Wie wird KI Software im Jahr 2026 verändern?
(every.to)- Mit einer agentennativen Architektur werden KI-Agenten Apps auf dem gleichen Niveau wie Nutzer bedienen können und sogar Änderungen auf Entwicklerniveau vornehmen.
- Designer werden beginnen, ihre eigenen Tools selbst zu erstellen, auch ohne zu programmieren; zugleich bleibt die Einstiegshürde bei Code-Editoren eine Herausforderung.
- Mit dem agentischen Engineer entsteht ein neuer Entwicklertyp, dessen Rolle sich vom direkten Programmieren hin zum Anleiten und Koordinieren von KI-Agenten verlagert.
- Das Training von KI wird sich in Richtung Autonomie (independence) entwickeln, und es wird notwendig sein, Agenten die Freiheit zu geben, selbstständig zu erkunden und Fehler zu machen.
Prognose 1: Software, die Agenten als Bürger erster Klasse behandelt
- 2025 war das Jahr, in dem Coding-Agenten ein verlässliches Niveau erreicht haben; noch ein Jahr zuvor scheiterten selbst erfahrene Entwickler an einer Mauer aus Fehlern und Bugs, doch mit Modellen wie Anthropic Opus 4.5 wurde diese Grenze überwunden.
- Die agentennative Architektur, die sowohl die Art des App-Baus als auch die Erbauer verändert, wird in drei Stufen erklärt.
- Level 1: Alles, was ein Nutzer tun kann, kann auch ein Agent tun; KI greift auf alle Buttons, Einstellungen und Funktionen innerhalb einer App zu und bedient die Software auf dieselbe Weise wie ein Nutzer.
- OpenAIs Atlas führt Aufgaben wie das Hinzufügen von Personen zu einem Notion-Workspace direkt selbst aus.
- Level 2: Alles, was der App-Code tun kann, kann auch ein Agent tun; der Agent greift auf Backend-Funktionen zu und nutzt sie, die dem Nutzer nicht offengelegt sind.
- Cora, der E-Mail-Assistent von Every, erstellt zweimal täglich ein „Briefing“, das den Posteingang zusammenfasst.
- Level 3: Alles, was ein Entwickler tun kann, kann auch ein Agent tun; er setzt Bugfixes, Feature-Erweiterungen und Änderungen an der Funktionsweise von Software direkt nach Nutzeranfrage um.
- Unternehmen wie Anthropic und Notion denken darüber nach, Software zu bauen, die Menschen und Agenten gleichermaßen als Bürger erster Klasse behandelt.
- Level 1: Alles, was ein Nutzer tun kann, kann auch ein Agent tun; KI greift auf alle Buttons, Einstellungen und Funktionen innerhalb einer App zu und bedient die Software auf dieselbe Weise wie ein Nutzer.
Prognose 2: Designer erstellen ihre eigenen Tools selbst
- Designer und Kreative waren durch fehlende Programmierkenntnisse bisher darin eingeschränkt, vollständige Erlebnisse zu bauen, doch nun beginnt sich das zu ändern.
- Auch der Creative Lead von Every hat sich vom klassischen Designer zu jemandem entwickelt, der kleine Apps per Vibe Coding baut, um die eigene Arbeit zu unterstützen.
- Zugleich besteht weiterhin eine Angst vor dem Coding-Terminal, und damit sich KI-Code-Editoren wie Cursor auch auf Designer ausweiten können, müssen sie Code stärker abstrahieren und die Einstiegshürde senken.
Prognose 3: Ein neuer Typ Software Engineer, der KI-Agenten dirigiert
- Mit der Weiterentwicklung der KI-Fähigkeiten entstehen zwei Typen von Software-Erbauern.
- Engineers, die KI nutzen, um bestehende Prozesse zu beschleunigen, dabei aber weiterhin selbst Code lesen und schreiben
- Vibe Coder, die Ergebnisse erzeugen, auch ohne die internen Funktionsprinzipien zu verstehen
- Als dritte Kategorie entsteht der agentische Engineer.
- Softwareentwicklung wird neu definiert, mit dem Schwerpunkt auf dem Dirigieren von KI-Agenten statt auf dem Schreiben von Code.
- Der Großteil der Programmierarbeit wird delegiert; der Fokus liegt auf übergeordneten Aufgaben wie dem Definieren dessen, was gebaut werden soll, dem Zerlegen von Problemen und dem Koordinieren von Agenten.
- Im Tausch gegen einen teilweisen Verzicht auf das klassische Coding-Gefühl entscheidet man sich bewusst für eine neue Fähigkeit: Kompetenz im Management von Agenten.
Prognose 4: Die nächste Welle des KI-Trainings zielt auf Autonomie (Independence)
- Die Entwicklung von KI-Agenten ähnelt der Entwicklung von Kindern: zunächst kann man ein Baby nur fünf Minuten allein lassen, später kann es immer länger allein spielen.
- Vor einigen Jahren konnten LLMs nur einen einzigen Turn auf einmal verarbeiten; heute können sie 20 Minuten bis fast eine Stunde ohne Eingriff arbeiten, auch wenn bis zu unbegrenzter Laufzeit noch ein weiter Weg ist.
- Voraussetzungen für echte Autonomie
- Kontinuierliches Lernen
- Klares Erkennen von Zielen
- Die Fähigkeit, Ziele im Zeitverlauf sinnvoll anzupassen
- Das aktuelle Alignment-Training ist darauf ausgelegt, Agenten vorhersehbar und gehorsam zu machen, und stellt damit ein Hindernis für das Erreichen von Autonomie dar.
- Für echte Autonomie brauchen Agenten die Freiheit, zu erkunden und Fehler zu machen, doch aus Sicherheitsgründen wollte man das bislang nur ungern zulassen.
- Es braucht Lernmethoden, die Experimente und Scheitern erlauben.
- 2026 werden neue Trainingsansätze und Architekturen entstehen, die diese Einschränkungen lockern und Agenten unabhängiger handeln lassen.
Als Video ansehen – Four Predictions For How AI Will Change Software in 2026
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