7 Punkte von GN⁺ 2025-11-15 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Tweeks ist ein Browser-Erweiterungstool, mit dem Nutzer die Oberfläche und Inhalte der von ihnen besuchten Websites direkt verändern können
  • Mit Befehlen in natürlicher Sprache lassen sich maßgeschneiderte Skripte erzeugen oder bereits erstellte öffentliche Tweek-Skripte nutzen
    • "Mach diese Website zum Dark Mode", "Füge dieser Tabelle einen Download-Button hinzu", "Entferne die Seitenleiste, Werbung und Pop-ups"
  • Anhand verschiedener Beispiele wie Focus Mode, Feed-Personalisierung und Custom Themes lässt sich die Web-Umgebung vereinfachen oder kreativ neu gestalten
  • Der Kern ist, dass Nutzer algorithmuszentrierte Feeds oder visuelles Rauschen entfernen und ihr eigenes Weberlebnis gestalten können

  • Tweeks ist eine Browser-Erweiterung und kann nach der Installation aus dem Chrome Web Store verwendet werden

Warum Tweeks installieren?

  • Nutzer können eigene Tweeks in natürlicher Sprache erstellen
  • Über eine Bibliothek öffentlicher Skripte lassen sich häufig genutzte Funktionen sofort anwenden
  • Funktioniert auf allen Websites und ist nicht auf bestimmte Plattformen beschränkt

Beispiel-Tweeks

  • Focus Mode für unruhige Plattformen

    • Auf Plattformen wie LinkedIn, X, YouTube lassen sich Seitenleisten, Trends und empfohlene Inhalte entfernen, um die Konzentration zu erhöhen
    • Beispiel-Prompt: „Blende in meinem Haupt-Feed die obere Leiste, die Seitenleisten und Nachrichten aus“
      • LinkedIn: "Focus mode on the main feed. Hide the top rail, sidebars, and messages."
      • X: "Focus mode on the main feed in the center. Remove the sidebars and the Grok button."
      • YouTube: "Completely remove the recommendations sidebar. Expand the video and comments width to fill."
  • Personalisiere und kontrolliere deine Feeds

    • Auf Plattformen wie X (Twitter) kontrollieren Nutzer ihren Feed direkt statt eines Algorithmus
    • Beispiel-Prompt: „Füge ein Feed-Personalisierungs-Panel hinzu, um Werbung ein-/auszublenden und nach Veröffentlichungsdatum sowie Anzahl von Likes und Antworten zu filtern“
      • X: "Add a feed personalization panel to show/hide ads and filter by post date and number of likes and replies"
      • Google: "Remove non-standard results (People also ask, Top stories, Videos, Discussions, Related products & services, etc.) and the right sidebar"
      • YouTube: "Always hide YouTube Shorts section. Also hide the Shorts button in the left sidebar"
  • Custom Branding & theming

    • Das Design von Websites wie Google kann mit benutzerdefinierten Themes verändert werden
    • Beispiel-Prompt: „Verwandle Google in eine vollständig funktionsfähige Kommandozeilenoberfläche der 1970er mit authentischer Terminal-Ästhetik. Du kannst das DOM komplett umschreiben.“
      • Google: "Transform Google into a fully functional 1970s command-line interface with authentic terminal aesthetics. You can totally rewrite the DOM."
      • X: "Remove X branding and restore classic Twitter (dark mode) appearance with blue theme and bird logo. Also remove Grok buttons"

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-11-15
Hacker-News-Kommentar
  • Das Projekt sieht wirklich großartig aus. Es könnte ein dringend nötiger Schritt sein, um das Web zu normalisieren.
    Ich habe ein paar Fragen — wie tiefgreifend die Änderungen angewendet werden, wie das Test- und Evaluierungsverfahren des Modells aussieht, welche Strategie es für die Pflege bei Website-Updates gibt, wie gut sich das global anwenden lässt und wie es mit Datenschutz und Geschäftsmodell aussieht.
    Mich interessieren besonders der Open-Source-Status und das Erlösmodell. Falls das die Einnahmemöglichkeiten von Website-Betreibern verringert, dürfte es schwierig werden, daraus Wert abzuschöpfen.

