1 Punkte von GN⁺ 2025-10-16 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Das günstige ADS1115-ADC-Modul bietet Funktionen, die nahezu den offiziellen Spezifikationen entsprechen
  • Mit der Funktion des programmierbaren Gain-Verstärkers lässt sich auch in sehr kleinen Spannungsbereichen eine hohe Messgenauigkeit erreichen
  • Bei einigen günstigen Boards wurden Abweichungen bei Messgeschwindigkeit und Genauigkeit festgestellt
  • Mit einem einfachen Kalibrierungsalgorithmus lassen sich recht präzise Ergebnisse erzielen
  • Günstige Bauteile könnten Produktionsfehler oder Kopien sein, für den grundlegenden Einsatz sind sie jedoch weitgehend unproblematisch

Praxistest der tatsächlichen Leistung eines günstigen ADS1115-ADC

Überblick

  • Bei Embedded-Arbeiten wird üblicherweise der in den Mikrocontroller integrierte ADC (Analog-Digital-Wandler) verwendet
  • Integrierte ADCs sind günstig und schnell, erreichen bei der effektiven Bitzahl (ENOB) jedoch in der Praxis nur etwa 8 bis 9 Bit
  • Kürzlich wurde ein Test mit dem ADS1115-Modul von Texas Instruments(TI) durchgeführt
  • Der ADS1115 ist ein externer ADC, der eine Genauigkeit von bis zu 16 Bit bietet

Wichtige Merkmale des ADS1115

  • Dank der erweiterten dynamischen Reichweite lassen sich kleine Spannungen mit bis zu 20-fach höherer Feinheit messen
  • Über den programmierbaren Gain-Verstärker (PGA) kann der gesamte Messbereich von ±6.144 V bis ±0.256 V eingestellt werden
    • Das kleinste LSB beträgt etwa 7.8 μV (0.256 V ÷ 32768), wodurch selbst sehr kleine Änderungen erkannt werden können
    • Im Vergleich dazu entspricht eine Stufe eines herkömmlichen im Mikrocontroller integrierten ADC (bei 3,3 V, 9 ENOB) etwa 6 mV, was eine deutlich geringere Auflösung bedeutet
  • Die Nutzung einer internen Spannungsreferenz ist ein Vorteil gegenüber MCUs wie dem RP2040, die eine externe analoge Referenz benötigen

Preisfrage und Testumgebung

  • Beim ADS1115 gibt es große Preisunterschiede: Bei Digikey kostet er bei einer Stückzahl von 1.000 etwa 4 $, bei LCSC etwa 0,60 $
  • Es wurde ein ADS1115-Breakout-Board für 2,97 $ pro Stück bei Amazon gekauft (vermutlich mit dem 0,60-$-Bauteil)
  • Zusätzlich wurde ein teureres (Original-)Board von Adafruit gekauft, das später für Vergleichstests genutzt werden soll

Ablauf des Praxistests

  • Das günstige Board wurde mit I²CMini und einer präzisen DC-Spannungsquelle getestet

  • Wichtige Prüfpunkte:

    • Ob es gemäß Spezifikation arbeitet
    • Oder ob ein anderes, noch günstigeres Bauteil fälschlich als ADS1115 verkauft wird
  • Testergebnisse

    • Grundlegende Funktion, 16-Bit-Ausgabe, programmierbarer Gain-Verstärker und verschiedene Abtastraten entsprachen weitgehend dem TI-Datenblatt
    • Im Differential Mode wurde bei verbundenem Eingang stets 0 gemessen, bei 2,5-V-Eingang korrekt gemessen und bei umgekehrter Polarität der Gegenwert ausgegeben; es traten also keine Probleme im Grundverhalten auf

Messgenauigkeit und Abweichungen

  • Data Rate (Abtastrate): Laut TI-Spezifikation ist eine Abweichung von bis zu ±10 % zulässig
    • Im 8-SPS-Modus arbeiteten drei Boards mit 6,5 bis 7 SPS etwas langsamer
    • Ein Board lief mit 300 SPS und damit mit völlig falschem Timing; es wurde anschließend von weiteren Tests ausgeschlossen
  • Bei der Messung einer präzisen Spannung (2.50067 V) wurde 2.4883 V ausgegeben; das entspricht einer Abweichung von etwa 12 mV bzw. 0,5 % und liegt über der offiziellen TI-Spezifikation
  • Durch Anwendung eines einfachen linearen Kalibrierungsalgorithmus im Mikrocontroller konnte der Fehler auf unter 10 μV reduziert werden

Fazit

  • Vermutlich sind fehlerhafte Bauteile oder Komponenten mit geringerer Spezifikation als das Original in günstige Hobby-Vertriebskanäle gelangt
  • Grundsätzlich sind recht präzise Messungen möglich, und mit softwareseitiger Kalibrierung gibt es in der praktischen Nutzung keine größeren Probleme
  • Das teurere Original-Board soll nach Eintreffen unter denselben Bedingungen erneut getestet werden

Abschluss

  • Der günstige ADS1115 bietet ein auffällig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Wenn auf Hardware-/Firmware-Ebene nur eine einfache Kalibrierung ergänzt wird, lässt sich praktisch brauchbare Genauigkeit erreichen
  • Um Probleme wie fehlerhafte Ware zu vermeiden, sollte auf Bezugsquelle und Qualitätskontrolle geachtet werden

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