2 Punkte von GN⁺ 2025-09-24 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Ein aus Iran stammender Softwareingenieur schildert diskriminierende Erfahrungen, die er aufgrund internationaler Sanktionen bei mehreren globalen IT-Diensten gemacht hat
  • Er beschreibt Fälle, in denen bei Microsoft Store, Notion, GitHub, GitLab usw. Konten und Daten gelöscht oder Zugriffe eingeschränkt wurden
  • Er betont, dass dies nicht aus böswilliger Absicht der Unternehmen geschehe, sondern eine Folge rechtlicher und politischer Zwänge sei, und plädiert für Empathie und Rücksicht gegenüber Nutzern
  • In den Kommentaren werden die Schwierigkeiten von Iranern bei Auswanderung und Jobsuche im Ausland sowie die Auswirkungen westlicher IT-Sperren auf gewöhnliche Menschen im Iran ausführlich diskutiert
  • Mehrere Nutzer berichten über selbst gehostete Tools, nichtwestliche Dienste, einen Wechsel in das chinesische Ökosystem und die Grenzen des globalen IT-Zugangs

Überblick

Dieser Text beschreibt die tatsächlichen Erfahrungen eines aus dem Iran stammenden Softwareingenieurs im Zusammenhang mit internationalen Sanktionen. Er stellt konkret dar, wie er bei verschiedenen globalen IT-Diensten allein wegen seiner Eigenschaft als iranischer Nutzer mit Kontolöschungen, Datenverlust und Zugangssperren konfrontiert wurde. Der Beitrag zeigt detailliert, welche realen Auswirkungen politische und rechtliche Fragen im schnelllebigen globalen IT-Umfeld auf einzelne Entwickler und Technikschaffende haben.

Kontolöschung bei Microsoft

  • Als Student erhielt er über Microsoft Imagine ein Entwicklerkonto im Microsoft Store und registrierte dort ein Open-Source-Projekt namens EyesGuard
  • Eines Tages wurden die App, das Entwicklerkonto und alle Nutzerkommentare ohne Vorankündigung gelöscht
  • Auch nach einer Anfrage beim Kundensupport erhielt er keine Antwort; der Grund wurde nie eindeutig genannt, dürfte aber mit den Sanktionen gegen den Iran zusammenhängen

Datenlöschung bei Notion

  • Er nutzte Notion als zentrales Tool für seine Notizen, erlebte dann aber, dass die Daten aller im Iran lebenden Nutzer ohne Vorwarnung gelöscht wurden
  • Das Unternehmen verwies auf die Sanktionen, erklärte jedoch zugleich, dass eine Wiederherstellung der Daten auch dann nicht möglich sei, wenn man den Iran später verlasse
  • Daraufhin wechselte er zu dem selbst gehosteten Siyuan

Weitere diskriminierende Erfahrungen mit anderen Diensten

  • Beim Zugriff auf die Website Grepular erhielt er eine Meldung, dass iranische IPs vollständig gesperrt seien, mit der Begründung, „Iran habe Russland Drohnen geliefert“
  • Er schickte auch eine E-Mail mit dem Hinweis, dass die iranische Bevölkerung die Entscheidungen des Regimes nicht unterstütze und man Regierung und Bevölkerung voneinander trennen müsse
  • Bei GitHub war der Zugriff iranischer Nutzer auf private Repositories zeitweise gesperrt, wurde später aber nach Erhalt einer US-Lizenz wieder ermöglicht
  • GitLab hingegen sperrt bis heute weiterhin alle Konten, bei denen Zugriffe über iranische IPs festgestellt wurden

Zusätzliche Einschränkungen und weitere Sperrbeispiele

  • Cloud-Plattformen (AWS, GCP, Azure), Bildungsangebote (coursera, udemy usw.) und Bezahlsoftware (Stripe, Paypal usw.) sind im Iran ebenfalls vollständig unbenutzbar
  • Er weist darauf hin, dass die meisten wichtigen IT-Dienste im Iran blockiert sind

Eindrücke und Lehren

  • Er erkennt an, dass Unternehmen den Zugang nicht aus Abneigung gegen ihre Kunden, sondern wegen rechtlicher Vorgaben einschränken
  • Wenn Sperren jedoch unvermeidlich seien, solle nicht bloß eine einfache Bedingung greifen, sondern mit Empathie für die Nutzer sorgfältiger entschieden werden

Nachbemerkung und Position

  • Der Text ist kein Aufruf zur Aufhebung der Sanktionen gegen die iranische Regierung
  • Der Autor unterstützt das Handeln des iranischen Regimes nicht, sondern betont vielmehr, dass die unter dem Regime leidende iranische Bevölkerung die ersten Opfer sind
  • Er schildert anschauliche Beispiele aus dem eigenen Umfeld, etwa einen nahestehenden Menschen, der wegen der Teilnahme an Protesten mit Schusswaffen bedroht wurde

Zusammenfassung der Reaktionen aus der Entwickler-Community und externer Kommentare

  • Auf den Ratschlag „Verlass den Iran“ hin werden die praktischen Hürden einer Auswanderung ausführlich beschrieben, darunter eine schwache Währung, ein wenig angesehener Reisepass, Visa-Ablehnungen sowie Einschränkungen bei Jobsuche und Studium im Ausland
  • Es gibt auch Zustimmung zu der Einschätzung, dass die durch Sanktionen verursachten Dienstsperren unfair sind, weil Entscheidungen des Regimes und der Wille der Bevölkerung auseinanderfallen
  • Es werden Empfehlungen geteilt, mit Self-Hosting und Open-Source-Alternativen (Forgejo, Gitea usw.) Daten zu schützen und die Kontinuität von Diensten sicherzustellen
  • Betont werden nicht nur Sperren gegenüber Nutzern jenseits von Grenzen, sondern auch die Grenzen von Vielfalt und globaler Zusammenarbeit im Technologie-Ökosystem

Weitere Diskussionen und zusätzliche Beispiele

  • Es wird ein Praxisfall geschildert, in dem wegen Sanktionen die Installation von Software über SourceForge (mit Sitz in den USA) blockiert wurde
  • Zahlreiche Beiträge thematisieren diskriminierende Erfahrungen im IT-Beruf, in der Karriere und im Finanzbereich allein wegen der iranischen Herkunft
  • Manche Nutzer nennen den Ausbau nicht US-dominierter Ökosysteme in Europa oder China als Alternative
  • Auch zu Web3 wird die Sicht eingebracht, dass es „theoretisch weniger diskriminierend ist, in der Praxis aber ebenfalls wegen des Verdachts auf Umgehung von Sanktionen gesperrt werden kann“
  • Enthalten ist auch Zuspruch von Nutzern aus Afghanistan, Aserbaidschan, Nigeria und anderen Ländern mit dem Tenor: „Im politischen Machtkampf leiden am Ende nur die Menschen“

Fazit

  • Anhand konkreter Erfahrungen beleuchtet der Text, wie internationale Sanktionen in der Realität gewöhnlichen IT-Fachkräften und Startup-Entwicklern weitreichende Einschränkungen, Diskriminierung und schwer durchschaubare Schäden zufügen
  • Er legt nahe, dass Unternehmen und Dienstbetreiber bei länderweiten Sperren die Menschen und ihre Geschichten hinter solchen Maßnahmen stärker berücksichtigen sollten
  • Zugleich macht er auf die rechtlichen und politischen Risiken im globalen IT-Umfeld sowie auf die Notwendigkeit alternativer Ökosysteme und eigener Gegenstrategien aufmerksam

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