Tech Trends 2026: Das Jahr des Nachweises [49 Folien]
(drive.google.com)- Gesamtüberblick der Prognosen für 2026, zusammengetragen aus rund 35 Quellen wie Gartner, Deloitte, a16z usw.
- Übereinstimmend wird 2026 als das Jahr gesehen, in dem KI sich von einer „faszinierenden Technologie“ zu einem „realen wirtschaftlichen Akteur (Agent)“ und zu „physischer Realität (Physical AI/Robotics)“ entwickelt; zugleich wird prognostiziert, dass Unternehmen mit praktischen Herausforderungen wie Infrastrukturkosten, Sicherheit und dem Nachweis des ROI konfrontiert sein werden.
1. Arm (Ausblick auf Halbleiter und Infrastruktur)
Arm definiert 2026 als den Zeitpunkt, an dem sich Computing von der zentralisierten Cloud hin zu verteilter Intelligenz verlagert, und hat 20 Technologieprognosen veröffentlicht.
- Hardware-Innovationen: Der Wechsel von einzelnen riesigen Chips zu modularen Chiplet-Designs beschleunigt sich, und Leistungsskalierung über 3D-Stacking wird zum Mainstream. Sicherheit ist keine Option mehr, sondern Pflicht (Secure-by-design).
- KI-Infrastruktur: Cloud, Edge und physische KI verschmelzen zu kooperierenden Systemen, und Rechenzentren werden durch kundenspezifisches Silizium und System-Co-Design definiert, die für KI-Workloads optimiert sind.
- Physische KI und Robotik: World Models werden zum zentralen Werkzeug für die Entwicklung von Robotern und autonomen Systemen, und KI entwickelt sich zu Agenten weiter, die in der physischen Welt wahrnehmen, schlussfolgern und handeln.
- Geräte: Bei Smartphones wird On-Device-KI zum Standard, sodass KI-Funktionen auch ohne Cloud ausgeführt werden können, und es entsteht ein „AI Personal Fabric“, in dem die Grenzen zwischen Geräten verschwinden.
2. Gartner (Strategische Technologietrends)
Gartner hat die 10 wichtigsten strategischen Technologietrends für 2026 in drei Themen eingeordnet: Grundlagen schaffen, Technologien integrieren und Vertrauen sichern.
- Grundlagen schaffen (The Architect): KI-native Entwicklungsplattformen, mit denen kleine Teams schnell Software bauen, KI-Supercomputing-Plattformen für das Modelltraining und Confidential Computing zum Schutz genutzter Daten gewinnen an Bedeutung.
- Technologien integrieren (The Synthesist): Multi-Agenten-Systeme (MAS), in denen spezialisierte Agenten zusammenarbeiten, domänenspezifische Sprachmodelle (DSLMs) für bestimmte Branchen und physische KI einschließlich Robotern und Drohnen schaffen neuen Wert.
- Vertrauen sichern (The Vanguard): Proaktive Cybersicherheit zur frühzeitigen Abwehr von Bedrohungen, Nachweise der digitalen Herkunft (Digital Provenance) zur Verifikation von Inhalten, KI-Sicherheitsplattformen zur Zentralisierung der Sicherheit von KI-Anwendungen und Geopatriation zur Vermeidung geopolitischer Risiken werden unverzichtbar.
3. Deloitte (Tech Trends 2026)
Deloitte sieht 2026 als den Zeitpunkt, an dem KI die Experimentierphase hinter sich lässt und reale Wirkung erzielt, und nennt fünf zentrale Trends.
- Verschmelzung von KI und Robotik: Physische KI verwandelt Roboter von vorprogrammierten Maschinen in lernende und anpassungsfähige Systeme. Bis 2035 sollen 2 Millionen humanoide Roboter eingeführt werden.
- Realitätscheck für Agenten: Ein Grund für das Scheitern von Agenteneinführungen liegt in der bloßen Automatisierung bestehender Prozesse. Für den Erfolg müssen Prozesse grundlegend neu gestaltet und Agenten als „siliziumbasierte Arbeitskräfte“ gemanagt werden.
- Neuordnung der Infrastruktur: Um den starken Anstieg der Kosten für KI-Inferenz zu bewältigen, wird eine Hybridarchitektur aus Cloud, On-Premises und Edge zum Standard, und dedizierte KI-Rechenzentren (AI Factories) gewinnen an Bedeutung.
- Neuaufbau der Organisation: Technologieorganisationen werden in KI-native Formen umgebaut, und die Rolle des CIO erweitert sich zum KI-Evangelisten und Orchestrator.
