 % Mehrwertsteuer plus Gebühren
- Die Sendungsverfolgung von Royal Mail und DHL war ungenau, sodass die Einfuhrabgaben direkt bezahlt werden mussten, bevor die Zustellung weiterging
- Beim Kauf europäischer Produkte aus dem Vereinigten Königreich heraus muss die Zahlung der Einfuhrabgaben direkt selbst abgewickelt werden
Installation und Leistungstest
- Lieferumfang: 2× G4201TM, deutscher Netzstecker, RJ11–BT631A-Kabel, Ethernet-Kabel
- Direkt nach dem Anschluss funktionierte alles, und die volle Geschwindigkeit der 500-Mbps-Leitung wurde erreicht
- Danach wurde auf die InHome-Firmware gewechselt; dabei wurden bis zu 1,7 Gbps PHY-Geschwindigkeit und eine Verbindung mit 1385 Mbps bestätigt
- Die InHome-Version erlaubt die Zusammenschaltung von bis zu 16 Geräten und bietet weniger als 1 ms Latenz
- Die Client/Server-Version nutzt eine Struktur mit 70/30-Bandbreitenaufteilung
- Beim Test mit einem USB-C-zu-Ethernet-Adapter wurde vollständige Gigabit-Übertragung (laut ipref3) erreicht
Britische Verkabelungsstruktur und ihre Grenzen
- Britische Telefonleitungen sind meist in Daisy-Chain-Topologie verbunden, was die Struktur komplex macht
- Telefonleitungen benötigen 2 Adern, Ethernet hingegen 8 Adern
- Teilweise wird Cat5-Kabel verwendet, doch Aderbelegung und Farbzuordnung sind oft inkonsistent
- Bei der tatsächlichen Prüfung zeigte sich: Die Buchse im Büro war mit 3 Adern, die im Technikraum mit 4 Adern verbunden – ohne einheitliches Schema
- Die Gigacopper-Geräte unterstützen sowohl den 2-Draht-(SISO)- als auch den 4-Draht-(MIMO)-Modus
- Aufgrund der komplexen Verkabelung ist der Aufbau einer regulären Ethernet-Verkabelung praktisch unmöglich
- Deshalb sind Geräte für Gigabit-Übertragung über Telefonleitungen eine realistische Alternative
Fazit
- Die Realisierung von Gigabit-Ethernet über Telefonleitungen mit Gigacopper-Geräten war erfolgreich
- Der Markt für schnelle Netzwerke auf Basis vorhandener Telefonleitungsinfrastruktur ist im Vereinigten Königreich noch weitgehend unerschlossen
- Es wurde bestätigt, dass sich ein Netzwerk auf 1-Gbps-Niveau allein mit vorhandenen Telefonleitungen und ohne zusätzliche Verlegearbeiten aufbauen lässt
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