- Unter Studierenden renommierter US-Hochschulen beantragt eine beachtliche Zahl akademische Nachteilsausgleiche mit dem Hinweis auf Lernschwierigkeiten oder psychische Probleme
- Bei Brown und Harvard wird jeweils ein Anteil von 20 %, bei Amherst 34 % und bei Stanford 38 % der Bachelor-Studierenden als behindert registriert gemeldet
- Viele Professoren sehen darin eher die Nutzung von Vorteilen wie verlängerten Prüfungszeiten durch wohlhabende Studierende als echte körperliche Behinderungen
- Lockerere Standards der ADA (Americans with Disabilities Act) sowie die Verbreitung psychischer Gesundheitsdiskurse in Sozialen Medien beeinflussen diese Selbstdiagnose und Identitätsbildung
- Überflüssige Vorteile werden dafür kritisiert, dass sie Chancen auf akademische Entwicklung nehmen und eine Fehlervermeidungsmentalität verstärken
Anstieg der Behinderungsregistrierung bei Elite-Studierenden
- Bei den besten Universitäten der USA ist ein rascher Anstieg des Anteils behinderter Studierender zu beobachten
- Brown und Harvard: 20 %, Amherst: 34 %, Stanford: 38 % wurden gemeldet
- Meistens handelte es sich um Diagnosen im Bereich psychischer Gesundheit oder Lernbehinderungen wie Angst, Depressionen und ADHD
- Professoren betonen, dass es sich nicht um Studierende im Rollstuhl, sondern um Fälle handelt, in denen wohlhabende Studierende verlängerte Prüfungszeiten erhalten
- Studierende mit echten kognitiven Schwierigkeiten seien in Community Colleges deutlich häufiger vertreten; dort liegt die Behinderungsquote bei etwa 3 bis 4 %
Institutionelle Faktoren und gelockerte Diagnosekriterien
- Die ADA (Americans with Disabilities Act) erlaubt unter anderem, auf Grundlage eines ärztlichen Attests breite akademische Nachteilsausgleiche zu gewähren
- Die 2013 überarbeitete Ausgabe des DSM (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen) hat die Kriterien für eine ADHD-Diagnose gelockert
- Dadurch werden leichte Konzentrationsstörungen oder soziale Ängste zunehmend als Behinderung klassifiziert
- Dieses regulatorische Umfeld erleichtert Selbstdiagnosen und Anträge auf Nachteilsausgleiche bei leistungsstarken Studierenden
Identitätsbildung im Bereich psychische Gesundheit und der Einfluss sozialer Medien
- Einige Studierende betrachten solche Vergünstigungen nicht als Betrug, sondern als Ausdruck ihrer Identität
- Will Lindstrom von der University of Georgia sagte, dass Studierende bereits in der Annahme kämen, eine neuroentwicklungsbezogene Störung zu haben
- Auf TikTok und anderen Sozialen Medien werden ADHD- oder Angstsymptome sehr weit gefasst
- Beispielhaft werden etwa häufiges Tragen von Kopfhörern oder schlechte Zeitplanung als Symptome genannt
- In der Folge verbreitet sich die Überzeugung, „jeder sei behindert“
Risikoaversion und Angst vor dem Scheitern
- Studierende an Elite-Unis haben eine ausgeprägte Furcht vor Misserfolg, wodurch selbst kleine Schwierigkeiten pathologisiert werden
- Früher als normaler Teil der Entwicklung betrachteter Studienstress wird nun zu einem Diagnosekriterium
- Der Einfluss sozialer Medien verstärkt den Eindruck, dass "Aufmerksamkeitsabfall = ADHD" gilt
- Diese Haltung trifft auf eine risikoaverse Neigung unter Kindern der oberen Mittelschicht
Nebenwirkungen unnötiger Nachteilsausgleiche
- Übermäßige akademische Unterstützungen führen zu Verletzung der Fairness und Behinderung der Selbstentwicklung
- Maßnahmen wie verlängerte Prüfungszeiten, Befreiungen von Präsentationen oder Abgabeverlängerungen können kurzfristig die Leistungen steigern
- langfristig führen sie jedoch zu einer Schwächung von Problemlösefähigkeit und Resilienz im Erwachsenenalter
- Der Beitrag bewertet diese Entwicklung als ein Verhalten, mit dem man sich selbst die Chancen auf intellektuelles Wachstum nimmt
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