4 Punkte von GN⁺ 2025-09-27 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Raspberry Pi hat den neuen All-in-One-PC Raspberry Pi 500+ angekündigt, der ab sofort für 200 US-Dollar erhältlich ist
  • Zu den Merkmalen gehören 16 GB RAM, 256 GB SSD, eine mechanische Tastatur und RGB-Beleuchtung; außerdem werden ein auf dem Pi 5 basierender Prozessor (2,4 GHz Cortex-A76), duale 4K-Ausgabe und Dual-Band-Wi‑Fi unterstützt
  • Das Desktop Kit für 220 US-Dollar enthält eine passende Maus, ein 27-W-Netzteil, ein HDMI-Kabel und eine Einführungsanleitung
  • Als Upgrade des bisherigen Pi 500 stärkt es Erweiterbarkeit und Geschwindigkeit durch die Aktivierung des internen M.2-Steckplatzes
  • Inspiriert von Heimcomputern der 1980er positioniert es sich als ausgereiftes Komplettprodukt, das sich sowohl für Bildung als auch für Hobbys eignet

Einführung und Produktüberblick

  • Der Raspberry Pi 500+ ist der neueste All-in-One-PC von Raspberry Pi und verbindet die Nostalgie früher Heimcomputer mit moderner Technik
  • Mit einer hochwertigen mechanischen Tastatur (abnehmbare Keycaps, individuell steuerbare RGB-LEDs), einer integrierten 256-GB-SSD und 16 GB RAM wirkt das Produkt besonders ausgereift
  • Das System basiert auf der Raspberry Pi 5-Plattform (2,4-GHz-Quad-Core-Arm-Cortex-A76-CPU, duale 4K-Display-Ausgabe, Dual-Band-Wi‑Fi usw.)
  • Das Basismodell kostet 200 US-Dollar; das Desktop Kit mit Raspberry Pi Mouse, 27-W-USB-C-Netzteil, micro-HDMI-zu-HDMI-Kabel und Einsteigerhandbuch kostet 220 US-Dollar

Motivation und Geschichte

  • Der Raspberry Pi 500+ ist von der Heimcomputer-Revolution der 1980er inspiriert (BBC Micro, Sinclair Spectrum, Commodore 64, Apple II usw.)
  • Frühere Raspberry-Pi-Modelle wurden ohne externes Gehäuse und ohne Tastatur veröffentlicht, doch langfristig war das Ziel ein stärker „vollendetes“ Produkt
  • Der 2020 erschienene Raspberry Pi 400 (4 GB RAM, integrierte kompakte Membran-Tastatur) wurde während der Pandemie als Bildungsgerät sehr positiv aufgenommen
  • Beim Nachfolger Raspberry Pi 500 entdeckten einige Nutzer ungenutzte PCB-Bereiche für einen M.2-Sockel und die zugehörige Unterstützungsschaltung; daraus entstand der 500+, bei dem alle Elemente weiter verbessert wurden

Mechanische Tastatur

  • Anders als der bisherige 500 verwendet der Raspberry Pi 500+ Gateron-KS-33-Blue-Switches mit speziell angepassten Silver-Grey-Stems und bietet dadurch ein angenehm sattes Tippgefühl
  • Jede Taste verfügt über individuell steuerbare RGB-LEDs für die Hintergrundbeleuchtung; die Keycaps sind sprühlackiert und lasergraviert
  • Ein RP2040-Mikrocontroller führt QMK aus; damit sind künftig auch Projekte wie ein Doom-Port direkt auf der Tastatur denkbar
  • Statt proprietärer Tasten werden Standardformate verwendet, sodass das Gerät mit den meisten handelsüblichen mechanischen Keycap-Sets kompatibel ist; ein Keycap-Abzieher liegt ebenfalls bei

Speicher und Erweiterbarkeit

  • Im Inneren sind ein M.2-Sockel und die nötige Unterstützungsschaltung vollständig vorhanden; standardmäßig wird eine Raspberry Pi SSD mit 256 GB und vorinstalliertem Betriebssystem unterstützt
  • Wer mehr Speicherplatz oder PCIe-Peripherie nutzen möchte, kann ein 2280-M.2-Board (80 mm) installieren
  • Das Gehäuse ist so konstruiert, dass es sich sicher öffnen lässt; das passende Werkzeug wird mitgeliefert
  • Auch das Booten über SD-Karte oder eine externe USB-SSD wird unterstützt, was den Wechsel des Betriebssystems erleichtert

