6 Punkte von GN⁺ 2026-01-12 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Anthropic untersagt die Erstellung von gleichwertigen oder konkurrierenden Codegenerierungsmodellen mithilfe von Claude Code
    • Dies ist eine ausdrücklich in den Nutzungsbedingungen (terms of service) festgelegte Einschränkung
  • Nutzer dürfen Claude Code nicht für Modelltraining, die Erstellung abgeleiteter Modelle oder den Aufbau konkurrierender Dienste verwenden
  • Diese Klausel dient dem kommerziellen Schutz von Claude Code und der Verhinderung von technischem Missbrauch

Reaktionen der Branche und Bedeutung

  • Die Maßnahme gilt als Beispiel dafür, wie Unternehmen im Wettbewerb zwischen AI-Modellen ihre eigene Technologie schützen
  • In der AI-Entwickler-Community wird die Frage des Gleichgewichts zwischen der Freiheit bei der Tool-Nutzung und dem Schutz von Unternehmensrechten diskutiert
  • Es ist möglich, dass die Richtlinien zur eingeschränkten Nutzung von AI-Codegenerierungstools künftig auch andere Unternehmen beeinflussen

2 Kommentare

 
iolothebard 2026-01-13

Mit dem unrentablen Claude Code sollte man jetzt Schluss machen …
Man muss schließlich Claude Cowork verkaufen …

 
GN⁺ 2026-01-12
Hacker-News-Kommentare
  • Zuerst war ich wütend und dachte: „Wenn ich das Produkt gekauft habe, sollte ich doch frei sein zu bauen, was ich will, oder?“ Aber diese Kontroverse hängt letztlich an der Definition von ‚use‘ (Nutzung). Es ist in Ordnung, mit Claude Code Code für ein Konkurrenzprodukt zu schreiben, aber Reverse Engineering der API, um interne Funktionen zu kopieren, ist verboten. Laut der Zusammenfassung des Threads verstößt das „Öffnen des Claude-Code-OAuth-Bildschirms und Abfangen des Tokens“ gegen die Nutzungsbedingungen.

    • Den Nutzungsbedingungen nach ist auch die Erstellung eines Konkurrenzprodukts mit Claude Code verboten. In den meisten Fällen wird das praktisch aber wohl kaum durchgesetzt. Große Modelllabore werden jedoch ausnahmslos blockiert.
    • Die Aussage „Man kann mit Claude Code ein Konkurrenzprodukt bauen“ ist falsch. In den Nutzungsbedingungen steht ausdrücklich, dass das nicht erlaubt ist.
    • Es wurde der Witz über eine zirkuläre Klon-Schleife gemacht: mit Codex einen Claude-Code-Klon bauen, mit Claude Code einen Antigravity-Klon und mit Antigravity einen Codex-Klon. Abgeschlossen wurde das mit dem Scherz: „Ich verstecke mich hinter sieben Proxys.“
    • Dass die Kontroverse so groß wurde, liegt daran, dass Drittentwickler verschwiegen haben, dass sie die Beschränkung umgangen haben, obwohl ihnen bekannt war, dass die OAuth-API nur für Claude Code gedacht ist. Neu ist keine zusätzliche Einschränkung, sondern eine strengere Validierung des Payload-Formats. Einen Screenshot der entsprechenden Fehlermeldung gibt es hier.
    • Mit einer tokenbasierten API abzurechnen und sie regulär zu nutzen, ist in Ordnung, aber das Kapern des Login-Systems ist eine völlig andere Sache.
  • Es wirkt, als habe Anthropic mit der Nutzung von Claude Code als Trainingsdaten sein wahres Gesicht gezeigt. Das ist ihr gutes Recht, aber es gibt jetzt keinen Grund mehr zu glauben, sie seien den Konkurrenten grundsätzlich überlegen.

  • Laut einer Nachricht aus dem Zed-Discord kann man „Claude Code in Zed verwenden, aber es ist verboten, damit andere AI-Aufgaben unter Umgehung der Rate Limits auszuführen“. Das heißt, mit einem Max-Abo kann man den Inline-Assistenten von Zed nicht nutzen. Persönlich finde ich einen Inline-Assistenten im Editor deutlich immersiver als ein „Chat to Code“-Interface.

