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1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-12-27
Hacker-News-Kommentare
  • Das betreffende Repository hatte vor etwa eineinhalb Jahren FFmpeg-Code kopiert eingefügt und trotzdem behauptet, unter der Apache-2.0-Lizenz zu stehen
    Die LGPL schreibt vor, dass Bibliotheken dynamisch gelinkt werden müssen, aber hier wurde der Code direkt hineinkopiert
    Der relevante Tweet ist hier zu finden
    • Auch unter der LGPL ist das Kopieren von Code selbst möglich, aber Lizenz-Header oder Herkunftsangaben dürfen nicht entfernt werden
    • Dass man eineinhalb Jahre gewartet hat, bedeutet, dass es wohl nicht bloß ein Versehen war
    • Die LGPL verlangt nicht zwingend dynamisches Linken. Auch statisches Linken ist erlaubt, solange die Austauschbarkeit der Bibliothek gewährleistet bleibt
    • Der Kern ist nicht ein LGPL-Verstoß, sondern ein Problem der Urheberrechtsinhaberschaft. Rockchip ist nicht der Urheberrechtsinhaber von FFmpeg und hat daher nicht das Recht, es unter einer anderen Lizenz als der LGPL zu vertreiben
      Man hätte den geänderten FFmpeg-Code als separaten Fork abspalten und die LGPL-Lizenz kenntlich machen müssen
    • Es wurde gefragt, wie man vorgehen sollte, wenn man Bibliotheken mit unterschiedlichen Lizenzen mischt
  • Man fragt sich, wie solche Fälle im Zeitalter von KI behandelt werden, wenn Code ohne Quellenangabe erzeugt wird
    Denn ein LLM erzeugt Code nicht aus dem Nichts, sondern als Ergebnis des Lernens aus bestehendem Quellcode
    • Das beste Szenario wäre, dass so etwas zum Auslöser wird, die gesamte Industrie rund um Softwarepatente und Urheberrecht zu erschüttern
      Ein dauerhaftes Einnahmemodell aus Rechten passe aus dieser Sicht nicht zur ursprünglichen Absicht des Gesetzes
    • LLMs geben den Code aus den Trainingsdaten nicht einfach wortwörtlich wieder
    • Auch von Menschen Geschaffenes ist letztlich eine Kombination bestehender Materialien. Juristisch entscheidend ist, wie direkt kopiert wurde und wie eindeutig das nachweisbar ist
    • Letztlich seien alle Werke abgeleitete Werke
  • Die LGPL erlaubt es, FFmpeg insgesamt als so oder lib zu kompilieren und dynamisch zu linken,
    aber Änderungen innerhalb von FFmpeg oder hinzugefügte Teile müssten unter der GPL offengelegt werden
    Das Problem bei Rockchip sei gewesen, dass FFmpeg-Dateien kopiert und zusammen mit proprietärem Code gebaut wurden
  • Manche kennen Rockchip nicht gut, aber bei einer Suche findet man viele Projekte, die FFmpeg enthalten
    Zum Beispiel behält dieses Repository die Lizenzdatei und die Header bei
    Man fragt sich, was an diesem DMCA-Takedown-Antrag diesmal anders ist
    • In diesem Repository wurde die Lizenz nicht falsch deklariert.
      Dadurch ist klar erkennbar, dass man bei abgeleiteten Werken die Änderungen am LGPL-Code teilen muss
  • Der zugehörige Beitrag des offiziellen FFmpeg-Accounts ist hier zu sehen
  • Es wirkt, als würde das Recht nicht mehr richtig funktionieren
    Selbst offenkundig illegales Verhalten lasse sich schwer sanktionieren, und die Kosten rechtlicher Gegenwehr seien zu hoch
    Am Ende wirke das Recht wie ein Mittel, um die Schwächeren zu unterdrücken.
    Das erinnere an die Logik von Waffenbefürwortern: „Nur die Guten halten sich an das Gesetz“
    • Jemand berichtete aus eigener Erfahrung von der Unfähigkeit kanadischer Behörden und des Privacy Commissioner
      Auch das Mietrecht in Ontario sei unausgewogen; in einem Fall habe ein lügender Vermieter am Ende sogar profitiert
      Man frage sich, wie lange ein solches System noch tragfähig sei
    • Andererseits kam auch die Reaktion, dass dies diesmal nicht gerade ein Fall sei, in dem die gute Seite mithilfe des Rechts gewonnen hat?
  • Auf die Bitte nach einem Archiv-Link
    wurde dieser Link geteilt
    • Es kam auch die Reaktion, man könne doch selbst direkt einen Archiv-Link erstellen
    • Mehrere Nutzer teilten anschließend denselben Link erneut
  • Es gab auch die Reaktion: „Gut, wohin kann ich spenden?“
    • Die offizielle Spendenseite von FFmpeg ist hier
  • Manche sahen darin auch ein Problem des Kulturkonflikts — einen Konflikt zwischen der Shanzhai-Kultur und westlichen Urheberrechtsvorstellungen
    • Daraufhin wurde gefragt, ob damit behauptet werde, China habe kein Konzept von Urheberrecht oder missachte den Rechtsstaat
    • Jemand merkte an, dass er die CCP nicht möge, es auf GitHub insgesamt aber viele Probleme mit mangelndem Lizenzverständnis und Code-Diebstahl gebe
  • Es kam auch die Idee auf, ein dezentralisiertes GitHub auf Blockchain-Basis zu bauen
    Wenn alle Commits als Transaktionen gespeichert würden, entstünde angeblich ein nicht löschbares Repository
    • Git selbst hat bereits eine Art Blockchain-Struktur.
      Ob Tags dazugehören, sei allerdings nicht sicher. Fossil bezieht sogar Tags in die Blockchain ein
    • Auch Torrents sind dezentralisiert, konnten aber durch rechtlichen Druck durchaus wirksam bekämpft werden
      Wie bei The Pirate Bay oder Megaupload gilt: Wenn etwas zu erfolgreich wird, wird es am Ende doch verfolgt
    • Selbst wenn man nur Pointer auf verteilte Dateispeicher verwaltet, wären die Kosten enorm
    • Die Blockchain als Mittel zur Umgehung der GPL zu benutzen, sei ein dystopischer Gedanke
      Wenn man dazu noch LLMs mischt, werde das wirklich zu einem Torment-Nexus-Niveau
    • Es gab auch die knappe Reaktion, dass git ohnehin schon wie eine Blockchain funktioniere