11 Punkte von haegyung 2026-01-05 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Dieser Artikel schlägt ein praxisnahes Protokoll vor, mit dem man den Zustand der Überfokussierung (Tunnel) beim Vibe Coding selbst erkennt und über kurze Ausführungs-Loops wieder zu intentionalem Fokus zurückkehrt.[1]

Flow vs. Überfokussierung (Tunnel)

  • Flow wird als Zustand definiert, in dem drei Achsen gleichzeitig lebendig sind: Selbststeuerung (das Gefühl, den Ablauf selbst in der Hand zu haben), Erholung (das Gefühl, auch nach dem Ende noch Kraft für einen Neustart zu haben) und Rhythmus/Feedback (ein Zustand mit klarem Ziel und unmittelbarem Feedback, in dem die Schleife aus Handeln → Prüfen nicht abreißt).[1]
  • Überfokussierung (Tunnel) ist ein Zustand, in dem die Selbststeuerung sinkt, keine Erholung mehr übrig bleibt und der Rhythmus zerfällt, sodass die Schleife aus Handeln → Prüfen unterbrochen wird. Es ähnelt eher der Erfahrung, dass die Zeit wie im Flug vergeht, die Energie danach aber sogar geringer ist.[1]

Tunnel-Selbstcheckliste

Vorgeschlagen wird: Wenn auf zwei oder mehr der folgenden Fragen die Antwort „Nein“ lautet, steckt man mit hoher Wahrscheinlichkeit im Tunnel.[1]

  • Kann ich während der Arbeit meinen körperlichen Zustand sofort regulieren (aufstehen/ein Glas Wasser trinken)?
  • Bleiben nach dem Ende eher Erschöpfung oder Reue zurück als Klarheit?
  • Halte ich mich an die festgelegte Obergrenze für die Anzahl der Versuche?
  • Lese ich nicht nur Antworten, ohne „eine Aufgabe für jetzt / eine direkte Prüfung / eine nächste Wahl, falls ich feststecke“ zu haben?
  • Kann ich in einem Satz sagen, was ich gerade lerne?[1]

Vier Muster, die den Tunnel erzeugen

Der Text benennt vier typische Muster, die Überfokussierung wiederholen, und verbindet jedes davon mit einer sofortigen Korrekturhandlung und einem festzuhaltenden Ergebnis.[1]

  • Unendliche Suche: Wenn man nur endlos nach „einem besseren Weg“ sucht → die Kandidaten auf zwei reduzieren und davon einen als konkrete Aufgabe für jetzt ausführen.[1]
  • Gespräch mit Fortschritt verwechseln: Wenn sich schon die Zeit des Antwortlesens wie Fortschritt anfühlt → die Antwort in drei Zeilen umformulieren: „eine Aufgabe für jetzt / eine direkte Prüfung / eine nächste Wahl, falls ich feststecke“.[1]
  • Symptombehandlung: Wenn man immer nur an der Oberfläche weiterpatcht → den Fehlschlag in ein reproduzierbares „Artefakt“ verwandeln und eine Hypothese mit einer minimalen Änderung prüfen.[1]
  • Entscheidungsvermeidung: Wenn man Entscheidungen aufschiebt und nur Optionen anhäuft → „3 Kriterien zum Weitergehen + 1 erste Aktion beim Weitergehen“ festlegen und innerhalb der definierten Obergrenze abschließen.[1]

Fünfstufiges Ausstiegsprotokoll

Der Kern ist, die Richtung nicht über Willenskraft, sondern über Situation→Handlungs-Regeln zu ändern; zusammengefasst wird das in drei Zeilen: „Signal erkennen → Zustand regulieren → mit einer Aufgabe für jetzt neu starten“.[1]

  • Erklärung vor dem Start: Das heutige Ziel (Abschlusskriterium), ein sichtbares Ergebnis und das Abbruchkriterium im Voraus notieren.[1]
  • Arbeiten in Loops: Statt Zeit zu zerteilen, einen Event-Loop durchlaufen aus „eine Aufgabe für jetzt → nur die minimal nötigen Informationen erfragen → sofort ausführen → sofort prüfen → wieder eine Aufgabe für jetzt“.[1]
  • Zustand bei Tunnel-Signalen regulieren: Wenn drei Mal in Folge nur Fragen gestellt wurden, dann ein Glas Wasser → Zusammenfassung in drei Zeilen → eine Aufgabe für jetzt; bei zwei gleichen Fehlschlägen einen Hinweis finden → Hypothese wechseln → minimale Änderung; wenn keine Erklärung in einem Satz möglich ist, „die aktuelle Aufgabe in 1 Satz“ aufschreiben.[1]
  • Erholungsblock reservieren: Erholung ist keine Option, sondern ein Standard, der fest in den Zeitplan eingebaut wird; empfohlen werden sehr kleine Handlungen wie Gehen, Stretching, Wasser trinken oder aus dem Fenster schauen.[1]

AI-Prompt-Muster und Beispiele

Empfohlen wird, von AI nicht die Menge der Konversation, sondern die Qualität des Loops zu verlangen, und das gemeinsame Ausgabeformat auf drei Zeilen festzulegen: „eine Aufgabe für jetzt / eine direkte Prüfung / eine nächste Wahl, falls ich feststecke“.[1]

  • Muster A: Ziel, Beobachtung, Einschränkungen und k/N angeben und darum bitten, „nur eine Aufgabe vorzuschlagen, die ich sofort tun kann und die direkt in eine Überprüfung übergeht“.[1]
  • Muster B: Hypothese, beobachtete Hinweise, Einschränkungen und k/N angeben und um „genau ein minimales Experiment, das nur eine Variable bewegt“ bitten.[1]
  • Beispiel: Wenn ein Fehler nur in einem bestimmten Fall auftritt, wird gezeigt, wie man den Fehlschlag in einen reproduzierbaren Test verwandelt, mit Muster A eine Aufgabe für jetzt plus eine Prüfung erhält und danach durch Ausführung, Festhalten der Hinweise und ein minimales Experiment mit Muster B die Hypothese bewertet.[1]

Am Ende des Originals fasst der Autor zusammen, dass Überfokussierung kein Problem von Zähigkeit, sondern ein Problem des Betriebssystems sei. Ab dem Moment, in dem man mit diesem Protokoll das Steuer wieder übernimmt, werde Fokus sicherer.[1]

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