Die grundlegende Verwundbarkeit des Kryptomarkts
- Schwäche der Investmentbasis: Der Bitcoin-Markt entbehrt einer fundamentalen Analyse auf Basis von „Value Investing“ und stützt sich ausschließlich auf „technische Analyse“. Damit verfolgt er nicht den inneren Wert des Markts, sondern spekulativ lediglich das Handelsverhalten anderer.
- Selbstreferenzielle Preisbildung: Der Bitcoin-Preis wird nicht durch externe Wertfaktoren bestimmt, sondern durch interne, selbstreferenzielle Kulturen wie den „Glauben, dass der Preis steigen wird“ (HODL, FOMO). Dadurch befindet sich der Markt in einem von der Realität entkoppelten Blasenzustand.
- Risiken politischer Eingriffe: Wenn politische Kräfte wie die Trump-Regierung den Kryptomarkt stützen, geschieht das als politisches Förderverhalten zur „Sicherung von Wählerstimmen“. Greifen sie in den Markt ein und treiben die Preise künstlich hoch, verschärft das die grundlegende Verwundbarkeit des Markts und kann letztlich einen großflächigen Zusammenbruch auslösen.
- Möglichkeit eines großen Kollapses: Wenn große institutionelle Investoren wie Pensionsfonds einsteigen und der Staat versucht, Bitcoin als „strategisches Reservevermögen“ zu nutzen, könnte es zu einem massiven Einbruch kommen, sobald diese Akteure zur Gewinnmitnahme verkaufen, weil es am Markt keine fundamentalen Investoren gibt, die als „Circuit Breaker“ wirken.
Einleitung: Zwei Arten der Analyse an Finanzmärkten
- Fundamentalanalyse (Fundamental Analysis): Bewertung des inneren Werts eines Vermögenswerts anhand realer Daten wie Finanzlage eines Unternehmens oder Marktausblick. Langfristige Investoren wie Warren Buffett nutzen diesen Ansatz.
- Technische Analyse (Technical Analysis): Prognose künftiger Preise anhand historischer Marktdaten wie Preis und Handelsvolumen. Im Kern bedeutet das, das Verhalten anderer Investoren zu verfolgen. In normalen Märkten halten sich beide Analyseformen die Waage und tragen zur Rationalität des Markts bei.
Hauptteil: Die grundlegende Verwundbarkeit des Bitcoin-Markts
1. Fehlender fundamentaler Wert und spekulative Marktstruktur
- Schwierigkeit der Wertermittlung: Bitcoin-Token sind keine Finanzverträge, die reale Cashflows wie Dividenden, Zinsen oder Stimmrechte erzeugen. Zudem besitzen sie weder physische Eigenschaften noch industrielle Verwendung, weshalb es kein fundamentales Modell zur Bewertung eines „fairen“ Preises gibt.
- Preisbewegungen ohne Fundament: Der Bitcoin-Preis schwankt nicht aufgrund realer „fundamentaler“ Faktoren wie Unternehmensergebnisse, sondern wegen selbstreferenzieller und spekulativer Faktoren wie der bloßen Erwartung, dass „mehr Menschen kaufen werden“. Das führt zu Kritik, Bitcoin habe Eigenschaften, die einem Ponzi-Schema ähneln.
2. „Glaube“ und „Angst“ als Stützen des Markts
- Verbreitung der HODL-Kultur: HODL (Hold on for dear life) bedeutet, „bis zum Tod nicht zu verkaufen, sondern zu halten“, und ist eine Kultur, die auf reinem Glauben an steigende Preise beruht. Immer wenn neue Käufer hinzukommen, wird das Angebot verknappt und damit ein selbstverstärkender Preisanstieg ausgelöst.
- Verbreitung von FOMO (Fear of Missing Out): Die Kryptoindustrie nutzt FOMO („Angst, etwas zu verpassen“) als Marketingstrategie nach dem Motto, man müsse vor allen anderen einsteigen. Das zeigt, dass der Markt nicht auf fundamentalen Werten, sondern auf „viralen Narrativen“ und Massenpsychologie beruht.
3. Politische Allianzen und Marktstörungen durch „große Wale“
- Politische Unterstützung: Die Trump-Regierung sichert sich durch ihre Unterstützung für die Kryptoindustrie eine neue politische Anhängerschaft als „Masse gegen den Elitismus“. Die Kryptoindustrie wiederum unterstützt seine Wahlkampagne mit enormen Summen und erwartet dafür politischen Schutz.
- Spekulative Investments von Unternehmen: Unternehmen wie MicroStrategy stecken gewaltige Mittel in den Kauf von Bitcoin statt in ihre eigentliche produktive Tätigkeit. Zusammen mit der Exponierung gewöhnlicher Anleger über 401k-Pensionspläne wachsen dadurch sowohl Größe als auch Instabilität des Markts.
- Risiko staatlicher Markteingriffe: Wenn die Trump-Regierung Bitcoin als „strategische Krypto-Reserve“ nutzen und damit amerikanische Schulden begleichen will, kündigt das letztlich massiven Verkaufsdruck an. In dem Moment, in dem die US-Regierung als „größter Wal“ verkauft, wird ein Markt ohne fundamentale Value-Investoren einen großen Crash erleben.
Fazit: Ein gefährlicher selbstreferenzieller Markt
- Risiko durch das Fehlen eines Circuit Breakers: Im Bitcoin-Markt gibt es keine fundamentalen Investoren, die bei einem Kurssturz den „angemessenen Wert“ erkennen und kaufen. Setzt der Abwärtstrend einmal ein, kann der „Glaube“ spekulativer Investoren schlagartig verschwinden und eine unkontrollierbare Kettenreaktion auslösen.
- Grenzen politischer Eingriffe: Große Institutionen, die in den Kryptomarkt investiert haben, glauben an eine „Too Big to Fail“-Logik, wonach der Staat einen Marktzusammenbruch nicht zulassen werde. Doch künstliche Marktstützung durch den Staat ist nur vorübergehend; sobald am Ende große Token-Bestände abgestoßen werden müssen, wird der Markt kollabieren.
- Schlussfolgerung: Entgegen dem ursprünglichen Slogan „Don't trust, verify“ stützt sich der Bitcoin-Markt auf den blinden Glauben, dass der Staat als „großer Wal“ den Markt weiter tragen wird. Dieser Glaube kann jederzeit zusammenbrechen und ist damit ein grundlegender Risikofaktor des Markts.
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