Arbeitsspeicher und Einsatzmöglichkeiten

  • Mit 16 GB LPDDR4X-4267 SDRAM bietet das Gerät die bislang größte Speicherkapazität in der Geschichte von Raspberry Pi
  • Die 16-GB-RAM-Version des Raspberry Pi 5 erhielt mehr Zuspruch als erwartet und eignet sich effizient für Build-Server, umfangreiche Berechnungen, große Sprachmodelle und viele Browser-Tabs

Entwicklungs- und Produktionsteam

  • Vom Konzept bis zur Markteinführung trug das gesamte Raspberry-Pi-Team zum Produkt bei; besonders wichtige Rollen hatten das Industrial Design (John Cowan-Hughes) sowie Elektronikdesign und Fertigungstechnik (Simon Martin, Chris Martin)
  • Der Bereich mechanische Tastaturen ist für Raspberry Pi Neuland, entsprechend viel Sorgfalt steckte das Team in die Entwicklung

Fazit

  • Der Raspberry Pi 500+ ist eine Hommage an frühere Heimcomputer und zugleich ein hervorragend ausgearbeiteter moderner All-in-One-PC
  • Er hat bereits seinen Platz auf den Schreibtischen im Raspberry-Pi-Team gefunden und dürfte sich ebenso gut auf den Schreibtischen der Nutzer machen

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-09-27
Hacker-News-Kommentare
  • Eigentlich heißt das Produkt Pi 500+, aber wegen des automatisierten HN-Titelfilters scheint das Pluszeichen entfernt worden zu sein. Ich habe auch Benchmark-Daten in mein sbc-reviews-Repository hochgeladen (hier). Leistungsmäßig ist es fast identisch mit dem Pi 5 16GB, und bei Aufgaben, die von schnellerem Speicher oder mehr RAM profitieren, könnte es etwas schneller als der bisherige Pi 500 sein. Dieses Modell ist der erste Pi mit integriertem NVMe (abgesehen vom Compute Module Developer Kit). Ich habe testweise eine eGPU angeschlossen und einen neuen 15-Zeilen-Patch für AMD-GPU-Treiber ausprobiert; offenbar werden damit fast alle aktuellen AMD-Grafikkarten unterstützt (passender Link)

    • Wo wir schon beim Namen sind: Es wäre eigentlich witzig, wenn er vom Amiga 500+ inspiriert wäre (der hatte doppelt so viel RAM wie der A500)
  • Die Kommentare sind ziemlich negativ. Ich nutze einen Pi 4 zu Hause problemlos als Desktop und werde vermutlich auf den Pi 500+ wechseln. Dass kein vorinstalliertes Windows dabei ist, gefällt mir sehr, er ist komplett lautlos, braucht wenig Energie, und ich mag das Gefühl, einen Computer in der Tastatur zu haben. Mini-PCs mögen beim Preis oder bei der Leistung etwas besser sein, aber ich unterstütze Raspberry Pi gern. Der Einstieg ist leicht, es gibt langlebigen Software-Support und eine aktive Community

    • Mir fällt oft auf, dass Beiträge über Raspberry Pi immer viele negative Kommentare bekommen

    • Als echter Desktop für „normale“ Aufgaben ist das eine ziemlich gute Option. Klar, für lokale LLMs oder riesige 3D-Dateien taugt es nicht, aber vier ARM-Kerne, 16GB RAM und NVMe reichen für die meisten Zwecke völlig aus

    • Ich nutze auch einen Pi 5 mit dem Pi SSD Kit. Wenn man die SSD über dem Lüfter montiert, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich habe Ubuntu installiert und erledige damit alle Internet-Aufgaben

    • Ich verwende Pi-Systeme als Always-on-Server und nur für externes Port-Forwarding. Mir gefällt, dass sie sich perfekt als zentrales Gerät zu Hause eignen

