- Der Bundesstaat Kalifornien hat ein neues Gesetz verabschiedet, das die Lautstärke von Werbung auf Streaming-Plattformen wie Netflix, Hulu begrenzt
- Das Gesetz wurde durch Beschwerden von Einwohnern über plötzlich laute Werbeeinblendungen während des Streamings angestoßen
- Die Unterhaltungsbranche und die Motion Picture Association äußerten zunächst Bedenken und verwiesen auf Schwierigkeiten bei der Steuerung aufgrund unterschiedlicher Werbequellen
- Das Gesetz räumte den Widerstand der Branche aus, nachdem eine Schutzklausel gegen private Klagen hinzugefügt wurde und die Durchsetzung der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaats übertragen wurde
- Die Frist zur Einhaltung der neuen Lautstärkeregeln läuft bis Juli 2026
Überblick
Die Regierung des Bundesstaats Kalifornien hat ein neues Gesetz verabschiedet, das Maßnahmen zur Begrenzung der Lautstärke von Werbung bei großen Streaming-Diensten wie Netflix und Hulu einführt. Das Gesetz trägt die Bezeichnung SB 576 und wurde auf den Weg gebracht, nachdem zahlreiche Einwohner darauf hingewiesen hatten, dass Werbung während des Programmkonsums mit übermäßig hoher Lautstärke ausgespielt werde und dadurch das Seherlebnis beeinträchtige.
Hintergrund und Gründe für das Gesetz
- Gouverneur Gavin Newsom betonte, dass viele Bürger Kaliforniens sich darüber beklagten, dass Werbung lauter als die gerade angesehenen Inhalte sei und als störend empfunden werde, weshalb ein entsprechendes Regulierungsgesetz notwendig sei
- Der Initiator des Gesetzes, Senator Tom Umberg, erklärte, die Inspiration sei durch die Erfahrung seines Legislativmitarbeiters Zach Keller entstanden, dessen schlafendes Neugeborenes durch eine laute Streaming-Werbung geweckt worden sei
- Er verwies darauf, dass dies für viele Eltern mit Schlafmangel eine alltägliche Belastung darstelle
Reaktion der Branche und Kontroverse
- Die Motion Picture Association und die Streaming Innovators Alliance erklärten, dass Werbung aus unterschiedlichen Quellen geliefert werde und deshalb eine Lautstärkekontrolle schwierig sei
- Die Unterhaltungsbranche argumentierte, dass Audioingenieure bereits an einer Lösung arbeiteten und dafür ausreichend Zeit benötigt werde
- Um den Bedenken der Branche Rechnung zu tragen, wurde in das Gesetz aufgenommen, dass private Klagen eingeschränkt und die Durchsetzung der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaats übertragen wird
Endgültige Einigung und Durchsetzung
- Dank der zusätzlichen Klausel wurde der starke Widerstand der Branche zurückgezogen, und das Gesetz passierte das Parlament des Bundesstaats mit breiter Unterstützung von Demokraten und Republikanern
- Anbieter von Streaming-Diensten müssen ihre Pflicht zur Einhaltung der neuen Werbelautstärke-Grenzen bis Juli 2026 erfüllen
Ausblick
- Die Maßnahme aus Kalifornien könnte zu einem Präzedenzfall werden, der die User Experience in der gesamten Streaming-Branche beeinflusst
- Die neue Regelung wird nicht nur von den Verbrauchern, die Werbung sehen, sondern auch von Plattformen und Werbeanbietern technische Reaktionen und Anpassungen verlangen
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