- Sicherheitsdilemma: KI ist zugleich Sicherheitsbedrohung und Verteidigungswerkzeug. Um Angriffe abzuwehren, die sich mit „Maschinengeschwindigkeit“ abspielen, sind KI-basierte automatisierte Abwehrsysteme nötig.
4. a16z (Andreessen Horowitz – Investitions- und Branchenausblick)
a16z hat die Prognosen seiner Partner gebündelt und einen breiten Ausblick auf Infrastruktur, Apps, Biotech, Gaming, Kryptowährungen und mehr vorgelegt.
- Infrastruktur und Apps: Die Strukturierung unstrukturierter multimodaler Daten wird zur Kernaufgabe von Unternehmen, und es entstehen „promptlose Apps“, bei denen KI die Absicht der Nutzer vorab erkennt und handelt. Wichtiger als das System of Record wird die Ausführungsschicht der Agenten.
- Branchen: Mit der Wiederbelebung der US-Fertigung (American Dynamism) werden Fabriken, Energie und Logistik in KI-nativer Form neu aufgebaut. Außerdem verlagert sich das Gesundheitswesen mit dem Konzept „Healthy MAUs“ von der Krankheitsbehandlung hin zu Prävention und Monitoring.
- Krypto (Crypto): Datenschutz wird zum zentralen Burggraben der Blockchain, Stablecoins modernisieren Banksysteme auf Ledger-Basis und steigen zum Mainstream im Zahlungsverkehr auf. KYA (Know Your Agent) wird im Finanzsektor zum Pflichtprozess.
- Gaming und Medien: KI-World-Models werden zum Zentrum des Storytellings und erzeugen virtuelle Welten, die Nutzer selbst erkunden und mit denen sie interagieren können.
5. Menlo Ventures (Ausblick auf Enterprise-Generative-AI)
- Übermenschliche Coding-Fähigkeiten: 2026 wird KI bei alltäglichen Programmieraufgaben die menschliche Leistung übertreffen.
- Jevons-Paradox: Die Kosten für Inferenz sinken, aber die Nutzung explodiert, sodass die gesamten KI-Ausgaben von Unternehmen trotzdem steigen werden.
- Erklärbarkeit und Governance: Mit wachsender Autonomie von Agenten werden Funktionen zur Erklärung und Überwachung von Entscheidungsprozessen zum Mainstream.
- Edge AI: Aus Kosten- und Datenschutzgründen werden Modelle auf Geräte wie Mobilgeräte verlagert und dort ausgeführt.
6. SAS (Realitätscheck für KI)
- Das Jahr des Realitätschecks: 2026 wird angesichts von Sorgen über eine KI-Blase und dem Scheitern von Pilotprojekten zum „Jahr der Verantwortung“, in dem realer ROI und ethische Verantwortung nachgewiesen werden müssen.
- Krise der Rechenzentren: Da den massiven Investitionen in Rechenzentren keine entsprechenden Erträge folgen, könnten Fragen nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit aufkommen.
- Wandel der CIO-Rolle: Der CIO wandelt sich vom Technologieanbieter zum Chief Integration Officer, der das Agenten-Ökosystem integriert.
- Wettbewerb um synthetische Daten: Zur Lösung des Datenmangels werden synthetische Daten zur strategischen Waffe für KI-Vorsprung.
7. Christopher S. Penn (Almost Timely News)
- Explosion der Intelligenz: Schon 2025 seien KI-Modelle intelligenter als Experten auf Promotionsniveau geworden; 2026 werde sich dieser Trend beschleunigen. Open-Source-Modelle werden mit geschlossenen Modellen auf Augenhöhe konkurrieren.
- Agenten und Tools: Die Fähigkeit von KI, Webbrowser direkt zu steuern und Tools zu nutzen, verbessert sich sprunghaft, sodass Agenten, die reale Arbeit ausführen, allgegenwärtig werden.
- Beschäftigungsschock: In Berufen mit hoher KI-Exposition wie Marketing, Vertrieb und Entwicklung wird es strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt geben, etwa einen starken Rückgang bei Berufseinsteiger-Einstellungen.
8. Neontri: 16 Trends mit Fokus auf Finanzen, Fintech und E-Commerce
Neontri geht davon aus, dass sich KI 2026 über ein bloßes Werkzeug hinaus zu einem strategischen Partner entwickelt, und liefert dazu Prognosen mit konkreten Zahlen.
- Einführung und Ausgaben in Unternehmen: Mehr als 80 % der Großunternehmen werden KI in ihren Kernfunktionen ausrollen, und die weltweiten KI-Ausgaben werden 2 Billionen US-Dollar übersteigen.
- Hardware und Infrastruktur: In mehr als 50 % der Unternehmenshardware wird KI eingebettet sein, wodurch lokale Datenverarbeitung zum Standard wird.
