1 Punkte von GN⁺ 2026-01-07 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Technologien zur KI-Videogenerierung sollten eigentlich die Hürden für kreatives Schaffen senken, doch in der Praxis erzeugen sie nur oberflächliche und klischeehafte Szenen
  • Verschiedene Modelle wie Sora, Runway ML und Veo erzeugen zwar technisch ausgereifte Videos, doch es ist schwer, Werke mit Absicht und Erzählung zu schaffen
  • Diese Videos besitzen eine unnatürliche Ästhetik, die typisch für ‚KI-Videos‘ ist, und lösen beim Publikum Unbehagen und Misstrauen aus
  • Besonders unter älteren Menschen verbreiten sich Videos mit Desinformation und Fake News rasant, wodurch die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt
  • Letztlich verursachen KI-Videos sowohl direkte als auch indirekte Schäden und beschleunigen den Vertrauensverlust in visuelle Medien insgesamt

Erwartungen und Realität als Kreativwerkzeug

  • Bei der Einführung von OpenAIs Sora erwarteten Nutzer, mit eigenen Skizzen und Drehbüchern Kurzfilme erstellen zu können
    • In der Praxis lieferten die erzeugten Videos jedoch anders als in den Demos wiederholt Ergebnisse, die nicht zu den gewünschten Szenen passten
  • Auch andere Modelle wie Runway ML und Veo wurden getestet, erzeugten aber allesamt oberflächlich überzeugende Videos ohne erzählerische Kohärenz
  • Diese Resultate sind nicht nur Ausdruck technischer Grenzen, sondern weisen Merkmale auf, die sie als eigenständige ästhetische Kategorie namens ‚KI-Video‘ erkennbar machen

Ein neues Uncanny Valley

  • KI-Videos haben eine unverwechselbare visuelle Textur, die sofort erkennbar ist, und vermitteln ein subtil „falsches“ Gefühl
    • Auch wenn Zuschauer es nicht klar erklären können, spüren sie instinktiv die Unnatürlichkeit
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  • Der Autor empfindet gegenüber solchen Videos starke Abneigung, und Menschen im Umfeld reagieren ähnlich
  • Laut einem Bericht der BBC verändert YouTube Videos per KI ohne Zustimmung der Urheber, sodass sogar echte Aufnahmen künstlich wirken
    • Gesichter erscheinen dabei übermäßig geglättet oder geschärft
    • Dadurch verwischt die Grenze zwischen echten Videos und KI-Videos

Missbrauch und Ausweitung der Schäden

  • Die wichtigsten Nutzer von KI-Videos sind Anwender mit Spam-, Betrugs- oder Propagandaabsichten
    • Sie nutzen KI-Tools, um Desinformation und manipulierte Inhalte in großem Umfang zu produzieren
  • Besonders ältere Menschen sind die Hauptbetroffenen: In Gruppen-Chats mit Familie und Bekannten verbreiten sich gefälschte Videos mit Aussagen prominenter Personen oder Gesundheitsdesinformation schnell
    • Beispiele: ein Ratgebervideo von Denzel Washington, religiöse Aussagen von Obama oder ein Meinungswechsel von Trump
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  • Der Autor weist wiederholt auf Anzeichen für KI-Videos (z. B. Sora-Wasserzeichen) und Methoden zum Faktencheck hin, kann aber mit der Geschwindigkeit der Verbreitung nicht Schritt halten
  • Auch in YouTube-Kommentaren gibt es zahlreiche echte Nutzer, die ernsthaft mit gefälschten Personen interagieren

Der Zusammenbruch des Vertrauens

  • KI-Videotechnologie wird wirksamer für Manipulation und Ausbeutung als zur Unterstützung von Kreativen eingesetzt
  • Positive Einsatzmöglichkeiten in Bildung, Barrierefreiheit und Kunst wurden zwar erwogen, doch in der Praxis führen alle KI-Videos zu schädlichen Folgen
    • Direkte Schäden: Desinformation, Identitätsvortäuschung, Manipulation vulnerabler Gruppen
    • Indirekte Schäden: Verlust des Vertrauens in visuelle Medien insgesamt
  • Der Autor kommt zu dem Schluss: „Selbst harmlose KI-Videos beschleunigen den Vertrauenszerfall.“

Fazit: Von der Hürde des kreativen Schaffens zur Hürde des Vertrauens

  • KI-Videos haben sich als Technologie etabliert, die sich hervorragend für böswillige Zwecke eignet
  • Die von Kreativen erwartete Überwindung technischer Hürden bleibt weiterhin aus,
    und stattdessen ist nun das größere Problem einer „Hürde des Vertrauens“ entstanden
  • Dieser Vertrauensverlust bleibt ein deutlich schwerer zu behebendes Problem