    • Es funktioniert ähnlich wie die @match-Metadaten von Greasemonkey. Man kann es zum Beispiel auf bestimmte Domains wie https://www.youtube.com/watch* anwenden, auf eine ganze Website oder auf alle Domains (https://*/). Auf Anfrage wird der Geltungsbereich automatisch anhand der Absicht erschlossen, man kann ihn aber auch manuell anpassen.
      Ein automatisches Evaluierungssystem gibt es noch nicht. Fehlerprüfung und die Validierung von Selector-Zielen sind automatisiert, aber weil die Anfragen so vielfältig sind, läuft die Prüfung teilweise weiterhin manuell. Bei größeren Updates wird die Qualität durch manuelle Klicktests überprüft.
      Für die Wartung ist geplant, das Ganze zu selbstheilenden Skripten weiterzuentwickeln, die konsistente Elemente wie ARIA-Labels nutzen. Langfristig ist eine Struktur das Ziel, in der Skripte Änderungen auf Websites selbst erkennen und sich entsprechend anpassen.
      Eine globale Anwendung ist ebenfalls möglich. Wenn man die Domain als https://*/ festlegt, wird es auf alle Websites angewendet und funktioniert wie eine Meta-Erweiterung.
      Beim Datenschutz gilt: Nur bei der Erstellung wird die Seite an ein LLM gesendet, bei der Anwendung läuft alles aus dem lokalen Cache.
      Open Source ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen, aber es besteht auch das Risiko, dass große Unternehmen den Code einfach forken, daher gehen wir das vorsichtig an. Teile davon sollen veröffentlicht werden.
      Das Erlösmodell ist noch nicht festgelegt. Ich denke, es geht nicht nur darum, Werbung auszublenden, sondern auch darum, positiv-summenhafte Veränderungen anzustoßen, die die Nutzererfahrung verbessern.
      LLM-Aufrufe passieren nicht bei jedem Website-Besuch. Sie erfolgen nur bei der Erstellung und bei Updates, und künftig könnten auch lokale LLMs im Browser für Funktionen wie Echtzeit-Filterung genutzt werden.
  • Ich freue mich wirklich über diese Wiederbelebung des Greasemonkey-Ansatzes. Das wirkt wie ein praktischer Anwendungsfall für Browser-interne LLMs.
    Ich nutze Firefox als Hauptbrowser, also würde ich die Version sofort ausprobieren, sobald sie erscheint.

    • Ich habe auch verschiedene Agentic Browser ausprobiert, aber die meisten haben mich nicht überzeugt. Als jemand, der das Surfen im Web selbst genießt, will ich keine Zukunft, in der eine KI an meiner Stelle erkundet.
      Deshalb habe ich diese Erweiterung als Werkzeug gebaut, das Menschen hilft, das Web angenehmer zu erkunden. Ich hoffe ebenfalls auf eine Rückkehr zu Firefox.
    • Greasemonkey funktioniert nach wie vor gut. Dieser Ansatz ist aber interessant, weil er eine neue Form durch die Kombination mit LLMs darstellt.
  • Ich hatte früher auch einmal eine ähnliche Idee. Ich habe Implementierungen wie robomonkey.io gesehen, und weil LLMs ohnehin schon ziemlich gut Violentmonkey-Skripte erzeugen, habe ich es nicht selbst ausprobiert.
    Allerdings scheint es mir nicht leicht, daraus ein großes Business zu machen.
    Persönlich finde ich ein persönliches Empfehlungssystem auf Basis lokaler LLMs spannender — in einer Form, die der Nutzer vollständig kontrollieren und besitzen kann.

    • Ich sehe das genauso. Es ist wichtig, den Nutzern die Kontrolle über ihr Web-Erlebnis zurückzugeben.
      Ich denke auch über Projekte auf Erweiterungsniveau nach, aber Benutzerskripte mit One-Click-Installation lassen sich viel leichter teilen.
      Personalisierte Empfehlungssysteme sind attraktiv, aber Empfehlungsmodelle sind extrem datenhungrig, und die gesamte UI zu bearbeiten ist ein deutlich schwierigeres Problem.
      Im Moment konzentriere ich mich einfach darauf, nützliche Seitenanpassungen leicht erstellbar zu machen.
    • So wie man heute Open-Source-Projekte klont, anpasst und kompiliert, wird man irgendwann wohl auch das Web so behandeln können.
      Letztlich wird man lokale KI-Agenten brauchen, die die Nutzer schützen. Agenten von Big Tech sind werbebasiert und daher schwer vertrauenswürdig.
    • Solche Projekte sollten Open Source und gemeinnützig sein. In dem Moment, in dem Investorenerträge verlangt werden, wird das Wesen des Projekts verfälscht.
      Ich glaube nicht, dass ein sauberes Web aus einer Startup-Struktur heraus entstehen kann.
  • Die Erweiterung, die ich mir wünschen würde, wäre eine, die alle Nachrichtenlinks in der Version der Website von 2004 öffnet.
    Ich hätte gern, dass es wie dieses Beispiel einer CNN-Seite aus dem Jahr 2004 aussieht.

