- Builder, einst die Treiber der Innovation, verwandeln sich nach ihrem Erfolg in kontrollorientierte Gatekeeper und nehmen Veränderung als Bedrohung wahr
- In Technologie, Organisationen, Startups und anderen Bereichen verschiedener Größenordnungen entsteht eine sich wiederholende zyklische Struktur der „Verhärtung nach dem Erfolg“
- Dieser Zyklus besteht aus fünf Phasen: Innovation → Institutionalisierung → Kontrolle → Unterdrückung → erneute Innovation
- Die Kraft des Marktes verleiht Kontrolle, doch übermäßige Kontrolle führt zu einer Entkopplung von den Anforderungen des Marktes
- Der Zyklus lässt sich nicht vollständig stoppen, aber durch rotierende Führung, institutionalisierte Experimente und kennzahlenbasierte Steuerung abschwächen
Überblick über den Zyklus
- Builder treiben anfangs mit Geschwindigkeit und geringer Risikolast Innovationen voran, wechseln nach dem Erfolg jedoch zu Formalisierung und stärkerer Kontrolle
- In diesem Prozess konzentrieren sie sich stärker auf interne Anforderungen als auf den Markt, betrachten neue Ideen als Bedrohung und schaffen so eine Struktur der Unterdrückung
- Danach erfüllen agile neue Akteure erneut die Marktanforderungen und ersetzen die bestehende Ordnung, worauf sich der Zyklus wiederholt
- Die Phasen sind 1) Disruption → 2) Konsolidierung → 3) Gatekeeping → 4) Schikane → 5) Wiederholung
Ursachen des Zyklus
- Der Markt verleiht frühen Innovatoren als Gegenleistung für Wertschöpfung Kontrolle
- Mit der Zeit können Innovatoren die Richtung des Marktes beeinflussen, und Kontrolle und Wertabschöpfung werden zum Hauptinteresse
- Übermäßige Kontrolle birgt das Risiko, die Marktanforderungen zu ignorieren, was letztlich zu Selbstgewissheit und Hybris führt
Das Wesen des Zyklus
- Dieser Zyklus ist ein natürlicher evolutionärer Mechanismus, eine Struktur, die sich nicht vollständig beseitigen lässt
- Früher war Innovation oft von Krieg und Konflikt begleitet, heute hat sich dies auf das Niveau von Denkweisenwechseln oder dem Erlernen von Technologien abgeschwächt
- Die Beschleunigung der Innovationsgeschwindigkeit verkürzt die Phase der Institutionalisierung, mildert den Schock des Wandels und ermöglicht sanftere Übergänge
Wie man den Zyklus akzeptiert
- Cycle Leadership: Führung zwischen Projekten rotieren lassen, um verfestigtes Denken zu verhindern und eine Struktur für kontinuierliches Wachstum zu erhalten
- Institutionalize Experimentation: Mit dem Ansatz „Wie könnte das möglich werden“ eine Kultur kostengünstiger Experimente und Validierung etablieren
- Subordinate to Metrics: Durch kennzahlenbasierte statt personenbasierte Entscheidungen Teams von Kontrolle zu Zusammenarbeit führen
- Aufbau einer wertbasierten Kooperationsstruktur, die Markt und Team gemeinsam tragen
Fazit
- Der Zyklus lässt sich nicht aufhalten, aber bessere Formen des Umgangs damit sind möglich
- Veränderung ist die einzige Konstante, und Organisationen sollten prüfen, ob sie Builder oder Tyrannen sind
- Die Leser werden dazu aufgefordert, darüber nachzudenken, wie ihre eigene Organisation mit diesem Zyklus umgeht
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