12 Punkte von xguru 2020-08-06 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Ein Tweet-Thread von Dan Rose, dem ersten Mitglied des Kindle-Teams

  1. Lernen und anpassen: Amazons CD-Verkäufe wurden fast ausgelöscht, als Apple Musik digitalisierte. Bezos übertrug die Lehren aus iPod/iTunes auf den Kindle.

  2. Das „Institutional No“ ignorieren: 2004 war Amazon gerade dabei, sich nach dem Dotcom-Crash mühsam aus der Schwäche seines Kerneinzelhandelsgeschäfts zu befreien (im selben Jahr startete auch AWS). Alle sagten Bezos, er solle sich nicht ablenken lassen und sich konzentrieren, aber er ignorierte das.

  3. Kannibalisiere dich selbst: Steve Kessel leitete damals Amazons Mediengeschäft mit Büchern/Musik/DVDs, und Bücher machten 50 % des Cashflows von Amazon aus. Bezos setzte Steve Kessel auf den Kindle an und gab ihm eine neue Mission: „Zerstöre das Geschäft, für das du früher verantwortlich warst.“

  4. Nicht annehmen, dass etwas unmöglich ist, nur weil andere es versucht haben und gescheitert sind: Zwei Startups waren bereits mit E-Book-Readern gescheitert, und Sony war zwar am Markt, konnte aber kein Interesse wecken. Ihr Scheitern gab Bezos bei seiner Entscheidung eher noch mehr Mut.

  5. Nur weil es kein Problem gibt, heißt das nicht, dass man es nicht besser machen kann: Bezos sagte: „Gedruckte Bücher sind eine der größten Erfindungen aller Zeiten und haben keinerlei Probleme. Wie können wir das Leseerlebnis verbessern?“ Unsere Antwort: „Leichter, portabler und einfacher zu synchronisieren.“

  6. Erfindet!: Gescheiterte E-Book-Reader nutzten LED-Bildschirme, wir machten als Erste e-ink marktfähig. Der iPod synchronisierte per Kabel, wir per WiFi und Mobilfunk. Wir fügten eine Tastatur für die Suche hinzu (das scheiterte, war den Versuch aber wert). Wir erfanden eine neue Art, Bücher zu digitalisieren.

  7. Unrealistische Erwartungen setzen: Bezos wollte zum Launch 100.000 Bücher für 9,99 $ im Store haben. Das war mein Job, und es wirkte unmöglich. Die Verlage konnten sich aus Angst und Gleichgültigkeit nicht entscheiden. Aber Bezos wollte kein „No“ hören. Es waren die härtesten Meetings meiner Karriere.

  8. Make Magic: Die WiFi-Synchronisierung war innovativ, und unser Team war stolz darauf. Aber Bezos fand, das sei noch nicht magisch genug. Er bestand auf Synchronisierung über das Mobilfunknetz und wollte den Kunden keine Datengebühren berechnen. Wir sagten, das sei unmöglich, aber wir haben es trotzdem gemacht (später beim Kindle Paperwhite und Oasis eingeführt).

  9. Hardware ist schwierig: Jede Software-/Internet-Plattform baut am Ende Hardware und lernt jedes Mal dieselbe Lektion. Es ist viel schwieriger als Software zu entwickeln. Langsame Iterationszyklen, Atoms vs Bits usw. Der einzige Weg zu lernen, ist ein Produkt zu veröffentlichen. Für Kindle v1 brauchten wir 3,5 Jahre bis zum Launch.

  10. Lass dich inspirieren: Ein professioneller Manager hätte im Amazon des Jahres 2004 unmöglich einen Kindle oder AWS gebaut. Ich erinnere mich an viele Meetings damals, in denen immer wieder gefragt wurde, warum wir das tun, während sich das Kerngeschäft gerade im Turnaround befand. Ich war inspiriert (von Bezos).

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