- In den USA wurden in zahlreichen Filialen von Dollar General und Family Dollar Fälle bestätigt, in denen an der Kasse mehr berechnet wurde als der Regalpreis ausgewiesen.
- Bei manchen Märkten liegt die Fehlerquote bei den Preisen bei über 70 %, und trotz wiederholter Untersuchungen sowie Geldbußen in mehreren Bundesstaaten kommt es zu anhaltenden Verstößen.
- Als Hauptursachen gelten Personalmangel und unzureichender manueller Austausch von Preisetiketten; Beschäftigte berichten von übermäßiger Arbeitslast und Personalabbau.
- Verbraucherinnen und Verbraucher mit begrenztem Budget – etwa durch die Sozialversicherungsrente – akzeptieren die Überzahlungen oft, weil es keine Alternativgeschäfte gibt.
- Die Ausbreitung in einkommensarmen Gegenden und wiederholte Überberechnungen rückt ein strukturelles Problem in den Fokus, das lokale Wirtschaft und Verbrauchervertrauen schädigt.
Zustand der Preisfehler
- In der Family Dollar-Filiale in Windsor (North Carolina) wurden bei 300 Artikeln 69 über dem Regalpreis abgerechnet, was eine Fehlerquote von 23 % ergab.
- Überteuerte Abrechnungen betrafen eine Vielzahl von Artikeln wie Pizza, Papiertücher, Müsli und Schmerzmittel.
- Die staatliche Toleranzgrenze von 2 % wurde damit weit überboten.
- Seit 2022 meldete Dollar General 4.300 Fehlversuche bei der Preisgenauigkeitsprüfung in 23 Bundesstaaten, Family Dollar 2.100 in 20 Bundesstaaten.
- In Ohio, New Jersey, Utah und anderen Regionen wurden Fehlerquoten von 50–76 % festgestellt.
- Einige Filialen verzeichneten 28 aufeinanderfolgende Fehlschläge bei den Prüfungen.
Maßnahmen und Grenzen der Bundesstaaten
- Mehrere Bundesstaaten wie Arizona, Colorado, New Jersey und Ohio haben Sanktionen über Verbrauchertäuschungsuntersuchungen und Vergleichszahlungen verhängt.
- Beispielsweise wurden in Arizona mit Family Dollar 600.000 Dollar und in Colorado mit Dollar General 400.000 Dollar vereinbart.
- Die Obergrenzen der Geldbußen (etwa 5.000 Dollar) sind jedoch zu niedrig, um starke Verbesserungsanreize für Unternehmen zu schaffen.
- Manche Staaten führen nicht einmal Zufallsprüfungen durch und verlassen sich nur auf Verbraucherbeschwerden.
- Maryland, Idaho und Washington führen keine Zufallsprüfungen durch.
- Illinois, South Carolina und weitere Bundesstaaten führen überhaupt keine Prüfungen durch.
Positionen der Unternehmen und interne Struktur
- Beide Unternehmen gaben nur eine knappe Erklärung ab und sagten, sie würden sich um maximale Preisgenauigkeit bemühen.
- Dollar General behauptet, dass ein absoluter Preisabgleich rechtlich nicht vorgeschrieben sei.
- Bei Preisänderungen ist das POS-System automatisch, die Regaletiketten müssen jedoch manuell ersetzt werden.
- Wegen Personalmangels kommt es zu Verzögerungen oder Auslassungen beim Austausch.
- Beschäftigte sagten, dass sie in Filialen mit nur 1 bis 2 Personen hunderte Preisetiketten wechseln müssten.
- In einigen Märkten wurde berichtet, dass mit „Schein-Rabatt“-Aufklebern Produkte verkauft wurden, die in Wirklichkeit keinen Preisnachlass hatten.
Verbraucherbeispiele
- Die 64-jährige Linda Davis aus Ohio stellte fest, dass 12 von 23 Artikeln überteuert berechnet wurden.
- Hohe Transportkosten machen es ihr schwer, andere Läden anzusteuern.
