8 Punkte von GN⁺ 2026-01-24 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Eine Übersicht mit wichtigen Büchern und Aufsätzen zum Verständnis der zentralen Prinzipien von Design Thinking
  • Der Fokus liegt nicht auf einem simplen 5‑Stufen-Verfahren, sondern auf dem Lernen des wesentlichen Werts von Design und seiner Denkstruktur
  • Jedes Buch untersucht unterschiedliche Aspekte des Design Thinking, darunter Problemdefinition, Frame-Wechsel, Human-Centered Design und kreative Denkprozesse
  • Vorgestellt als zentrale Referenz für die Stärkung kreativer Fähigkeiten in Organisationen und die Verbesserung von Ansätzen zur Problemlösung

Das Wesen von Design Thinking und verbreitete Missverständnisse

  • Design Thinking ist kein bloßes schrittweises Verfahren; man muss vielmehr die Kernwerte und Denkweise des Designs verstehen
    • Unternehmen und Vortragende haben es mit kommerzieller Sprache übermäßig beworben, wodurch sich Missverständnisse verbreitet haben
    • Es gibt keine „Geheimformel“, die jemanden in einen kreativen Designer verwandelt; wichtig ist, die jeweils eigene Design-Expertise zu nutzen
  • Die wirksame Anwendung von Design Thinking liegt in der Stärkung kreativer Praxis und einer Kultur der Zusammenarbeit innerhalb von Organisationen
  • In diesem Update wurden zwei Bücher und ein Aufsatz neu ergänzt: The Science of Artificial, Wicked Problems in Design Thinking, How Designers Think

Design Expertise (Lawson & Dorst)

  • Untersucht Designpraxis in der Kreativwirtschaft aus der Perspektive von Designpraktikern
    • Anhand von Arbeitsbeispielen verschiedener Designer werden Definition und Grenzen von Design erläutert
  • Vermittelt ein Verständnis der zentralen Eigenschaften und Werte von Design, das die Grundlage für die Anwendung von Design Thinking bildet

Frame Innovation (Kees Dorst)

  • Behandelt den Wechsel von Problem- und Lösungs-Frames und stellt eine Denkstruktur zur Lösung komplexer Probleme („wicked problems“) vor
    • Es wird erklärt, wie Designer sich vom Problem-Frame zum Lösungs-Frame bewegen
  • Stellt Prinzipien der Frame-Innovation und einen praktischen Handlungsplan für die Entwicklung kreativer Ideen vor

Design Thinking: Understanding How Designers Think and Work (Nigel Cross)

  • Analysiert durch Beobachtungen und Interviews, wie Designer denken und Ideen formen
    • Untersucht, wie sich die individuelle Designfähigkeit in der Phase der Ideenbildung entfaltet
  • Erläutert anhand kreativer Designerbeispiele die Rolle der Inspirationsphase und des Brainstormings

Change by Design (Tim Brown, IDEO)

  • Behandelt die Anwendung von Design Thinking aus Organisationsperspektive und betont die Bedeutung von Human-Centered Design, Prototyping und Storytelling
    • Zeigt den Prozess, Design Thinking von der Theorie in die Praxis zu überführen
  • Zielt auf Business-Innovation und die Förderung von Innovation in Organisationen durch kreative Zusammenarbeit
  • Der Field Guide von IDEO wird als praktische Ergänzung zu diesem Buch vorgestellt

The Design of Everyday Things (Don Norman)

  • Untersucht die psychologischen Grundlagen von Human-Centered Design und User Experience (UX)
    • Analysiert aus verhaltenspsychologischer Sicht, warum Menschen Produkte lieben oder ablehnen
  • Behandelt kognitive Grenzen, menschliche Fehler und Prinzipien des Interaktionsdesigns und erklärt deren Rolle als Problemlösungswerkzeug im Design Thinking
  • Wird nicht nur UX-Designern, sondern allen Designpraktikern als nützliches Grundlagenwerk empfohlen

How Designers Think (Bryan Lawson)

  • Untersucht die Beziehung zwischen Problem und Lösung sowie den Prozess des Design-Denkens aus philosophischer Perspektive
    • Statt eine bestimmte Methodik vorzugeben, ist das Werk so aufgebaut, dass Leser über einen fallbasierten Denkfluss selbst zu Schlussfolgerungen gelangen
  • Eignet sich für Einsteiger ins Design Thinking; anschließend wird die weitere Lektüre von „The Science of Artificial“ empfohlen

The Science of Artificial (Herbert Simon)

  • Ein Klassiker über menschliches Denken und das Wesen von „Artefakten“
    • Stellt drei Prämissen vor: kognitive Grenzen des Menschen, Zeit für Entscheidungen und Problemkomplexität
  • Erklärt das Konzept einer „satisficing“-Lösung statt einer optimalen Lösung und betont die Bedeutung heuristischer Suche und Ressourcenallokation
  • Für diese Theorie erhielt Simon den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

Wicked Problems in Design Thinking (Richard Buchanan)

  • Verbindet das Wesen von Designproblemen mit der Philosophie der Analyse und stellt die Konzepte „category“ und „placement“ vor
    • „Placement“ wird als nicht festgelegte Grenze beschrieben, als Quelle neuer Ideen und Möglichkeiten
  • Dieses Konzept bildet die Grundlage von Kees Dorsts Theorie zu Problem-/Lösungs-Frames
  • Buchanan beschreibt Design Thinking als nichtlinearen Interaktionsprozess und betont, dass sich Problemgrenzen je nach Situation verändern

The Dilemmas in a General Theory of Planning (Rittel & Webber)

  • Ein klassischer Aufsatz von 1969, der zwischen „tame“ problems und „wicked“ problems unterscheidet
    • „Tame“ problems sind klar definiert, während sich bei „wicked“ problems Definition und Lösung gleichzeitig weiterentwickeln
  • Es wird dargelegt, dass eine vollständige Problemformulierung unmöglich ist und Problemverständnis und Lösung voneinander abhängen
  • Bot später eine zentrale theoretische Grundlage für die Arbeiten von Buchanan und Dorst

The New Process, New Vocabulary: Axiofact = A_tefact + Memoranda (Gilbert Cockton)

  • Dekonstruiert das lineare Modell des bisherigen Design Thinking und schlägt ein neues Begriffssystem vor
    • Unterscheidet zwischen „artefact“ (Ergebnis) und „memoranda“ (Dinge, die erinnert werden müssen) und ersetzt damit den Problem-/Lösungsraum
  • Statt Phasen werden „episodes“ verwendet, statt eines Zentrums „multiple foci“
    • „Iteration“ wird durch ein „ausbalanciertes simultanes Drama“, „validation“ durch „axiofact“ (Wertschöpfung) ersetzt
  • Dieses neue Vokabular wird als Werkzeug vorgestellt, um komplexe Probleme („wicked problems“) außerhalb bestehender Denkmuster zu behandeln

Fazit

  • Die oben genannten Bücher und Aufsätze bieten unterschiedliche Perspektiven und praktische Einsichten zum Design-Denken
  • Es geht nicht um einen simplen prozeduralen Ansatz, sondern darum, die wesentlichen Eigenschaften von Design und seine Denkstruktur zu verinnerlichen
  • Mit diesem Verständnis können Organisationen kreative Problemlösung und eine Kultur innovativen Denkens stärken

Noch keine Kommentare.

Noch keine Kommentare.