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-01-07
Hacker-News-Kommentare
  • 99 % von allem auf der Welt sind eher mittelmäßig, und AI-Videos sind da keine Ausnahme.
    Trotzdem waren Videos von YouTube-Kanälen wie NeuralViz ziemlich beeindruckend. Zum Beispiel passte Igorrrs ADHD-Musikvideo perfekt zur Musik.
    Was diese „guten“ AI-Videos gemeinsam haben, ist, dass die AI nicht 99 % der Arbeit übernimmt. Es gibt immer noch menschliche Eingriffe wie Schnitt, Schauspiel und Drehbuch, und die „Seltsamkeit“ der AI wird nicht versteckt, sondern bewusst genutzt.

    • Ich bin Fan von PosyMusic. Dieser Kanal produziert Video, Sound und Musik komplett selbst und hat AI nur als Werkzeug genutzt.
      Zum Beispiel wurden mit einem AI-Audio-Generator Sample-Sounds erstellt, oder ein Icon-Set eigens entworfen und auf GitHub veröffentlicht, um die Nutzung von AI kenntlich zu machen. Trotzdem gab es allein wegen der Erwähnung von AI so viele bösartige Kommentare, dass die Videos am Ende entfernt wurden.
    • Es gibt derzeit viele dieser Kurzvideokanäle mit SF-Weltbildern, aber selbst wenn sie anfangs kreativ wirken, werden sie schnell repetitiv.
      Sora fühlt sich an, als würde es Schwieriges einfach und Einfaches schwierig machen. Ich glaube nicht, dass man sich lange an solche Creator erinnern wird.
    • Das fühlt sich an wie eine absolute Spitzenempfehlung. NeuralViz war wirklich ein erstaunlicher Kanal, danke.
    • Ich denke, selbst die 1 % „guten“ AI-Videos sind es nicht wert, wenn man die Nebenwirkungen wie Fake News oder die Verunglimpfung Verstorbener mit einrechnet. Insgesamt ist der gesellschaftliche Nettoeffekt sehr negativ.
    • Ich konnte mir bei diesem Video-Link das Lachen nicht verkneifen.
      Trotzdem wünschte ich, solche Videos wären teurer in der Produktion. Es wirkt jedenfalls nicht wie etwas, das mit ein paar simplen Prompts erledigt ist.
  • In Werbung sieht man derzeit immer mehr AI-generierte Videos. Vermutlich aus Kostengründen, aber dadurch sind Werbespots, die früher nur nervig waren, jetzt unangenehm und befremdlich geworden.
    Wenn über AI-Risiken gesprochen wird, geht es immer nur um Superintelligenz, aber das eigentliche Problem ist die beschleunigte Konkurrenz durch minderwertige Inhalte.

    • Ich habe Werbung von einer lokalen Jalousienfirma gesehen, die offensichtlich mit AI erstellt war. Nicht nur die falschen Menschen sind ein Problem, man kann auch nicht darauf vertrauen, dass die Jalousien im Video dem echten Produkt entsprechen.
    • Ich hasse AI auch nicht, aber 95 % der Online-Werbung sind Qualität auf Bodenniveau. Vor allem bei Werbung für Geschichtsbücher gab es viele von AI erzeugte fehlerhafte Illustrationen.
      Auch Projekte wie The Codex Book wirken auf mich nicht vertrauenswürdig, weil sie AI-Bilder verkaufen, als wären sie handgemacht.
    • Ich habe absichtlich eine Werbung bis zum Ende angeschaut, weil dort stand: „Dies ist ein AI-generiertes Bild.“ Es war eine Szene, in der verschiedene Tiere Autos fuhren, und das Uncanny-Valley-Gefühl war so stark, dass mir beim Zuschauen fast übel wurde.
    • Es wird wohl immer weniger Menschen geben, die solche gefälschten Videos erkennen können. Besonders wenn sich jüngere Generationen an AI-Ergebnisse gewöhnen, könnte die Grenze zwischen echt und falsch verschwimmen.
    • AI-Sicherheitsforschung wird gern so dargestellt, als ginge es darum, Skynet zu verhindern, aber das lenkt den Blick gerade von den realistischeren Problemen ab.
  • Viele behaupten, AI-Videos gäben „kreative Freiheit“, aber in Wirklichkeit werden die meisten kreativen Entscheidungen von der AI getroffen.
    Tonalität, Schnitte, Farbgebung eines Videos sind letztlich Ergebnisse des Trainings auf den Werken anderer. Mit anderen Worten: AI-Videos sind ein Prozess der Entfernung von Kreativität.