    • Der Pi 5 ist im Vergleich zum Pi 4 extrem schnell, daher wirst du mit dem Upgrade zufrieden sein

  • Mit dem Marketingbegriff „All-in-One-PC“ bin ich nicht einverstanden. Ursprünglich meint ein All-in-One-PC einen Computer, der im Bildschirm eingebaut ist und mit separater Tastatur und Maus verwendet wird. Hier ist der Computer aber in die Tastatur eingebaut, und Bildschirm sowie Maus müssen extra dazu. Ein ordentlicher Bildschirm kostet übrigens mehr als die Tastatur. Selbst für einen nur brauchbaren Bildschirm sind 80 Dollar fällig, und für einen wirklich guten noch mehr

    • Man kauft ja keinen neuen Bildschirm. Man schließt ihn einfach an den Fernseher an, den man zu Hause schon hat. Genau dieses Gefühl, wie in den 80ern mit der ganzen Familie vor dem Fernseher am Computer zu sitzen, ist doch immer die Ästhetik gewesen, auf die Raspberry Pi abzielt

    • Es erinnert tatsächlich an die 80er, als man den Rechner an den Fernseher angeschlossen hat, und genau das ist wohl die eigentliche Absicht

    • Die Werbesprache für neue Pi-Produkte ist immer etwas übertrieben. Auch diesmal verwenden sie neben „AIO“ Formulierungen wie „kompromisslose Leistung“ und „Premium-Desktop“, was vielleicht im Vergleich zu anderen SBCs gilt, aber mit einem normalen Desktop wenig zu tun hat

    • Ich nenne diese Bauform einfach einen „Single-Board-Computer“

    • Übrigens gibt es auch Tastaturen, die deutlich teurer sind als diese hier (dieses Produkt) kostet mehr als ein Pro Display XDR + Nanotextur + 1k-Ständer

  • Wow, da ist wirklich ein interner M.2-Steckplatz drin. Genau das hat mir in dieser Produktreihe immer gefehlt, deshalb freue ich mich darüber. Einen Desktop mit SD-Karten-Leistung zu benutzen war zäh, und von USB zu booten hat den Vorteil des integrierten Gehäuses irgendwie geschmälert. Diesmal gibt es endlich richtig schnellen internen Speicher!

    • Tatsächlich gab es schon im frühen 500er-Modell einen unbestückten, also leeren M.2-Steckplatz. Das zeigt, dass man es von Anfang an in Betracht gezogen hatte; vielleicht wurde es vor einem Jahr aus irgendeinem Grund gestrichen
  • Das Marketing dieses Produkts betont, dass es ein Desktop-Computer sei. Aber es gibt günstige und leistungsstärkere N150-NUCs oder gebrauchte Mini-PCs, deshalb frage ich mich, warum man ausgerechnet dieses Gerät nehmen sollte. Der N150 hat fast die doppelte CPU-Leistung, eine viel bessere Hardware-Videodekodierung und deutlich höhere Software-Kompatibilität

    • Der N150 unterstützte Mainline-Linux schon ab dem ersten Tag. Bei der Pi-5-Familie kann man selbst zwei Jahre nach dem Launch kaum sagen, dass sie im Mainline-Kernel ordentlich unterstützt wird. Früher war zumindest die Linux-Unterstützung gut, inzwischen gar nicht mehr. Ich möchte vermeiden, dass alle in minderwertigen Custom-Kerneln feststecken

    • Wenn es nur um Preis-Leistung geht, ist der Vorteil des Pi 500+ gegenüber NUCs oder diversen Mini-PCs schwer zu erkennen. Die Zielgruppe sind vermutlich Enthusiasten, die als Kinder 8-/16-Bit-„All-in-One“-PCs wie Commodore 64, Amiga, Atari oder ZX Spectrum benutzt haben, oder Leute, die sich selbst oder ihren Kindern genau dieses Gefühl vermitteln wollen

    • Der eigentliche Reiz dieses Produkts ist der Formfaktor. Es ist schon selten genug, überhaupt ein Gerät mit ordentlicher Rechenleistung (nicht überragend, aber völlig brauchbar) zu sehen, das direkt in eine anständige mechanische Tastatur integriert ist