    • Es wurde darauf hingewiesen, dass Kunst – Text, Bilder, Videos – im Gegensatz zu Code nicht objektiv verifizierbar ist. Gemeint ist, dass es dort keine so eindeutig richtige Antwort wie bei Code gibt.
    • Trotzdem hätte so etwas klar in den Nutzungsbedingungen stehen müssen. Das Kapern von Rate Limits ist ohnehin rechtswidrig.
  • Es ist weiterhin unklar, wie man den Max-Plan in Zed, OpenCode usw. eigentlich verwenden darf. Entwickler wollen 200 Dollar im Monat zahlen, und es ist schwer nachzuvollziehen, warum es ihnen so umständlich gemacht wird. Die Absicht ist verständlich, aber dieses Kommunikationsversagen könnte den Niedergang von Claude Code auslösen.

    • Vermutlich ist der 200-Dollar-Plan ein Verlustgeschäft. Letztlich ist er wohl ein Lockangebot, um Nutzer ins eigene Ökosystem zu ziehen; wer das nicht will, soll eben zu OpenAI gehen.
    • Es ist gut möglich, dass der 200-Dollar-Plan defizitär ist und Teil einer Strategie zum Aufbau eines kontrollierten, editorzentrierten Ökosystems. Wenn offene Modelle jedoch bald konkurrenzfähig werden, könnte diese geschlossene Strategie eher zum Eigentor werden.
    • Der Erfolg von Claude Code war wohl ein Zufallstreffer. Selbst die Anthropic-Ingenieure hätten nicht mit dieser Popularität gerechnet. Außerdem war Aider zuerst da.
    • Vermutlich bleiben jeden Monat oft Tokens übrig. Der Tokenpreis beim API-Zugang ist ziemlich hoch.
  • OpenCode wirkt deutlich besser. Der Workflow ändert sich dort auch nicht ständig.

    • Hinweis: Bei OpenCode muss unbedingt v1.1.10 oder neuer verwendet werden. Verwandter Link
    • Der aktuelle Schritt von Anthropic wirkt wie selbstschützende Selbstüberschätzung. Opus mag derzeit das beste Modell sein, aber wer auf OpenCode plus eine Kombination mehrerer Modelle wechselt, lässt sich nur schwer wieder zurückholen. Ich habe sowohl Claude Pro als auch GPT Plus gekündigt und bin auf eine Kombination aus Gemini Pro und lokalen Modellen umgestiegen. Die Leistung ist etwas schwächer, aber die höhere Konsistenz macht mich zufriedener.
    • Früher konnte ich Claude Pro in OpenCode nutzen und habe deshalb abonniert, aber jetzt ist das blockiert, daher werde ich das Abo kündigen. Stattdessen plane ich, zwischen mehreren Modellanbietern zu wechseln.
    • In OpenCode kann man per Tab zwischen Agenten wechseln, was praktisch ist. Anders als bei Claude Code werden dabei keine Tokens des Hauptagenten verschwendet.
    • Persönlich finde ich Cursor CLI derzeit besser als OpenCode. Trotzdem hoffe ich aufrichtig, dass OpenCode wächst.
  • Relevanter Tweet-Link: Xcancel

  • Das wurde sarkastisch als „die Demokratisierung der Softwareentwicklung“ bezeichnet.

  • Das erinnert an den früheren Fall, als Borland versuchte, die Entwicklung von Compilern mit dem eigenen C++ zu verbieten, und dafür heftigen Gegenwind bekam. Geschichte wiederholt sich.

    • Damit wird die Haltung verspottet: „Damals hat es nicht funktioniert, aber diesmal wird es anders sein.“
  • Es wirkt, als habe sich die Qualität von Claude Code in letzter Zeit deutlich verschlechtert.

    • Solche Aussagen tauchen zwar regelmäßig auf, aber sie wurden fast nie mit reproduzierbaren Tests belegt. Es wurde gefragt, ob es wiederholbare Beispiele dafür gibt.
  • Ich frage mich, welche Auswirkungen dieser Schritt künftig auf Anthropic-Produkte haben wird. Da es bereits bestehende Produkte auf Basis von Claude gibt, könnten zu weitgehende Beschränkungen eher neue Kunden abschrecken.

    • Zu glauben, man könne mit solchen Änderungen der Nutzungsbedingungen Wissensdestillation oder Umgehungsversuche großer Unternehmen verhindern, ist allerdings naiv. Technisch lässt sich das innerhalb weniger Stunden umgehen.