- Jimmy Lai, ein in Hongkong zum Selfmade-Unternehmer gewordener Geschäftsmann, der vom chinesischen Festland geflohen war, wurde wegen Verstößen gegen Hongkongs „Nationales Sicherheitsgesetz“ schuldig gesprochen.
- Er wurde in Anklagepunkten im Zusammenhang mit Verschwörung zur Kollaboration mit ausländischen Kräften und aufrührerischen Veröffentlichungen verurteilt und gilt als eine Persönlichkeit, die sich seit Jahrzehnten für Demokratie und Meinungsfreiheit einsetzt.
- Obwohl er britischer Staatsbürger ist, floh er nicht ins Ausland, sondern entschied sich, in Hongkong zu bleiben und weiterzukämpfen, und erklärte, er werde „bis zum Ende kämpfen“.
- Das Nationale Sicherheitsgesetz wurde 2020 erlassen und kriminalisiert politische Opposition und bürgerliche Freiheiten in weitem Umfang, wodurch Hongkongs Freiheiten geschwächt wurden.
- Seine Entscheidung wird als symbolische Handlung bewertet, die der Welt zeigt, was geschieht, wenn Autoritarismus die Freiheit unterdrückt.
Jimmy Lais Leben und Hintergrund
- Jimmy Lai floh im Alter von 12 Jahren mit einem Fischerboot vom chinesischen Festland nach Hongkong und arbeitete danach in einer Bekleidungsfabrik.
- Er arbeitete und schlief als Jugendlicher in der Fabrik, baute ein Bekleidungsgeschäft auf und wurde so zu einem Selfmade-Milliardär.
- Obwohl er keinerlei Erfahrung im Medienbereich hatte, gründete er das Medium „Apple Daily“, das sich für Demokratie und Pressefreiheit einsetzt.
- Das Medium war bekannt für seine kritische Haltung gegenüber Autoritarismus und seine Verteidigung der Freiheit.
- Seine Mutter wurde von der Kommunistischen Partei Chinas als „Klassenfeind“ eingestuft und in ein Arbeitslager gesperrt, während er in Hongkong Freiheit fand.
Schuldspruch und das Nationale Sicherheitsgesetz
- Er wurde in zwei Fällen der Verschwörung zur Kollaboration mit ausländischen Kräften und einem Fall aufrührerischer Veröffentlichungen schuldig gesprochen.
- Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit langjährigem Widerstand gegen Illiberalismus.
- Das Hongkonger Nationale Sicherheitsgesetz, das 2020 in Kraft trat, wird als Gesetz bewertet, das abweichende Meinungen unterdrückt und bürgerliche Freiheiten einschränkt.
- Er wurde im August 2020 festgenommen; vier Monate nach seiner Freilassung auf Kaution wurde diese widerrufen, seitdem ist er inhaftiert.
- Die Gesetzgebung führte de facto zu einer Lähmung der Aktivitäten der Opposition in Hongkong.
Warum er blieb statt zu fliehen
- Er ist britischer Staatsbürger und hätte im Ausland leben können, entschied sich jedoch, Hongkong nicht zu verlassen.
- Sein Freund und ehemaliger Chefredakteur der South China Morning Post, Mark Clifford, riet ihm zur Flucht, doch er lehnte ab.
- In einem Interview mit Radio Free Asia sagte Lai: „Hongkong hat mir alles gegeben. Ich werde nicht gehen. Ich werde bis zum Ende kämpfen.“
- Vor Gericht sagte er aus, er habe den damaligen US-Vizepräsidenten Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo getroffen, um sie um öffentliche Unterstützung für Hongkong zu bitten.
Symbol für Freiheit und Opfer
- Er kam zu dem Schluss, dass es wichtiger sei, der Welt das Fehlen von Freiheit zu zeigen, als seine persönliche Freiheit zu bewahren.
- Seine Inhaftierung wurde zu einem Beispiel, das die Realität offenlegt, wenn autoritäre Regierungen Freiheit unterdrücken.
- Sein Leben ist untrennbar mit der Geschichte Hongkongs verbunden.
- Im Kontrast zwischen dem früher freien Hongkong und dem heutigen unterdrückten Hongkong stellt er die Frage: „Wird man sich für Hongkongs Vergangenheit entscheiden oder für seine Zukunft?“
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