- Intelligente Automatisierung: Einfache regelbasierte RPA (Robotic Process Automation) entwickelt sich in Kombination mit KI zu intelligenter Automatisierung, die selbst lernt und entscheidet, und 80 % der internen Audits werden auf KI umgestellt.
- Synthetische Daten und Langzeitgedächtnis: 75 % der Unternehmen werden KI aus Datenschutzgründen mit synthetischen Daten trainieren, und KI erhält über ein Kurzzeitgedächtnis hinaus ein „Persistent Memory“, das langfristigen Kontext bewahrt.
- Wandel der Suche: Keyword-Suche wird durch dialogorientierte Suche ersetzt, wodurch das Volumen klassischer Suchanfragen um 25 % sinken wird.
- Agentic AI: 40 % der Enterprise-Apps werden autonome Agenten integrieren, die nicht nur unterstützen, sondern Workflows steuern und Entscheidungen treffen.
- Arbeitsmarkt: Der Lohnaufschlag für Menschen mit KI-Kompetenzen wird sich verdoppeln, und 170 Millionen neue Arbeitsplätze werden entstehen.
- Branchenspezialisierung:
- Finanzen: Hyper-Personalisierung wird zum Standard, und KI-Chatbots werden 90 % der Bankanfragen bearbeiten.
- Retail: Bis 2026 werden 75 % der Einzelhändler verpflichtend Multi-Agenten-Systeme einführen, um Bestände und Preise in Echtzeit zu optimieren.
9. Ciklum: 5 Trends, die Technologie neu definieren
Ciklum definiert 2026 als den Zeitpunkt, an dem Generative AI von „Experiment“ zu „Ausführung“ übergeht.
- Operationalisierung von Agentic AI: Agenten wachsen über die Prototyp-Phase hinaus und werden in Bereichen wie Kundenservice und Logistik alltäglich autonom Fehler korrigieren und Aufgaben ausführen.
- KI-native Produkte: Weg von der Phase, in der bestehende Software nur um KI-Funktionen ergänzt wird (AI-enabled), hin zu „KI-nativen“ Produkten, deren Kernengine Schlussfolgerungsmodelle sind und die Legacy-Software ersetzen.
- Hyper-Personalisierung als unsichtbare Infrastruktur: Personalisierung ist keine Funktion mehr, sondern wird zu einer „unsichtbaren Infrastruktur“, die Verhalten und Kontext der Nutzer in Echtzeit interpretiert.
- Enterprise Memory: Um das Problem zu lösen, dass KI Kontext vergisst, wird „Unternehmensgedächtnis“, das vergangene Interaktionen und Domänenwissen verknüpft, zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil (Moat).
- KI im Organigramm: KI-Agenten werden als „AI Workers“ mit offiziellen Rollen und Leistungskennzahlen (KPIs) in Organigramme aufgenommen und mit Menschen zusammenarbeiten.
10. Digicrome: Die 10 wichtigsten KI-Trends, die die Zukunft prägen
Digicrome sieht 2026 als den Wendepunkt, an dem KI zu einem „Essential“ wird.
- GenAI 3.0: Über die Content-Erstellung hinaus wird die dritte Generation generativer KI, die Entscheidungsintelligenz, Planung und autonomen Betrieb ermöglicht, zum Motor der Unternehmen.
- Echtzeit-KI-Frameworks: Weg von der Batch-Verarbeitung, hin zu Echtzeit-Intelligence-Infrastrukturen als digitalem Backbone.
- Dominanz von Voice- und Vision-UI: Die Eingabe verschiebt sich vom Tippen hin zu „sprechen und zeigen“, und Voice- sowie Vision-AI dominieren die User Experience (UX).
- Cyber Intelligence: Abwehrsysteme wandeln sich zu KI-basierten „proaktiven Ökosystemen“, die Bedrohungen autonom erkennen und eindämmen.
- Digitale Zwillinge und persönliche KI: Persönliche KI auf dem Niveau eines „digitalen Zwillings“, die Termine, Lernen und Gesundheit verwaltet, wird allgegenwärtig.
- Autonome Kreativität: In den Medien wird KI nicht nur Werkzeug, sondern als „Co-Creator“ tief in Filmproduktion, Musikkomposition und mehr eingebunden.
11. USAII (United States Artificial Intelligence Institute): 10 Trends, die man beobachten sollte
USAII prognostiziert, dass sich KI 2026 vor allem entlang von Autonomie und Integration weiterentwickeln wird.
- Weiterentwicklung des Prompt Engineering: Mit zunehmender Komplexität von KI-Modellen etabliert sich Prompt Engineering als Schlüsselrolle an der Schnittstelle zwischen Business und Technologie.
