1. Ursachen für Organisationswachstum und Scheitern
- Große Organisationen neigen dazu, sich auf ihrem Erfolg auszuruhen und in „Lazy Thinking“ zu verfallen
- Lazy Thinking bedeutet
- Entscheidungsfindung auf Basis vager Überzeugungen, die nicht überprüfbar sind oder nicht überprüft werden sollen
- eine Haltung, die sich ohne Datenvalidierung auf Intuition und bequeme „Wahrheiten“ stützt
- Das Ergebnis sind wiederholte und chronische Misserfolge, wobei sogar die Wahrnehmung der Lage verschwimmt
2. Was ist aktives Denken?
- Aufstellung klarer und überprüfbarer Hypothesen
- Beweis oder Widerlegung der Hypothesen durch Daten
- Wissenschaftliche Identifikation der eigentlichen Probleme und Engpässe, um Rauschen herauszufiltern
- Scheitern lässt sich nicht allein durch Willenskraft überwinden, wissenschaftliche Diagnose und Validierung sind unverzichtbar
3. Fünf Arten von Lazy Thinking
Das Nett-sein-Syndrom
- Überzeugungen oder Meinungen werden nicht hinterfragt, weil man fürchtet, das Gegenüber könnte es als unhöflich empfinden
- eine Haltung, die selbst bei wichtigen Problemen Überprüfung und Kritik vermeidet
- Dadurch werden gravierende Fehler stillschweigend hingenommen und Lazy Thinking weiter verstärkt
Das Philosophen-Syndrom
- Die Wahrnehmung der Realität verschwimmt, weil man von Daten und Ergebnissen getrennt ist
- Entsteht, wenn mit dem Wachstum der Organisation Rollen getrennt werden und man nicht mehr an der Feedbackschleife teilnimmt
- Es fehlt die Haltung, zentrale Kennzahlen zu erfassen und sich der Realität zu stellen
Die bequeme Annahme, dass jemand anderes für einen denkt
- Der vage Glaube, dass schon irgendjemand die Verantwortung übernimmt und das Problem löst
- Man gibt unabhängiges und kritisches Denken auf, wodurch eine „Tragödie der Allmende“ entsteht
- Am Ende führt das zu einer Situation, in der niemand mehr tief über das Problem nachdenkt
Die Illusion der Abstraktionsebenen
- Systemdiagramme oder abstrakte Modelle werden mit der Realität verwechselt
- Komplexe Ausnahmefälle und Unsicherheiten der realen Welt werden ignoriert
- Man bereitet sich nicht darauf vor, dass eine Blackbox jederzeit Fehlfunktionen haben kann
Die Falle des Inkrementalismus
- Ein Zustand, in dem nur kleine Veränderungen fortgesetzt werden und der große Sprung ausbleibt
- Man hält das selbst für bedeutenden Fortschritt, obwohl in Wirklichkeit Stagnation oder sogar Rückschritt drohen
- Für Innovation sind radikale Veränderungen essenziell, doch man gibt sich mit schrittweisen Änderungen zufrieden
4. Der Zusammenhang zwischen Erfolg und aktivem Denken
- Erfolg entsteht aus der Verbindung von aktivem Denken und starkem Willen
- Scheitern entsteht meist durch Lazy Thinking, nicht durch mangelnden Willen
- Alle Mitglieder einer Organisation müssen ein Bewusstsein für kontinuierliche Überprüfung, Fragen und Verantwortung für Veränderungen entwickeln
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