- Dieser Beitrag stellt das festgefahrene Denken infrage, dass die Ausrichtung einer Weltkarte immer Norden oben haben müsse
- In Ländern der Südhalbkugel gelten Karten mit Süden oben teils als vertrauter
- Karten werden nach Konventionen erstellt und genutzt; einen tatsächlichen Maßstab für „oben“ und „unten“ gibt es nicht
- Die standardmäßige Karte mit Norden oben hat historische und kulturelle Ursachen
- Bei der Visualisierung und Interpretation von Informationen beeinflussen Blickwinkel und Perspektive die Wahrnehmung
Überblick
- Das Thema „Diese Karte steht nicht auf dem Kopf“ stellt unsere übliche, konventionelle Wahrnehmung der Ausrichtung von Weltkarten infrage
- In der modernen Welt sind Karten im Allgemeinen so gestaltet, dass Norden oben und Süden unten liegt
- Diese Ausrichtung ist jedoch keine geografische Notwendigkeit, sondern beruht auf kulturellen und historischen Hintergründen
Ursprung und Konventionen der Kartenausrichtung
- Karten mit Norden oben entwickelten sich vor allem aus einer europäisch geprägten Tradition und wurden zum weltweiten Standard
- Früher setzten viele Kulturräume für sie bedeutungsvolle Richtungen (z. B. Osten oder Süden) an den oberen Rand der Karte
- In einigen Ländern der Südhalbkugel (z. B. Australien, Neuseeland) wirken Karten mit Süden oben ganz natürlich
- Aus tatsächlicher geografischer Sicht ist die Unterscheidung zwischen oben und unten willkürlich
Perspektive und Umdenken
- Die Ausrichtung von Karten ist kein objektiver Fakt; die Unterscheidung zwischen „oben“ und „unten“ ist eine visuelle Gewohnheit der Menschen
- Konventionen können sich ändern und zeigen, dass es unterschiedliche Perspektiven und Weltbilder gibt
- Bei der Kartenerstellung oder Datenvisualisierung kann sich die Interpretation von Informationen – ähnlich wie beim Framing-Effekt – je nach Ausrichtung oder Anordnung verändern
Fazit
- Die Botschaft „Diese Karte steht nicht auf dem Kopf“ betont, dass die Darstellungsweise und Visualisierung, die wir als selbstverständlich ansehen, relativ sind
- Sie erinnert daran, dass es Vielfalt der Perspektiven braucht, um die Welt zu betrachten
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
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Bemerkenswert ist allerdings auch, dass das Raster von Manhattan tatsächlich nicht nach Norden ausgerichtet ist.