- Verbraucher mit eingeschränkter Mobilität aufgrund von Behinderung oder Alter sind besonders betroffen, da es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt.
- Das Büro des Staatsanwalts von Ohio einigte sich jeweils mit Dollar General und Family Dollar auf 1 Million bzw. 400.000 Dollar.
- Dennoch hielten Beschwerden auch danach an.
- Bei manchen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist der Aufwand für Schlichtungsgebühren bei geringen Überhöhungen ein Hindernis für rechtlichen Schutz.
Industrie-Struktur und gesellschaftliche Auswirkungen
- Dollar General betreibt 20.000 Filialen in den USA, Family Dollar 8.000 Filialen.
- Der Großteil befindet sich in einkommensarmen und ländlichen Regionen.
- Die gemeinnützige Organisation ILSR warnt, dass Dollar Stores den lokalen Einzelhandel verdrängen und damit den ökonomischen Niedergang verschärfen.
- Das Schließen unabhängiger Lebensmittelgeschäfte verringert den Zugang zu frischen Lebensmitteln.
- Eine Dollar General-Filiale im Essex County, New York, wurde wegen einer Fehlerquote von über 40 % mit einer Geldstrafe von mehr als 100.000 Dollar belegt.
- Wegen fehlender Alternativen nutzen die Einwohner weiterhin dieses Geschäft.
Personalstruktur und Betriebsablauf
- Mitarbeitende nennen durchgängig überhöhte Bestände, Personalabbau und Arbeitsüberlastung.
- Mehrere Berichte sprechen davon, dass in 8 bis 13 Stunden Schichtarbeit oft mehr als die Hälfte allein gearbeitet werden muss.
- Pro Woche müssen hunderte Etiketten gewechselt werden, aber es fehlt an Zeit.
- In einigen Filialen besteht der Verdacht auf absichtliche Preisaufblähung oder Manipulation von Sale-Labels.
- Beispiel: Bei Kaffeeprodukten zeigte der „Sale“-Aufkleber oft denselben Preis wie zuvor.
Rechtliche Reaktionen und Klagen
- Missouri und andere Staaten führen Klagen wegen täuschender Preiskennzeichnung.
- Von 147 geprüften Filialen bestanden 92 die Prüfung nicht, mit Preisabweichungen von bis zu 6,50 USD pro Artikel.
- Gegenüber Dollar General steht in einer Klage von Aktionären der Vorwurf, dass Fehlbestandsführung und Personalabbau zu Überberechnungen geführt hätten.
- Das Unternehmen hält dagegen, dass die Aussagen weniger ehemaliger Beschäftigter allein nicht ausreichen, um den Vorwurf zu beweisen.
- Der Bundesgerichtshof von New Jersey wies eine Verbrauchersammelklage auf Grundlage einer Schiedsklausel ab und erschwerte so die Rechtsdurchsetzung der Betroffenen.
Regionale Wirtschaft und Verbrauchersituation
- Dollar Stores behaupten, sie seien „unverzichtbare Läden in Food-Deserts“,
- Kritiker meinen jedoch, sie seien eine Ursache wirtschaftlicher Not.
- Eine Filiale in Port Henry, New York, meldete eine Fehlerquote von 78 %, und die Einwohner sagten, sie hätten keine Alternative und müssten sie nutzen.
- Ein lokaler Beamter verwies auf einen Fall, bei dem die Strafe reduziert wurde, weil man den Laden als einziges Geschäft in der Gegend nicht schließen könne.
Fazit
- Die Dollar-Store-Branche ist als niedrigpreisiges Versorgungssystem für einkommensschwache Haushalte gewachsen,
- verlor jedoch durch wiederholte Preisfehler und strukturellen Personalmangel das Vertrauen der Verbraucher.
- Trotz Geldbußen und Vergleichen wird die Lösung des Problems verzögert, während Gemeinden in der „Sparfalle“ eines Kreislaufs aus Armut feststecken.
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