- Physische KI (Physical AI): KI verbindet sich mit Robotik, IoT und smarter Infrastruktur und führt physische Aufgaben in Fertigung, Logistik und Gesundheitswesen aus.
- Frühe Phase von AGI (Artificial General Intelligence): AGI-Systeme, die nicht nur für einzelne Aufgaben, sondern domänenübergreifend lernen und schlussfolgern, beginnen Einzug in funktionsübergreifende Unternehmensprozesse zu halten.
- Sovereign AI: Wegen Datensouveränität und Sicherheit steigt die Nachfrage nach Sovereign AI stark an, bei der Staaten oder Unternehmen ihre eigene Infrastruktur und Modelle kontrollieren.
- Unsichtbare KI (Invisible AI): KI, die sich so natürlich in den Alltag einfügt wie Smart Homes oder Sprachassistenten, dass Nutzer ihre Existenz kaum wahrnehmen, verbreitet sich zunehmend.
12. Muteki Group: Vom Hype zur Partnerschaft
Muteki Group sieht 2026 nicht als Jahr des „Hype“, sondern als Jahr von „Value“ und „Infrastruktur-Fokus“.
- Vom Werkzeug zum Partner: KI wird nicht mehr nur als Werkzeug gesehen, sondern als „Partner“, der Probleme mitdefiniert und Lösungen mitfindet.
- Rechenrealität und Infrastruktur-Fokus: Anders als die Erzählung rund um Edge AI vermuten lässt, werden sich 2026 zwei Drittel der KI-Infrastrukturkapazität auf Rechenzentren und Enterprise-Server konzentrieren.
- Confidential Computing: Als Grundlage der Agentenökonomie werden Sicherheitstechnologien, die Daten im verschlüsselten Zustand verarbeiten, unverzichtbar.
- KI in der Wissenschaft: Ein „MVP-Ansatz“, bei dem KI Hypothesen aufstellt, Simulationen durchführt und Experimente verwaltet, wird die Geschwindigkeit wissenschaftlicher Entdeckungen drastisch erhöhen.
- Standardisierung des AI-IQ: Standardmetriken wie „MIQ (Machine Intelligence Quotient)“, die Schlussfolgerungsfähigkeit, Genauigkeit und Effizienz von KI umfassend bewerten, werden eingeführt.
13. Daffodil Software: Leitfaden für Business-Leader
- Autonome KI (Autonomous AI): KI tritt in eine Phase ein, in der sie nicht mehr nur vorhersagt oder generiert, sondern komplette Workflows besitzt und ausführt.
- Standardisierung von RAG in Unternehmen: Um Halluzinationen zu bekämpfen, wird Retrieval-Augmented Generation (RAG) zur Grundeinstellung für Enterprise-KI.
- GEO (Generative Engine Optimization): Suchmaschinenoptimierung (SEO) verliert an Bedeutung, und „Generative Engine Optimization (GEO)“, bei der Marken in KI-Antworten sichtbar gemacht werden, wird zum neuen Marketing-Schauplatz.
- Neue KI-Berufe: Neue KI-bezogene Rollen wie KI-Ethiker, KI-Trainer und Model-Auditoren werden auch jenseits klassischer Technikrollen unverzichtbar.
14. EY (Ernst & Young): 10 Technologiechancen
- M&A und Joint Ventures: Um mit der Geschwindigkeit der KI-Innovation Schritt zu halten, werden Unternehmen M&A und strategische Allianzen priorisieren.
- Ergebnisbasierte Preisgestaltung (Outcome-based Pricing): Da KI Arbeit automatisiert, wird sich Software-Pricing von nutzungsbasierter Abrechnung hin zu realen Ergebnissen verlagern.
- AI FinOps: Finanzabteilungen werden zur Triebkraft für den Nachweis des ROI von KI-Einführungen, und KI-Kostenmanagement (FinOps) wird institutionalisiert.
15. BlackRock (BlackRock): Globaler Investitionsausblick
- Physische Grenzen und Energie: Da der Strombedarf von KI-Rechenzentren stark steigt, werden Energieversorgung und Land zu den wichtigsten Engpässen und zugleich Investitionschancen für die KI-Expansion.
- Die Illusion der Diversifizierung: Da der Megatrend KI die Märkte antreibt, verliert eine bloße Streuung über verschiedene Anlageklassen an Wirkung, und aktive Investmentstrategien werden wichtiger.
Die obige Beschreibung ist per Copy & Paste aus dem von Autor Jeon Jong-hong auf Facebook geteilten Beitrag übernommen worden.
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