- Laut den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen des NAEP (National Assessment of Educational Progress der USA) sind die Lese- und Mathematikleistungen von Highschool-Schülern auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen
- Dieser Rückgang ist auch auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen, stellt aber bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ein langfristiges Problem dar
- Der Anteil der Schüler unter dem Grundniveau steigt; in Lesen und Mathematik werden mehr Schüler als früher unterhalb des „Basic“-Niveaus eingestuft
- Die Leistungsschere zwischen stärkeren und schwächeren Schülern vergrößert sich, insbesondere in den Naturwissenschaften und in Mathematik zeigt sich auch wieder eine geschlechtsspezifische Kluft
- Als Ursachen nennen Experten unter anderem die zunehmende Nutzung digitaler Geräte, nachlassende Konzentration und weniger längeres Lesen
Langfristiger Rückgang der Lese- und Mathematikleistungen bei US-Highschool-Schülern
- Laut dem NAEP (National Assessment of Educational Progress der USA) sind die Lese- und Mathematikwerte von Highschool-Schülern während der Pandemie weiter gesunken und auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen
- Auch die Leistungen in Naturwissenschaften von Achtklässlern sind in den jüngsten Ergebnissen stark zurückgegangen
- Der NAEP ist ein zentraler Indikator für die Bewertung schulischer Leistungen in den USA; die Tests in Naturwissenschaften für die 8. Klasse sowie in Lesen und Mathematik für die 12. Klasse wurden in diesem Jahr erstmals seit der Pandemie wieder durchgeführt
- Es wurde bestätigt, dass die Punktzahlen der leistungsschwächsten Schüler auf einem historisch niedrigen Niveau liegen
- Zwar spielte die Pandemie eine Rolle, doch der Rückgang der Werte lässt sich nicht allein durch einzelne Faktoren wie COVID-19, Schulschließungen oder höhere Fehlzeiten erklären; als wesentliche Ursachen werden auch Veränderungen im Bildungsumfeld wie mehr Bildschirmzeit, geringere Konzentrationsfähigkeit und weniger längeres Lesen genannt
Veränderungen in der Unterrichtsgestaltung und sinkende Lesefähigkeit
- Der Rückgang der Lesewerte steht auch im Zusammenhang mit Veränderungen im Unterricht in Englisch und Sprachunterricht
- In jüngerer Zeit hat der Unterricht mit kurzen Texten und Auszügen zugenommen, während die Zahl der pro Jahr gelesenen Bücher stark zurückgegangen ist
- Den Schülern fehlt zunehmend ein Umfeld, in dem sie Konzentration und Ausdauer entwickeln können, wodurch ihre Lese-„Fitness“ nachlässt
Bildungspolitik und gesellschaftliche Debatte
- Bildungsministerin Linda McMahon argumentierte, der Rückgang der Leistungen stütze die Notwendigkeit der Politik der Trump-Regierung, den Bundesstaaten mehr Befugnisse zu übertragen
- Demokraten im Kongress widersprachen und betonten, dass eine Schwächung des Bildungsministeriums die wachsende Leistungslücke verschärfen könne; sie hoben die Bedeutung von bundesweiter Unterstützung und gleichberechtigten Investitionen in Bildung hervor
- Die Rolle von Bundesbehörden beim Schutz öffentlicher Schulen und der Bürgerrechte von Schülern wurde erneut bekräftigt
Sinkende Grundleistungen in Mathematik und Lesen
- Das NAEP-Leitungsgremium wies darauf hin, dass mehr Schüler in Mathematik und Lesen nicht einmal das Leistungsniveau „Basic“ erreichen
- Der durchschnittliche Lesewert 2024 ist der niedrigste seit Einführung der Bewertung; 32 % liegen unter dem Grundniveau
- In Mathematik ist der Durchschnittswert der niedrigste seit 2005, und 45 % liegen unter „Basic“
- Auch die für ein Hochschulstudium erforderliche mathematische Vorbereitung ging zurück: von 37 % im Jahr 2019 auf 33 % in diesem Jahr
Größere Leistungsunterschiede und Unterschiede zwischen den Geschlechtern
- In den Naturwissenschaften der 8. Klasse hat sich die Leistungsschere zwischen den stärksten und schwächsten Schülern auf ein Rekordniveau vergrößert
- Auch in Mathematik der 12. Klasse hat sich die Kluft ausgeweitet
- Die geschlechtsspezifische Kluft tritt in den MINT-Fächern Naturwissenschaften und Mathematik wieder deutlicher hervor
- 2019 lagen die Werte von Jungen und Mädchen noch ähnlich, 2024 fiel der Rückgang bei Mädchen stärker aus
- Auch der Rückgang von STEM-Programmen für Mädchen seit der Pandemie wirkte sich aus
Praxisorientiertes Lernen ging schon vor der Pandemie zurück
- Der Anteil der Schüler, die im Unterricht an Experimenten und forschendem Lernen teilnehmen, ist gesunken; auch pandemiebedingte Einschränkungen hatten Einfluss
- Die Naturwissenschaftsdidaktikerin Christine Cunningham erklärte, dass der Rückgang praxisorientierten Unterrichts das Verständnis schwächen könnte
- Zugleich seien die Werte bereits vor COVID-19 insgesamt rückläufig gewesen, weshalb sich die Entwicklung nicht einfach nur mit der Pandemie erklären lasse
Hinweise und Sonstiges
- AP erhält zwar Unterstützung für Bildungsberichterstattung von Stiftungen und anderen Organisationen, betont jedoch die Unabhängigkeit seiner Berichterstattung
- Konkrete Kriterien zum NAEP, Förderdetails und weitere Informationen sind auf der offiziellen Website von AP zu finden
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