3 Punkte von GN⁺ 2026-01-01 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • loss32 hat das Ziel, mithilfe von WINE- und ReactOS-Komponenten eine Linux-Distribution zu schaffen, die eine Win32-Umgebung als primären Desktop verwendet
  • Nutzer können .exe-Dateien direkt herunterladen und ausführen, und das System ist als vollständiges Open-Source-Betriebssystem konzipiert
  • Anders als ReactOS, das den Windows-NT-Kernel nachbilden will, verfolgt loss32 den Ansatz, Stabilität und Kompatibilität auf einem Linux-Kernel sicherzustellen
  • Die wichtigsten Beweggründe des Projekts sind die Verbesserung von WINE, die Wiederherstellung eines Win32-basierten Desktop-Erlebnisses und ein breiterer Zugang zu Kreativsoftware
  • Eine erste Prototyp-Distribution ist für Januar 2026 geplant, danach soll das System schrittweise verbessert werden

Das Konzept von Win32/Linux

  • Linux wird nicht als eigenständiges Betriebssystem beschrieben, sondern als Teil eines vollständigen Systems, zusammen mit WINE und dem ReactOS-User-Space
    • Diese Kombination wird „Win32/Linux“ oder „Win32 plus Linux“ genannt
  • Ausgehend von Microsofts Definition eines vollständigen OS zielt das Projekt auf die Verbindung von Linux-Kernel und Win32-Umgebung

Projektüberblick

  • Ziel ist es, eine vollständige Desktop-Umgebung aus Win32-Software auf Basis von WINE aufzubauen
    • Nutzer können .exe-Dateien direkt ausführen
    • Gedacht als freies und offenes OS, das auch für Nutzer zugänglich ist, die nicht auf Unix ausgerichtet sind
  • Im Unterschied zu ReactOS wird kein Kernel neu implementiert; stattdessen setzt das Projekt auf den Linux-Kernel und erprobte Komponenten
    • Teile des ReactOS-User-Space werden einbezogen, um die Nutzbarkeit zu verbessern
    • Da es auf Linux basiert, kann es auch Linux-Software ausführen — ein Vorteil, den ReactOS nicht hat

Umfang des Ersatzes im User-Space

  • Die Richtung ist, den User-Space so weit wie möglich vollständig durch WINE zu ersetzen
  • Konkrete Grenzen oder Ausnahmen werden nicht genannt

Motivation für den Aufbau

  • Das Projekt will das PC-Desktop-Erlebnis von den späten 1990ern bis in die frühen 2010er bewahren
  • Durch die Verbesserung der unvollständigen Teile von WINE soll die Kompatibilität für alle Nutzer steigen
  • Win32 wird als „stabiles Linux-ABI“ betrachtet
  • Dazu kommt auch ein experimenteller Antrieb nach dem Motto: einfach, weil es möglich ist

Behauptete Stabilität von Win32

  • Das Win32-ABI verfügt über eine jahrzehntelange Kompatibilitätsbilanz
    • Über WINE lässt sich sogar Win16-Software ausführen
  • Auch in Bereichen wie Kreativsoftware oder Games, in denen das GNU/Linux-Ökosystem Lücken hat, bietet Win32 breite Zugänglichkeit
  • Es wird als „stabiles ABI der Welt“ beschrieben und als Mittel bewertet, den Zugang zu kulturellem Erbe zu erweitern

Screenshots und aktueller Status

  • Die veröffentlichten Screenshots zeigen einen realen Bildschirm mit WINE unter Debian 13
  • Der aktuelle Stand enthält noch unbequeme und unfertige Elemente
  • Ziel ist es, diese Umgebung zu stabilisieren und in eine leicht installierbare Form zu paketieren

So kann man mitmachen

  • Das Projekt wurde von hikari_no_yume am 29. Dezember 2025 während des 39C3 verfasst und am 30. Dezember aktualisiert
  • Teilnahme oder Anfragen sind per E-Mail (hikari@noyu.me) oder über den IRC-Kanal #loss32 (irc.libera.chat) möglich
  • Gesucht wird Unterstützung in folgenden Bereichen:
    • Verbesserung der Integration von Wayland-Compositoren und WINE (derzeit wird standalone mutter verwendet)
    • Arbeiten an WINEs explorer.exe, shell32.dll, HiDPI-Skalierung und Packaging
    • Kompatibilitätsprobleme bei ReactOS explorer.exe, shell32.dll und WINE
    • Die gesamte Detailstruktur des GNU/Linux-Desktop-Stacks

Zeitplan

  • Für Januar 2026 ist die Veröffentlichung eines ersten Prototyps geplant
    • Nach dem Hinzufügen zu /etc/apt/sources.list soll die Installation per sudo apt install möglich sein
    • Der Prototyp wird voraussichtlich viele unfertige und fehlerhafte Elemente enthalten; anschließend ist ein iterativer Verbesserungsprozess vorgesehen

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