- Vitamin D ist ein durch Sonnenlicht gebildeter Nährstoff, der nicht nur die Knochengesundheit, sondern auch die Immunabwehr und kardiovaskuläre Gesundheit beeinflusst.
- In aktuellen Studien wird ein Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschrieben, doch ob eine Supplementierung dies verhindert, ist nicht eindeutig belegt.
- Einige Studien deuten darauf hin, dass Vitamin D auch mit der Erkältungshäufigkeit, der Gen-Proteinproduktion, psychischer Gesundheit und Schwangerschaftsoutcomes in Verbindung steht.
- Eine Analyse von 37 klinischen Studien legt jedoch nahe, dass Vitamin-D-Supplemente möglicherweise keine Wirkung zur Verhinderung akuter Atemwegsinfektionen haben.
- Bislang fehlen eindeutige Schlussfolgerungen, daher wird empfohlen, einen Mangel (Blutwert unter 30 nmol/L) zu vermeiden.
Grundlegende Rolle von und Entdeckung des Vitamin D
- Vitamin D wurde vor etwa 100 Jahren im Rahmen der Erforschung von Rachitis entdeckt, das früher als „Engländerkrankheit“ bezeichnet wurde.
- Rachitis ist eine Krankheit mit brüchigen Knochen bei Kindern, die durch einen Vitamin-D-Mangel verursacht wird.
- Vitamin D hat die Funktion, die Calciumaufnahme zu fördern und die Knochenneubildung zu unterstützen.
- Bei zu wenig Calcium werden Knochen schwächer und brüchiger.
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Supplementierung von Vitamin D bei Säuglingen im ersten Lebensjahr.
Auswirkungen über die Knochengesundheit hinaus
- Untersuchungen zeigen, dass ein Vitamin-D-Mangel mit einem erhöhten Bluthochdruckrisiko verbunden ist.
- Tägliche oder wöchentliche Supplementierung kann bei manchen Menschen dabei helfen, den Blutdruck zu senken.
- Vitamin-D-Mangel steht zudem mit dem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt in Verbindung.
- Allerdings ist die Evidenz dafür, dass Supplemente dieses Risiko senken, nicht konsistent.
Immunabwehr und Wirkung auf Gensebene
- In mehreren Studien wurde berichtet, dass eine niedrige Vitamin-D-Konzentration mit häufigerem Auftreten von Erkältungen einhergeht.
- In anderen Studien wurde gezeigt, dass Vitamin-D-Supplemente die Genexpression, die an der Bildung immunrelevanter Proteine beteiligt ist, beeinflussen können.
- Eine jüngste Auswertung von 37 klinischen Studien zeigte jedoch, dass Vitamin-D-Supplemente akute Atemwegsinfektionen nicht verhindern können.
Weitere Gesundheitsbereiche und Forschungsgrenzen
- Manche Studien berichten zudem von Zusammenhängen zwischen Vitamin-D-Spiegeln, psychischer Gesundheit, Schwangerschaftsverläufen und der Krebsüberlebensrate.
- Für diese Effekte gibt es jedoch noch unzureichende Evidenz und widersprüchliche Ergebnisse.
- Die Schwierigkeiten der Vitamin-D-Forschung resultieren unter anderem aus vielen Variablen wie Sonnenexposition und individueller Melanin-Differenz der Haut.
Einnahmeempfehlungen und Mangelprävention
- Der Vitamin-D-Status wird durch die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) im Blut bestimmt.
- Für einen idealen Wert gibt es keinen Konsens, jedoch gilt ein Wert unter 30 nmol/L als Mangel.
- Der erforderliche individuelle Bedarf an Vitamin-D-Zufuhr oder Sonnenexposition ist nicht eindeutig festgelegt.
- Die britische Regierung empfiehlt im Herbst und Winter die tägliche Einnahme von 10 Mikrogramm Vitamin D.
