Videospiel-Gewerkschaftsmitarbeiter protestieren gegen die 55-Milliarden-Dollar-Privatübernahme von EA
(eurogamer.net)- EA-Beschäftigte und Gewerkschaften der Spielebranche haben offiziell ihren Widerstand gegen die 55 Milliarden US-Dollar schwere Privatübernahme von EA erklärt
- Ausschluss der Beschäftigten aus dem Übernahmeprozess sowie Sorgen vor Massenentlassungen wurden deutlich gemacht
- Es wurde betont, dass statt Entlassungen zur Steigerung der Rendite für Investoren der Schutz von Beschäftigten und Kreativität notwendig sei
- Regulierungsbehörden werden zu einer Prüfung des Deals aufgefordert und es läuft eine Petition zum Schutz der Arbeitnehmerrechte
- Auch die Beteiligung von Geldern der saudischen Regierung und die damit verbundenen Menschenrechtsfragen rücken als wichtiges Thema in den Vordergrund
Überblick
Zu der mit 55 Milliarden US-Dollar geplanten Privatübernahme von EA haben EA-Beschäftigte und die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) offiziell eine gemeinsame Erklärung des Widerstands veröffentlicht. Die Gewerkschaft betonte, dass Arbeitnehmer im Verhandlungsprozess überhaupt nicht vertreten gewesen seien und dass ein Stellenabbau infolge dieser Übernahme keine unvermeidliche Notwendigkeit, sondern eine Entscheidung zugunsten der Interessen der Investoren wäre.
Überblick über die Übernahme und wichtigste Investoren
- Ende September wurde der Plan für die Privatübernahme von EA bekanntgegeben
- Zu den wichtigsten Investoren des Deals gehören der saudische Staatsfonds sowie Affinity Partners von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Donald Trump
- Dies führte zu Spekulationen über die Zukunft von EAs verschiedenen Studios und Marken sowie von EA Sports und EA Entertainment
Offizielle Reaktion von Beschäftigten und Gewerkschaften
- United Videogame Workers und die CWA äußerten ihre Bedenken gegen die Übernahme und reichten eine Petition für eine eingehende Prüfung durch die Regulierungsbehörden ein
- Es wurde hervorgehoben, dass EA ein erfolgreiches Unternehmen mit 7,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz und 1 Milliarde US-Dollar Gewinn ist
- Sie kritisierten, dass die Ansichten der EA-Beschäftigten im gesamten Übernahmeprozess keinerlei Berücksichtigung fanden
- Unter Verweis auf die großen Entlassungswellen in der Spielebranche seit 2022 äußerten sie Sorgen über eine mögliche Bereinigung „weniger profitabler Studios“
- Sollte es zu Stellenabbau oder Studioschließungen kommen, so sei dies keine Notwendigkeit zum Überleben, sondern eine Entscheidung zugunsten der Investorenprofite
Private-Equity-Übernahmen und Arbeitnehmerrechte
- Es wurde davor gewarnt, dass bei der Übernahme von Studios durch Private Equity oder milliardenschwere Investoren häufig Transparenz und Einfluss der Beschäftigten sinken
- Kritisiert wurde, dass Führungskräfte, die die tatsächliche Arbeit nie selbst ausgeführt hätten, über die Zukunft der Branche entscheiden
- Die Beschäftigten fordern den Schutz von Kreativität, Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten und drängen die Regulierungsbehörden zu einer strengeren Prüfung des Deals
Petition gegen die Übernahme
- Die Beschäftigten erklärten, sie führten eine Petitionskampagne mit dem Ziel einer „besseren Spieleindustrie, besseren Arbeitsbedingungen“
- Sie betonten, dass „der Wert von Videospielen bei den Beschäftigten liegt“, und lehnten es ab, dass die Zukunft der Branche allein durch unternehmerische Gier bestimmt wird
Menschenrechtsfragen und regulatorische Risiken
- Eurogamer bat die Federal Trade Commission (FTC) um eine Stellungnahme, doch die FTC antwortete, sie kommentiere „laufende Fusionen und Übernahmen nicht“
- Laut einem Bericht der Financial Times ist wegen Kushners Beteiligung und weiterer Faktoren faktisch nicht mit starkem Widerstand zu rechnen
- Human Rights Watch warnte vor der Geschichte von Menschenrechtsverletzungen des saudischen Staatsfonds und erklärte, dass eine problematische Verwaltung öffentlicher Gelder sowohl Menschenrechten als auch Unternehmen schade
Zusammenfassung
- Diese EA-Übernahme ist nicht nur ein Unternehmensdeal, sondern ein komplexer Fall, in dem globale Menschenrechtsfragen und Arbeitnehmerrechte miteinander verflochten sind
- Gewerkschaften und Beschäftigte fordern für die Zukunft der Branche demokratische und transparente Entscheidungsprozesse sowie den Schutz kreativer Arbeitsbedingungen
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