- Social-Media-Algorithmen sind darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeit und Zeit der Nutzer zu maximieren, und verstärken so eine Struktur des unendlichen Konsums
- Das Phänomen von KI-generierten Inhalten geringer Qualität („AI slop“) ist ein Nebenprodukt von Überkonsum und entsteht, wenn das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann
- Kreativität ist keine skalierbare Ressource; menschliche Kreative haben Produktionsgrenzen, doch Plattformen verlangen endlos neuen Content
- Der frühere Zusammenbruch von Vine war ein Fall, in dem eine Gruppe von Kreativen die Schwäche einer Plattform offenlegte; TikTok blockierte später durch algorithmische Kontrolle den Einfluss von Kreativen
- Der Text schlägt eine Rückkehr zum „offenen Web“ und zum Web-Surfen vor und betont die Wiederherstellung von bewusstem Konsum statt algorithmischer Feeds
Die Beziehung zwischen Umgebungsdesign und Konsum
- Wie die Größe von Geschirr oder das Fehlen von Uhren in Casinos zeigt, steuert Umgebungsdesign das Konsumverhalten
- TikToks For You Page (FYP) blendet die Zeit aus und bringt Nutzer dazu, Hunderte Videos hintereinander anzusehen
- Diese Gestaltung zielt auf eine maximale Verweildauer ab, und TikTok sowie Meta berichten von durchschnittlichen Nutzungszeiten auf Rekordniveau
- Überkonsum von Content führt zu einer Flut von KI-Erzeugnissen, also zur Ausbreitung von „Slop“
- Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, füllt der Markt die Lücke mit minderwertigem Füll-Content
Das Ungleichgewicht zwischen Kreativität und Algorithmus
- Die Content-Produktion auf Plattformen folgt der 90-9-1-Regel: Nur 1 bis 3 % der Nutzer erstellen tatsächlich Beiträge
- Mit dem Aufkommen der FYP hat sich dieses Ungleichgewicht weiter verschärft
- Kreativität ist keine automatisierbare Ressource, und menschliches Schaffen hat Produktivitätsgrenzen
- Plattformen können Posting-Tools verbessern, aber kreative Inspiration selbst nicht optimieren
- Das Ergebnis ist, dass Kunst trotz der Illusion des endlosen Scrollens weiterhin eine endliche Ressource bleibt
Die Machtbeziehung zwischen Kreativen und Plattformen
- Mark Zuckerberg will die Verweildauer der Nutzer erhöhen, doch die Aktivität von Kreativen ist eine Variable, die sich nicht kontrollieren lässt
- Wenn Kreative aufhören zu posten oder Vergütung verlangen, werden Plattformen verwundbar
- Als 2015 20 führende Kreative von Vine eine Vergütung forderten und abgewiesen wurden, verließen sie die Plattform gemeinsam; wenige Monate später wurde sie eingestellt
- Dieser Vorfall machte den Einfluss organisierter Kreativer und die strukturelle Schwäche der Plattform sichtbar
- TikTok wechselte danach von einer followerzentrierten Struktur zu einem Blackbox-Algorithmus und kappte so den organisierten Einfluss von Kreativen
Die Ausbreitung von „Slop“ und KI-Content
- Die heutigen viralen Strukturen funktionieren als wahrscheinlichkeitsbasiertes Belohnungssystem ähnlich wie Glücksspiel
- Nutzer posten häufiger, können die Nachfrage aber weiterhin nicht decken
- Unternehmen füllen diese Lücke mit KI-generierten Inhalten und betrachten menschliche Kreative als unkontrollierbare Variable
- Der Text formuliert es als „sie hassen Menschen“ und kritisiert damit die Haltung von Plattformen, die einen von Robotern erzeugten Feed als Idealzustand betrachten
Die Rückkehr des offenen Webs und des „Surfens“
- Außerhalb der FYP gibt es Kunst, Essays und Videos autonomer Kreativer, und Nutzer können sie zu ihren eigenen Bedingungen konsumieren
- Der Text nennt dies das „offene Web“ oder „soziale offene Web“ und schlägt eine Wiederbelebung des Web-Surfens vor
- Früheres Web-Surfen war ein bewusster, explorativer Konsumakt und steht im Kontrast zum heutigen unbewussten Scrollen
- Abschließend kündigt er „The Lost Art of Surfing The Web“ an und ruft zur Wiederherstellung eines bewussten Umgangs mit dem Internet auf
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