- Diese Empfehlung ist eine allgemeine Leitlinie und berücksichtigt nicht Alter, Hautfarbe und individuelle Blutwerte.
- Gegenwärtig gilt die Vermeidung eines Mangels als beste Vorgehensweise.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentar
Ich lebe in den Tropen. Die Sonne ist so stark, dass mein Dermatologe mir geraten hat, „die Sonne um jeden Preis zu meiden“. Ich solle immer Sonnencreme und einen Hut tragen und tagsüber nicht rausgehen, aber nach ein paar Jahren bekam ich einen Vitamin-D-Mangel
Link zur PubMed-Studie
Offizielles Material der AAD
Im altindischen Epos Ramayana gibt es einen Dialog zwischen dem Helden Rama und seinem Lehrer Agastya. Die Kernaussage ist: „Wenn dir die Energie fehlt oder du an Motivation verlierst, bete zur Sonne oder geh in die Sonne.“ Die Botschaft wird in verschiedenen Bildern wiederholt und klingt letztlich so, als ob Sonnenlicht viele Probleme löst
Ich habe mich gefragt, ob Vitamin D im System zur Steuerung des zirkadianen Rhythmus (circadian rhythm) als eine Art „Echtzeitsignal“ fungiert. Es könnte als Reaktion auf Sonnenlicht ausgeschüttet werden und dem Körper signalisieren, dass Tag ist. Falls das so ist, wäre eine gleichmäßige Versorgung über den Tag womöglich natürlicher als eine große Einzeldosis. Mich würde interessieren, was Forschende in diesem Bereich dazu sagen
Link zur Studie
Ich war überrascht, wie viele Pop-ups der Artikel hatte. Im Kern stand dort nur: „Vitamin D ist wichtig, aber die richtige Menge ist schwer zu bestimmen.“ So neu wie die Überschrift war es nicht
Ich fand interessant, dass ein Arzt ein Vitamin-D-Rezept mit der Begründung abgelehnt haben soll, es sei „für das Gesundheitssystem zu teuer“. Tatsächlich sind Vitamin-D-Präparate aber sehr billig. Vermutlich war gemeint, dass man es lieber direkt in der Apotheke kaufen soll als auf Rezept
Wenn man eine bestimmte Marke, Genestra D-mulsion, vor dem Schlafengehen nimmt, bekommt man lebhafte Träume. Ich habe es bei sechs Freunden ausprobiert, und alle hatten dieselbe Erfahrung
Forschende sagen, „Vitamin-D-Studien sind schwierig“, aber mit einer Gefängnispopulation müsste es wegen der kontrollierten Umgebung doch einfach sein. Wenn die Teilnahme freiwillig wäre, gäbe es wohl auch kein ethisches Problem. Das müsste für Ernährungsstudien ähnlich gelten
Einschlägige Regelung 45 CFR 46 Subpart C
Ich denke, ein Teil der niedrigen Beschäftigungsquote und der chronischen Müdigkeit in Großbritannien könnte auf Vitamin-D-Mangel zurückgehen. Würde man der gesamten Bevölkerung Nahrungsergänzungsmittel geben, hätte das vermutlich ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis
Die Aussage „Es ist zu teuer, die gesamte Bevölkerung mit Vitamin D zu versorgen“ ergibt keinen Sinn. Vitamin D ist sehr billig, und allein durch die stärkende Wirkung auf das Immunsystem ließen sich Gesundheitskosten senken
Vor 8 Monaten wurde bei mir im Krankenhaus zufällig ein Vitamin-D-Mangel entdeckt. Der Arzt empfahl ein Präparat, und schon nach wenigen Wochen waren Müdigkeit deutlich geringer und die Stimmung besser. Ich war lange antriebslos, aber es hat mir eindeutig geholfen. Als mein Vater es mir früher empfohlen hatte, habe ich das nicht ernst genommen, aber inzwischen merke ich die Wirkung wirklich