- Unscii ist ein Bitmap-Unicode-Font-Set auf Basis klassischer Systemschriften, das sich sowohl für Character-Cell-Art als auch für Terminal- und Programmierumgebungen eignet
- Die Hauptversionen sind unscii-8 (8×8 Pixel) und unscii-16 (8×16 Pixel); außerdem gibt es mehrere Alternativstile sowie die „full“-Variante mit ergänzten fehlenden Glyphen
- Mit den in Unicode 13.0 hinzugefügten Zeichen für „Legacy Computing“ erschien Unscii 2.0, das bestehende Fehler behebt, die Lesbarkeit verbessert und neue Zeichen ergänzt
- Durch die Untersuchung der visuellen Merkmale klassischer Systemschriften wie Amiga, Commodore 64 und IBM PC wird eine neutrale und konsistente Form umgesetzt
- Als Werkzeug, das historische Zeichenkunst mit modernen Unicode-Umgebungen verbindet, spielt es eine wichtige Rolle bei der Reproduktion von ASCII-Art und Terminalgrafik
Überblick über Unscii
- Unscii ist ein Bitmap-Unicode-Font-Set auf Basis klassischer Systemschriften
- Geeignet für Character Cell Art und auch nutzbar in Terminal- und Programmierumgebungen
- Zwei Hauptvarianten: unscii-8 (8×8 Pixel), unscii-16 (8×16 Pixel)
- Für unscii-8 existieren mehrere alternative Stile
- unscii-16-full enthält fehlende Glyphen aus Fixedsys Excelsior und GNU Unifont
- unscii-16-full steht unter GPL, die übrigen Varianten sind Public Domain
- Der Urheber ist Viznut
Unscii 2.0
- In Unicode 13.0 (2020-03-10) wurden 214 grafische Zeichen für „Legacy Computing“ ergänzt
- Darunter fehlende Zeichen aus PETSCII, Teletext/Videotex usw.
- Zeichen, die bereits in Unscii 1.x enthalten waren, erhielten eine offizielle Unicode-Zuordnung
- Der Hauptgrund für das Update auf Unscii 2.0 ist die Übernahme dieser Zuordnung
- Zusätzlich wurden Fehlerkorrekturen, Verbesserungen der Lesbarkeit und neue Zeichen umgesetzt
- Es werden Testbilder der aktuell in Unicode verfügbaren Zeichen bereitgestellt
Beispiele (EXAMPLES)
- Amiga-ANSI-Art: Hellbeards Divine Stylers, gerendert mit unscii-16
- PC-ANSI-Art: Rad Mans Ansi Love, gerendert mit unscii-16
- Commodore-64-PETSCII-Bilder: Redcrabs I Has Floppy, Dr.TerrorZs The First Ball, Mermaids Gary
- Das Quellcode-Paket enthält einen Bitmap→Unscii-Konverter
- Enthält ein Beispiel für die Umwandlung nach unscii-8 mit der 256-Farben-xterm-Palette
Download (DOWNLOADS)
- Die eigentlichen Bitmap-Formate sind HEX und PCF
- HEX ist dasselbe einfache Hexdump-Format wie im Unifont-Projekt
- TTF, OTF, WOFF sind vektorisierte Versionen
- Die PCF-Version enthält keine Zeichen oberhalb von U+FFFF
- Die neuen grafischen Zeichen werden jedoch im Bereich PUA (Private Use Area) bereitgestellt
- Die Mapping-Informationen sind in der Datei
<uns2uni.tr> enthalten
Hintergrund (BACKSTORY)
- In Unicode gibt es pseudografische Zeichen, diese werden jedoch in ANSI-Art kaum verwendet
- Auch in MUDs werden meist nur die Blockzeichen der MS-DOS-Codepage 437 genutzt
- Der Grund ist, dass die Umsetzung nicht-CP437-Grafikzeichen in bestehenden Unicode-Schriften unvollständig war
- Das Unicode Consortium zeigte nur geringes Interesse an der Umsetzung pseudografischer Zeichen
- Es entstand ein Teufelskreis: „Ohne Schriften keine Kunst, ohne Kunst keine Schriften“
- Um dieses Problem zu lösen, wurde Unscii als kunstkompatible Unicode-Schrift entwickelt
Designgrundlage
- 8×8-Systemschriften lassen sich nach Strichstärke in 1-Pixel- und 2-Pixel-Typen einteilen
- Unscii verwendet den 2-Pixel-Typ, da die Ähnlichkeit zwischen klassischen Systemen höher ist und sich so leichter eine neutrale Form umsetzen lässt
- Visuelle Basissysteme der 8×8-Version:
- Amiga (Topaz-8), Amstrad CPC, Atari 8-bit/Arcade/32-bit, BBC Micro, Commodore 64, IBM PC (CGA/VGA 80×50)
- Die 8×16-Version erweitert 8×8 nach festgelegten Umwandlungsprinzipien
- Referenzschriften: Windows Fixedsys, IBM PC VGA, X Window 8x13/9x15, Macintosh Monaco, Digital VT420, DejaVu Sans Mono, Lucida Console, Inconsolata
- Vorrang hat eine neutrale Form, bei Bedarf wird jedoch für Art-Verbindbarkeit oder Lesbarkeit angepasst
- Beispiel:
/\\XY bewahrt die Verbindbarkeit in ASCII-Art, die Serifen von iIl wurden verlängert
- Nicht definierte 8×16-Glyphen werden durch eine in der Höhe verdoppelte 8×8-Version ersetzt
Zusätzliche Varianten und Zeichen-Mapping
- Durch die Untersuchung von Spieleschriften und Fonts mit dünnen Linien entstanden unscii-8-thin, unscii-8-mcr, unscii-8-fantasy
- Hunderte nicht in Unicode enthaltene Zeichen wurden auf den PUA-Bereich gemappt
- U+E080..E0FF: Teletext/Videotex-Blockmosaike
- U+E100.. : PETSCII, weiche Videotex-Mosaike, zusätzliche Schattierungen, abgerundete Ecken usw.
- U+E800.. : untypische, aber nützliche Kreuzlinien, Diagonalen, nichtlineare Muster usw.
- U+EC00.. : besondere Zeichen wie spielorientierte Bitmaps
- Seit Unicode 13.0 sind einige dieser Zeichen offiziell in Unicode enthalten, die PUA-Zuordnung bleibt jedoch aus Kompatibilitätsgründen erhalten
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