- Microsoft OneDrive testet bei einigen Preview-Nutzern eine Gesichtserkennungs-KI
- Nutzer unterliegen der Einschränkung, dass sie diese Funktion nur 3 Mal pro Jahr deaktivieren können
- Es wurde berichtet, dass selbst beim Versuch, die Funktion zu deaktivieren, wiederholt Fehlermeldungen erscheinen
- Microsoft weicht einer klaren Antwort aus und liefert dazu keine weiteren Informationen
- Datenschutzexperten äußern Bedenken, dass Nutzer Einstellungen jederzeit ändern können sollten statt einer jährlichen Begrenzung
Microsoft: Kontroverse um OneDrives Gesichtserkennungs-KI und eingeschränkte Einstellungen
Zentrale Inhalte und Hintergrund
- Wenn Fotos vom Handy in die Microsoft-OneDrive-App hochgeladen werden, erscheint im Menü „Datenschutz und Berechtigungen“ ein Hinweis auf eine KI-Funktion, die Gesichter auf Fotos erkennt
- Dieser Hinweis enthält die Formulierung, dass sich die Funktion nur „3 Mal pro Jahr“ deaktivieren lässt
- Versucht ein Nutzer, den Schieberegler auf „Nein“ zu setzen, springt er in den ursprünglichen Zustand zurück; dabei tritt wiederholt ein Fehler bei der Änderung der Einstellung samt Fehlermeldung auf
- Die Funktion ist derzeit nur für einige begrenzte Nutzer als Preview verfügbar, und laut Microsoft kann diese Preview-Funktion auch angewendet werden, ohne dass interessierte Nutzer sie ausdrücklich beantragt haben
Offizielle Hinweise von Microsoft und widersprüchliche Informationen
- Im Link zur „Microsoft Privacy Statement“ und auf der zugehörigen Support-Seite steht, dass „diese Funktion in Kürze verfügbar sein wird“, doch derselbe Status besteht dort bereits seit rund zwei Jahren
- Slashdot fragte einen Microsoft-Sprecher, erhielt aber zur Begrenzung auf 3 Deaktivierungen pro Jahr oder zu einem konkreten Zeitplan keine klare Antwort
- Zu den wiederholten Fehlern beim Versuch, die Funktion zu deaktivieren, bat Microsoft statt einer direkten Erklärung lediglich darum, zur Untersuchung der Nutzerumgebung kontaktiert zu werden
- Auf Slashdots Frage, ob die Funktion noch gar nicht offiziell veröffentlicht sei, antwortete Microsoft nur allgemein mit Verweis auf die Datenschutz-Compliance der bestehenden OneDrive-Plattform sowie auf GDPR- und EU-Data-Boundary-Regeln
Datenschutzdebatte und externe Einschätzungen
- Einige Datenschutzbefürworter argumentieren, die Funktion müsse klar als Opt-in ausgestaltet sein, sodass Nutzer Risiken und Vorteile selbst erkennen und aktiv entscheiden können
- Microsoft erklärt, OneDrive übernehme die Datenschutzeinstellungen von Microsoft 365 und SharePoint
- Thorin Klosowski, Sicherheits- und Datenschutzaktivist der EFF, äußerte Bedenken, dass die Beschränkung auf drei Änderungen der Datenschutzeinstellungen pro Jahr unpraktisch sei und Rechte beeinträchtigen könne
- Nutzer können jederzeit in eine Situation geraten, in der sie ihre Datenschutzeinstellungen ändern möchten; daher gilt eine Politik mit nur eingeschränkten Änderungsmöglichkeiten als unzureichend
Zusammenfassung
- Die Gesichtserkennungs-KI von Microsoft OneDrive wird derzeit testweise einigen Nutzern bereitgestellt
- Das Deaktivieren der Funktion ist auf eine bestimmte jährliche Begrenzung von drei Mal beschränkt, und es gibt Hinweise darauf, dass Nutzer die Einstellung in der Praxis nur schwer ändern können
- Microsoft betont wiederholt die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien und Vorschriften, doch die Einschränkung der tatsächlichen Wahlfreiheit der Nutzer sorgt für Kontroversen
- Branchenexperten weisen weiterhin auf Probleme bei der Ausgestaltung und Begrenzung solcher zentralen Datenschutzfunktionen hin
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