2 Punkte von GN⁺ 2026-01-12 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • In den USA haben Private-Equity-Firmen mehr als 500 Zentren für Autismus-Therapie übernommen; rund 80 % dieser Übernahmen entfielen auf die vergangenen vier Jahre
  • Die Forschenden weisen darauf hin, dass der rasche Einstieg von Private Equity in den Markt für Autismus-Therapiedienstleistungen bei begrenzter öffentlicher Kontrolle und unzureichender Datenlage erfolgt
  • Stand 2024 sind 574 Zentren auf 42 Bundesstaaten verteilt, mit den höchsten Anteilen in Kalifornien, Texas, Colorado, Illinois und Florida
  • Die Studie bestätigt einen Zusammenhang, wonach der Anteil von Zentren in Private-Equity-Besitz in Bundesstaaten mit hoher Autismus-Diagnoserate um 24 % höher ist
  • Das Forschungsteam will die Auswirkungen dieser Entwicklung auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung, die Therapieintensität und die Medicaid-Budgets der Bundesstaaten weiter untersuchen

Überblick über die Studie

  • Ein Forschungsteam der School of Public Health der Brown University analysierte die Übernahmetrends von Zentren für Autismus-Therapie durch Private Equity
    • In den vergangenen zehn Jahren wurden in den USA mehr als 500 Zentren von Private-Equity-Firmen übernommen
    • Rund 80 % aller Übernahmen konzentrierten sich auf den Zeitraum 2018 bis 2022
  • Die Studie wurde in JAMA Pediatrics veröffentlicht und zählt zu den ersten Untersuchungen, die den Einstieg von Private Equity in den Markt für Autismus-Therapie landesweit bewerten

Zentrale Statistiken und regionale Verteilung

  • Stand 2024 befinden sich 574 Zentren in Private-Equity-Besitz, verteilt auf 42 Bundesstaaten
    • Kalifornien 97, Texas 81, Colorado 38, Illinois 36, Florida 36
    • In 16 Bundesstaaten gibt es höchstens eine Klinik in Private-Equity-Besitz
  • Bundesstaaten im obersten Drittel bei der Autismus-Diagnoserate haben 24 % mehr Kliniken in Private-Equity-Besitz als andere Bundesstaaten
  • Die Übernahmen erfolgten über insgesamt 142 Transaktionen

Bedenken und Analyse der Forschenden

  • Die Forschenden äußern die Sorge, dass Private Equity finanzielle Interessen priorisieren könnte
    • Der Forscher Daniel Arnold sagte, dass sich gewinnorientierte Strategien, die in anderen Bereichen des Gesundheitswesens beobachtet wurden, auch in der Autismus-Therapie wiederholen könnten
    • Er verwies auf die Möglichkeit von Überversorgung und einer Vertiefung von Ungleichheiten beim Zugang zu Leistungen
  • Die Forscherin Yashaswini Singh erklärte, dass viele Kinder in der Autismus-Therapie über Medicaid abgesichert seien und eine höhere Therapieintensität daher die Budgets der Bundesstaaten belasten könne

Forschungsmethode

  • Um die Übernahmen durch Private Equity nachzuverfolgen, nutzte das Forschungsteam
    • proprietäre Datenbanken, öffentliche Pressemitteilungen und die Verifizierung über Website-Archive
    • Private-Equity-Firmen und einzelne Kliniken sind nicht verpflichtet, Übernahmen offenzulegen, weshalb die Datenerhebung schwierig und arbeitsintensiv gewesen sei

Weitere Forschungsrichtung

  • Das Team führt mit Fördermitteln des Bundes weitere Studien durch
    • Analysiert werden soll, wie sich Private-Equity-Besitz auf Therapieintensität, Medikamenteneinsatz, Zeitpunkt der Diagnose und Dauer der Behandlung auswirkt
    • Ziel ist es zu klären, ob Investitionen tatsächlich zu besserem Zugang zur Versorgung führen oder vor allem auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind
  • Singh betonte, dass Investitionen, die den Zugang erweitern und zugleich eine gewisse Rendite erzielen, nicht grundsätzlich schlecht seien, es aber wichtig sei, das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Auswirkungen zu verstehen

Forschungsförderung

  • Die Studie wurde vom National Institute on Aging (NIA) und vom National Institute of Mental Health (NIMH) unterstützt

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