    • Jemand sagte einmal, AI zu benutzen sei wie ein Aimbot in der Musik, und das ist wirklich ein treffender Vergleich. Es ist derselbe Cheat, weil man den Kern des kreativen Prozesses überspringt.
    • In kleinen Communities gibt es aber immer noch Leute, die Parodie- oder Meme-Videos kreativ machen. AI hat dort nur das Niveau gehoben, nicht die Kreativität abgeschafft.
      Früher wurde Sampling-Musik kritisiert, heute werden Künstler wie Fatboy Slim anerkannt; Technologie ist letztlich nur ein neues Ausdrucksmittel.
    • Ich fand die meisten AI-Videos auch eher schlecht, aber das Video „Star Wars: Beggar’s Canyon“ war eine Ausnahme. Sprachsynthese, Schnitt und Sequenzen waren alle hervorragend, und man hat echte Aufrichtigkeit gespürt.
    • Wenn du recht hast, werden wirklich kreative Menschen trotzdem herausstechen. Die Welt hat bereits ein Übermaß an Kreativität, und eher einen Mangel an Leuten, die langweilige Arbeit erledigen.
    • Im Bereich von Open-Diffusion-Modellen wie Stable Diffusion oder Wan entstehen im Gegenteil neue Kunstformen. Schon komplexe Workflows mit LoRA, Fine-Tuning usw. sind selbst kreative Handlungen.
  • Ich habe eine Filmidee, und dank AI kann ich die Bilder in meinem Kopf jetzt direkt visualisieren.
    Die Behauptung „AI-Videos sind schädlich“ wird am Ende genauso rückständig wirken wie früher „alle Videos sind schädlich“.

    • Deine Erfahrung ist interessant, aber AI macht einen nicht plötzlich zum Filmregisseur. Prompts zu schreiben ist letztlich auch eine Form des Schreibens. Man sollte sich fragen, ob das Ergebnis wirklich die eigene Vision ist.
    • Ich teile diesen pessimistischen Blick auch nicht. Die Leute wirken einfach negativ eingestellt wegen beruflicher Unsicherheit oder Trotzreaktionen. Welche gesellschaftlichen Folgen die Technologie hat, wird sich erst mit der Zeit klar zeigen.
    • Aber AI hat deutliche Grenzen, wenn es darum geht, die Bilder im eigenen Kopf exakt umzusetzen. Am Ende ist es nur ein Remix von bereits Existierendem.
    • Das ist ein ähnlicher Ansatz, wie wenn ein Musikproduzent den gewünschten Sound nicht selbst synthetisiert, sondern zufällige Presets durchprobiert, bis etwas passt.
    • Nette Geschichte, aber mich würde interessieren, was du über das im Artikel erwähnte Betrugsproblem denkst.
  • Ich teile die Sorge des Autors, dass „AI-Videos Menschen dazu bringen, zu manipulieren, zu täuschen und auszubeuten“, aber eine binäre Behauptung wie „alle AI-Videos sind schädlich“ schwächt die Botschaft.

  • Natürlich gibt es viele schädliche Videos, aber gleichzeitig auch bewegende Kunst.
    Kanäle wie kellyeld2323 und alffx123 sind Beispiele dafür.

    • Aber der künstlerische Wert ist nicht groß genug, um die Nebenwirkungen auszugleichen.
  • Schon vor AI bestand der Großteil der Internetvideos aus Propaganda, Wutverstärkung und Konsumsteuerung. Mit demselben Maßstab waren auch herkömmliche Videos bereits schädlich genug.

  • Der Autor hat das Problem richtig benannt, aber die technische Grundursache ist die mangelnde Steuerbarkeit.
    Modelle wie Sora, Veo und Runway sind derzeit probabilistische Generatoren und können daher nicht die konkrete Szene erzeugen, die ein Regisseur will.
    Für Spammer reicht einfach ein „sprechendes Gesicht“ oder eine „brennende Stadt“, aber Künstler brauchen exakte Winkel, Lichtsetzung und konsistente Figuren.
    Solange sich solche Techniken zur Steuerung des latenten Raums (z. B. eine Video-Version von ControlNet) nicht weiterentwickeln, bleiben AI-Videos eher digitale Rauschgeneratoren als Kunst.

  • Ich stimme zu, dass „AI macht dich nicht zum Filmregisseur“ stimmt, aber das eigentliche Problem ist strukturell: Selbst talentierte Menschen bekommen oft keine Chance.
    Unzählige Kreative können ihre Werke wegen Finanzierung, Netzwerken und Branchenstrukturen nicht veröffentlichen. AI könnte für solche Menschen eine neue Chance auf Ausdruck sein.