- Eine Untersuchung wurde durchgeführt, um die Struktur von Nordkoreas nationalem Glasfasernetz durch die Analyse verschiedener öffentlicher Quellen sowie von Satelliten- und Fotoinformationen zu erfassen.
- Als zentrale Achsen werden die Anbindung an die russische TTK, die Verbindung über Dandong in China und das Pyongyang-zentrierte interne Netz „Kwangmyong“ genannt.
- Es deutet darauf hin, dass Glasfaserkabel entlang der Ostküstenbahn (Pyongra Line) und der Landstraße 7 verlegt wurden; zugehörige Infrastrukturrückstände wurden in Fotos und Berichten bestätigt.
- Aus der Traceroute-Analyse ergibt sich, dass der über Russland geleitete Verkehr weniger Verzögerung aufweist, während der über China geleitete Verkehr intern einen komplexeren Pfad hat.
- Es wird als Fall beschrieben, dass die nordkoreanische Internetstruktur zentralisiert ist und über bidirektionale Verbindungen zu Russland und China nach außen angebunden wird.
Überblick über die Erkundung des Glasfasernetzes in Nordkorea
- Der Auslöser der Untersuchung war eine landesweite Glasfaserkabelkarte aus einer Luftfahrt-Industrie-Präsentation, die Nordkorea der ICAO vorgelegt hatte.
- Diese Folie zeigte eine Trasse, die Pyongyang mit Odaejin verband.
- Auf dieser Grundlage begann die Studie, die physische Netzwerkverteilung in Nordkorea nachzuzeichnen, und ergänzte sie mit externen Datenquellen.
Historische Informationen zu Glasfaseranschlüssen
- Laut dem 38North-Bericht (2017) wurde die Glasfaserverbindung zwischen Nordkorea und der russischen TTK im Jahr 2017 über die Korea–Russia Friendship Bridge aufgebaut.
- Auf Fotos bei Flickr wurden in der Nähe eines Bahngleises zum Tumen-Fluss verlegte Strukturen im Gras gesehen, was auf eine Untergrundverlegung der Kabel schließen lässt.
- Laut dem Bericht des Nautilus Institute (2011) gilt:
- 1995: Erste Glasfaserlinie zwischen Pyongyang und Hamhung
- 1998: Verbindung zwischen Pyongyang und Sinuiju
- Stand 2000: Wichtige Betriebsstrecken: Pyongyang–Hamhung, Pyongyang–Sinuiju, Hamhung–Rajin–Sonbong, Rajin–Hunchun (China), Pyongyang–Namp'o
- 2003: Aufbau des landesweiten Mobilfunknetzes in wichtigen Städten wie Pyongyang und Namp'o sowie entlang von Autobahnabschnitten
- Das Kwangmyong wurde als 2,5-Gbit/s-Backbone für die landesweite Vernetzung betrieben.
- Werden diese Informationen zusammengeführt, ergibt sich ein Modell, in dem von Russland kommende Glasfaserkabel entlang der nordkoreanischen Ostküste nach Pyongyang führen.
Interne Struktur des Kwangmyong-Netzes
- Alle Provinzen Nordkoreas sind über Kwangmyong verbunden; es handelt sich um ein für Bürger zugängliches internes Intranet.
- Laut den Forschungsnotizen von Prof. Choi Sung an der Namseoul University befinden sich die wichtigsten Knotenpunkte von Kwangmyong in drei Regionen im Nordosten.
- Die Karte zeigt Netzwerkknotenpunkte nach Region.
Verlegung von Glasfaser entlang von Bahn- und Straßenkorridoren
- Die Mobilfunkmastkarte von 38North (2022) zeigt auf der Ostküste ein lineares Muster.
- Es stimmt mit den wichtigsten Straßen- und Eisenbahnlinien überein und weist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Kommunikations-Backhaul-Verbindung hin.
- Auch auf der Eisenbahnkartierung von Beyond Parallel verläuft die Pyongra Line entlang der Ostküste.
- In zahlreichen Fotos bei Flickr wurden Zweigkästen, Verlegekästen und Utility-Boxen entlang der Bahnstrecke beobachtet, die auf Spuren entlang der Trasse verlegter Glasfaserkabel hindeuten.
- In einigen Bergabschnitten wird eine Verlegung entlang der Landstraße 7 (AH6) vermutet.
- Die kombinierte Trasse ergibt die ostkoreanische Korridorachse Pyongyang → Wonsan → Hamhung → Chongjin → Rajin → Tumen River.
Netzwerkverbindungsstruktur und Verkehrsanalysen
- Nordkoreas internationale Glasfaserkabel führen über zwei Routen: Dandong–Sinuiju (China) und TTK–Tumen River (Russland).
- Von den 1.024 IP-Blöcken (175.45.176.0/22) wurden folgende Zuordnungen gefunden:
- 175.45.176.0/24 → über China Unicom
- 175.45.177.0/24 → über Russia TransTelekom
- 175.45.178.0/24 → Dual-homed
- Traceroute-Ergebnisse:
- Verkehr über den China-Pfad verursacht vor dem Eintritt in Nordkorea etwa 50 ms zusätzliche Latenz.
- Verkehr über den Russland-Pfad liegt bei etwa 4 ms Latenz, was auf eine direkte Verbindung in Grenennähe hindeutet.
- Die Server könnten hauptsächlich in Pyongyang konzentriert sein, einige IPs könnten jedoch auch in der Nähe der russischen Grenze liegen.
Fazit
- Zusammengenommen zeigen öffentliche Daten und Netzwerkmessungen, dass das Internet in Nordkorea eine zentralisierte Struktur aufweist, bestehend aus
- einer Doppelanbindung über Russland und China,
- einem entlang der Ostküsten-Eisenbahn- und Straßenkorridore aufgebauten Glasfaser-Backbone,
- einer landesweiten internen Vernetzung über Kwangmyong.
- Obwohl offizielle Informationen begrenzt sind, kann die Kommunikationsstruktur Nordkoreas anhand öffentlicher Daten und physischer Infrastrukturspuren teilweise rekonstruiert werden.
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