- Ab Chrome 154, das in einem Jahr im Oktober 2026 erscheint, wird die Standard-Browsereinstellung auf „Always Use Secure Connections“ umgestellt
- Diese Einstellung zeigt eine Warnung an und bittet um Erlaubnis, wenn Nutzer eine öffentliche Website ohne HTTPS aufrufen
- Die HTTPS-Akzeptanz stieg von 30–45 % im Jahr 2015 auf 95–99 % im Jahr 2020, stagniert seitdem jedoch
- Chrome plant, einen HTTPS-Erzwingungsmodus standardmäßig nur für öffentliche Websites anzuwenden, um die Unannehmlichkeiten für Nutzer zu minimieren und gleichzeitig das Sicherheitsniveau zu erhöhen
- Ziel dieser Änderung ist es, die Sicherheit im gesamten Web zu stärken und die verbleibenden HTTP-Risiken zu minimieren
Änderung der Chrome-Standardeinstellungen
- Ab Chrome 154, das im Oktober 2026 erscheint, ist die Einstellung „Always Use Secure Connections“ standardmäßig aktiviert
- Beim ersten Aufruf einer öffentlichen Website ohne HTTPS zeigt Chrome eine Warnung an und bittet um Erlaubnis
- In Chrome 147 (April 2026) wird dies zunächst für mehr als 1 Milliarde Nutzer mit Enhanced Safe Browsing eingeführt
- Nutzer können diese Einstellung bei Bedarf deaktivieren
Stand der HTTPS-Verbreitung
- Google verfolgt seit mehr als 10 Jahren die HTTPS-Nutzungsrate in Chrome über den HTTPS-Transparenzbericht
- Anstieg von 30–45 % im Jahr 2015 auf 95–99 % im Jahr 2020
- Seitdem stagniert das Wachstum
- Dank der hohen Akzeptanz lassen sich nun stärkere Maßnahmen gegen den verbleibenden HTTP-Traffic in Betracht ziehen
Balance zwischen Nutzersicherheit und minimalen Warnungen
- Auch wenn 95 % des gesamten Traffics HTTPS sind, bleiben die restlichen 5 % der HTTP-Zugriffe weiterhin ein Risikofaktor
- Chrome reduziert Unannehmlichkeiten für Nutzer, indem wiederholte Warnungen für dieselbe Website vermieden werden
- Für häufig besuchte unsichere Websites werden keine wiederholten Warnungen angezeigt
- Private Websites (z. B. 192.168.0.1, Intranet usw.) nutzen weiterhin häufig HTTP, da Zertifikate schwer auszustellen sind
- Da solche Websites ein geringeres Risiko darstellen, werden Warnungen nur auf öffentliche Websites beschränkt
- Experimente zeigen: Im Modus nur für öffentliche Websites liegt die Rate der Nutzerwarnungen unter 3 %, und die meisten Nutzer erleben höchstens eine Warnung pro Woche
Aktuelle HTTP-Nutzung und Verbesserungsmaßnahmen
- Ein erheblicher Teil des HTTP-Traffics entsteht durch erste Anfragen, die auf HTTPS weitergeleitet werden
- Konfigurationsseiten von Geräten im lokalen Netzwerk nutzen wegen Zertifikatsproblemen oft HTTP
- Chrome führt die Funktion Local Network Access Permission ein
- Auch von HTTPS-Seiten aus ist nach Zustimmung des Nutzers der Zugriff auf das lokale Netzwerk möglich
- Dadurch steigen die Möglichkeiten, Konfigurationsseiten lokaler Geräte auf HTTPS umzustellen
Hinweise für Entwickler und IT-Administratoren
- Website-Entwicklern und IT-Administratoren wird empfohlen, die Einstellung „Always Use Secure Connections“ ab sofort zu aktivieren, um potenziell betroffene Websites zu prüfen
- In verwalteten Chrome-Umgebungen (Unternehmen, Bildungseinrichtungen usw.) lassen sich über die offizielle Anleitung folgende Punkte prüfen:
- Bedingungen für die Anzeige von Warnungen
- Möglichkeiten zur Abmilderung
- Methoden zur organisationsspezifischen Richtlinienkonfiguration
Weitere Pläne
- Google verfolgt zusätzlich das Ziel, die Hürden für die Einführung von HTTPS bei Websites im lokalen Netzwerk zu senken
Noch keine Kommentare.