- Schätzungen (estimates) werden oft negativ wahrgenommen, sind aber aus Erfahrung ein Werkzeug, das Vertrauen und Transparenz schafft
- Gute Schätzungen dienen nicht der Kontrolle oder Überwachung, sondern sind der Ausgangspunkt für Gespräche und Zusammenarbeit zwischen Teams
- Aussagen wie „Das dauert wohl ungefähr zwei Tage“ werden zu einem Anlass für Gespräche, in denen verborgene Komplexität früh sichtbar wird
- Auf Basis von Schätzungen lässt sich Sichtbarkeit über die Arbeit auch ohne Überwachung sicherstellen, und Team, PM und Nutzer können alle realistische Erwartungen haben
- Teams, die konstant gut liefern, sind weniger Teams, die schnell coden, sondern eher Teams mit guter Kommunikation; Schätzen ist ein Prozess, der eher ehrliches Feedback und eine Kultur des Vertrauens schafft als Perfektion
Eine neue Perspektive auf Schätzungen
- Viele Entwickler sehen die Bitte um Schätzungen als Vorboten von Mikromanagement oder unrealistischen Zeitplänen
- Manche Teams geben Schätzungen sogar mit dem Dreifachen des tatsächlichen Aufwands ab, um Enttäuschungen zu vermeiden
- Doch gute Schätzungen sind kein Instrument der Kontrolle, sondern die Grundlage für den Aufbau von Vertrauen
- Beim Schätzen geht es für Teams weniger um „Wie lange dauert es?“, sondern um einen Gesprächsprozess, in dem das gegenseitige Verständnis abgestimmt wird
Schätzung als Gespräch, nicht als Vertrag
- Formulierungen wie „Das dauert wohl ungefähr zwei Tage“ sind kein Versprechen, sondern ein Ausgangspunkt für ein Gespräch
- Kollegen können auf Abhängigkeiten oder zusätzliche Arbeit hinweisen, etwa auf eine Datenbankmigration
- Dieser Prozess macht verborgene Komplexität früh sichtbar und ermöglicht realistische Abstimmung von Zeitplänen
- Echten Wert erhält eine Schätzung dann, wenn sie kein festes Abgabedatum ist, sondern ein Bezugspunkt (reference point) für Kommunikation
Sichtbarkeit ohne Überwachung schaffen
- Wenn ein Team sich an Schätzungen gewöhnt, entsteht weniger eine höhere Prognosegenauigkeit als vielmehr mehr Klarheit über den Arbeitsfluss
- PMs können zum richtigen Zeitpunkt nachfassen, ohne einzugreifen
- Kollegen erkennen leichter, wann Hilfe gebraucht wird
- Nutzer können den Zeitpunkt einer Feature-Veröffentlichung realistisch einschätzen
- Statt vager Antworten wie „Fertig ist es, wenn es fertig ist“ lassen sich Erwartungswerte und Änderungen transparent teilen
Merkmale von Teams, die konstant liefern
- Teams, die Termine zuverlässig einhalten, zeichnen sich mehr durch Kommunikationsstärke als durch Geschwindigkeit aus
- Sie nutzen Schätzungen nicht als Stressfaktor, sondern als Werkzeug für Zusammenarbeit
- Auch wenn eine Schätzung falsch liegt, wächst Vertrauen, wenn die Gründe transparent geteilt werden
- Eine Schätzung anhand neuer Informationen anzupassen, ist kein Scheitern, sondern Ausdruck von Professionalität
Eine Kultur, die Vertrauen und Klarheit schafft
- Gute Schätzungen schaffen eine Teamkultur, die Unsicherheit verringert und Klarheit erhöht
- Alle verstehen, was gerade passiert, warum es passiert und wann es sich ändern kann
- Letztlich ersetzen sie Unruhe und Intransparenz durch ein klares gemeinsames Verständnis und geteilten Konsens
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