    • Ich habe es mit „Mach diese Seite im CNN-Stil von 2004“ versucht, und das Theme wurde zwar geändert, aber ohne echte Referenz war es nicht perfekt.
      Wenn man zusätzlich archivierte Seiten bereitstellt, dürfte eine genauere Umwandlung möglich sein.
      Es gibt zum Beispiel auch Retheming-Beispiele wie „Verwandle Google in eine CLI aus den 1970ern“. Praktisch ist das nicht, aber lustig.
  • Die Idee ist großartig, aber ich frage mich, ob das langfristig monetarisierbar ist.
    Mich würde auch interessieren, ob lokale Modelle oder gehostete Modelle besser geeignet sind.

    • Ich bevorzuge ebenfalls lokale Modelle, aber ihre Leistung reicht noch nicht aus. Die HTML-Struktur von Webseiten ist zu komplex, sodass selbst einfache Anfragen schwierig sind.
    • Solche Erweiterungen brauchen zwangsläufig viele Berechtigungen, und wenn sie missbraucht werden, besteht ein hohes Risiko von Datenabfluss.
      Die einfachste Form der Monetarisierung ist am Ende der Verkauf von Daten, daher ist Vertrauensaufbau entscheidend.
  • Ich nutze bisher getrennte Erweiterungen für mehrere Websites, aber damit könnte ich das wohl zusammenführen.
    Später wäre etwas wie eine personalisierte Feed-Erweiterung toll, bei der Nutzer ihre Filterregeln direkt auf Englisch festlegen können.

    • So ein Feed wäre wirklich eine heilige Gral-Funktion. So weit sind wir noch nicht, aber langfristig sehe ich da Potenzial.
  • Die Landingpage und das Onboarding sind wirklich sehr gut gemacht.
    Ich entwickle selbst gerade eine Chrome-Erweiterung und werde Tweeks angeheftet lassen und testen.
    Mich würde auch interessieren, wie stark ihr Vibe Coding eingesetzt habt.

    • Danke! Ich habe mich stärker auf das Onboarding-Erlebnis als auf die Landingpage konzentriert, und ich freue mich, dass das offenbar rüberkommt.
      Ich nutze Chrome inzwischen auch vor allem wegen dieser Erweiterung. Es ist schön zu sehen, dass es so viele Firefox-Nutzer gibt.
      Für die Erweiterung, das Backend und die Onboarding-Seite wurden Codex und Claude Code intensiv genutzt, aber am Ende musste dennoch vieles per Hand nachbearbeitet werden.
  • Das ist wirklich ein inspirierendes Projekt. Mir gefällt diese Haltung sehr, einfach etwas Cooles bauen zu wollen.
    Diese reine Motivation zum Schaffen bringt auch mich wieder in Bewegung.

    • Danke! Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Projekt.
  • Ich teile mal die Ergebnisse meines Tests von letzter Nacht.

    • Das Entfernen des Shorts-Bereichs auf YouTube hat perfekt funktioniert.
    • Aber die Anfrage „Informationsdichte erhöhen“ ist fehlgeschlagen. Einige Vorschaubilder wurden nur kleiner, der Platz blieb aber unverändert.
    • Eine Funktion zum Ansehen und Bearbeiten des Prompts wäre hilfreich. Aktuell muss man pro Versuch 60–100 Sekunden warten, das ist langsam.
    • Es wäre auch hilfreich zum Lernen, wenn man den erzeugten Filter-Code direkt ansehen und anpassen könnte.
    • Eine Funktion, die uBlock-Origin-Filter per LLM generiert, könnte ebenfalls nützlich sein.
    • Eine geteilte Galerie für populäre Websites wäre gut.
      Insgesamt ist das wirklich ein Game Changer. Es fühlt sich an, als hätte eine Ära begonnen, in der normale Nutzer Web-Inhalte selbst verändern können.
    • Fehlgeschlagene Anpassungen lassen sich verbessern, wenn man sie über „New Modification“ oder „Library → Modify“ erneut versucht.
      Um ein Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Qualität zu halten, ist derzeit der „Smart Mode“ standardmäßig aktiviert.
      In den Optionen des Library-Tabs kann man die erzeugten Skripte auch direkt ansehen.
      Außerdem kann man unter tweeks.io/share/profile nutzerbezogen geteilte Skripte sehen.
      Wir bereiten auch ein System vor, das Community-Funktionen erweitert und populäre Skripte pro Website automatisch empfiehlt.
      Danke für das Feedback, und gib gern jederzeit Rückmeldung über Discord oder per E-Mail.