    • Die Preisgestaltung dieses Geräts erinnert an die Zeit vor BeeLink. Heute bekommt man für 200 Dollar bei Amazon wahrscheinlich deutlich mehr

    • Für Kinder ist es gut geeignet, wenn man es an den Fernseher zu Hause anschließt. Die Eltern können danebensitzen und beim Hacken helfen. Genau dieselbe Erfahrung wie in den 80ern, als man zum ersten Mal Programmieren lernte. Gerade die fehlende Software kann den Impuls verstärken, Dinge selbst zu bauen. Oder man verbindet es mit einer Brillenanzeige und nutzt es als persönlichen „Cyberdeck“ – das macht sicher auch Spaß

  • Doppelt eingereichte Beiträge (earliest post, other 1, other 2, other 3, other 4). Bei allen fehlt das Pluszeichen

  • Wirklich erstaunliche Zeiten. Heute passen 16GB RAM, 256GB Speicher, ein Quad-Core-Prozessor und sogar das alles ohne Lüfter in eine Tastatur

    • Das eigentlich Erstaunliche ist, dass das Mainboard sehr klein ist und der Innenraum der Tastatur deshalb größtenteils leer bleibt (Innenfoto)

    • Wir leben längst in einer Zeit, in der man deutlich mehr Leistung im Taschenformat unterbringen kann. Dazu noch mit hochauflösendem Bildschirm

    • Das iPhone Air bringt einen A19-Chip mit (50 % schneller als ein M1 bei Single-Core, 10 % vorne bei Multi-Core), 12GB RAM und 1TB Speicher in etwa der Größe einer Kameraleiste unter

    • Schon seit fünf Jahren liefern kleine slabförmige Geräte für die Hosentasche genügend Leistung dafür. Das Samsung S20 Ultra (2020) hatte ebenfalls 16GB RAM und 256GB schnellen Speicher und ließ sich per DeX mit Monitor, Tastatur und Maus in einer Desktop-Umgebung nutzen. Natürlich ist der RPi viel günstiger. Das wirklich Bemerkenswerte ist also der Preis. Nicht Formfaktor oder Integrationsdichte, sondern die Preisinnovation ist das Markenzeichen des RPi. Tatsächlich ist ein Compute Module in seiner Größe mit einem Smartphone vergleichbar

    • Noch erstaunlicher ist, dass die Leistung des Raspberry Pi 500+ nach heutigem Maßstab ausreichen würde, um in die TOP500-Supercomputerliste von 1997 aufgenommen zu werden

  • Das ist der ultimative Kompromiss zwischen „will ich haben“ und „ich habe keine Verwendung dafür“. Mir fällt nicht wirklich ein, was ich damit machen würde, denn alles, was ich tue, kann ich bereits tun. Trotzdem ist der Kaufreiz enorm. Wegen der aktuellen Wirtschaftslage verkneife ich es mir. In einem Paralleluniversum hätte ich es wahrscheinlich schon gekauft

  • Das Coolste an diesem Produkt ist, dass alles in der Tastatur steckt. Wenn es im Bundle mit Smart Glasses käme, könnte man einfach nur Tastatur plus Brille mitnehmen und im Café ohne Laptop arbeiten. Leider fehlen dafür aber Display und Rechenleistung

  • Schönes Gerät, aber Raspberry Pi hat inzwischen genug Geld und kann auch hochwertige günstige Computer bauen. Warum machen sie dann kein Linux-Phone? Das könnte die Welt wirklich verändern

    • Beim Linux-Phone ist Software eher das Problem als die Hardware. Ein Desktop-OS kann man dafür nicht einfach verwenden, und wenn man etwas Android-Ähnliches, aber doch anderes baut, stellt sich die Frage, wer dafür hochwertige Apps entwickeln soll. Besonders die Kompatibilität mit unverzichtbaren Apps wie Banking-Apps ist ein Problem. Ich persönlich wünsche mir zwar ein reines Linux-Phone, aber als praktische Alternative wäre es realistischer, Android mit einem System wie Samsungs DeX zu kombinieren. Trotzdem glaube ich nicht, dass so etwas in naher Zukunft kommt

    • Ein gutes Smartphone ist viel komplexer als dieses Produkt